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Worum es Besuchern und Ausstellern auf der Dmexco 2016 wirklich geht

08.09.2016 Was treibt Besucher auf die Dmexco 2016? Und wieso zahlen Aussteller die exorbitanten Standpreise? Eine Woche vor dem Branchenevent zeigt die iBusiness-Umfrage, worum es in Köln wirklich geht - und was sich gegenüber dem Vorjahr geändert hat.

 (Bild: Sebastian Halm)
Bild: Sebastian Halm

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TL;DR
Die Dmexco ist eine Netzwerk- und Leadgenerierungsmesse. Die Konferenz ist interessantes Beiwerk.
Die Dmexco   ist eine Erfolgsgeschichte. Sie kann auf stetig wachsende Ausstellerzahlen zurückblicken und auf noch steiler wachsende Besucherzahlen. Vergangenes Jahr wollten 43.000 Besucher die 880 Stände sehen, und entwickelt sich die Nachfrage linear so weiter wie bisher, so dürften sich 2016 rund 50.000 Menschen an den Ständen der 950 bereits feststehenden Aussteller drücken. Vergangenes Jahr hat iBusiness erstmals im Vorfeld der wichtigsten Messe der digitalen Wirtschaft untersucht, weshalb Besucher und Aussteller die Anreise oder - für Aussteller - nicht unerheblichen Kosten für einen Stand in Kauf nehmen (unter 15.000 Euro geht hier nichts, so hat es iBusiness errechnet).

Sucht man nach einer Antwort in den im Vorfeld verschickten Pressemitteilungen, den verschickten Standeinladungen und veröffentlichten Corporate-Blog-Beiträgen, so entstand in der Vergangenheit immer der Eindruck, auf der Dmexco würde das Rad neu erfunden: Neuigkeiten, Innovationen, neue Buzzwords zu Hypethemen schwirrten dem entgegen, der auf einen Link mit der Aufschrift 'Dmexco' klickte. 2016 klingen die PR-Lautsprecher im Vorfeld der Messe deutlich kleinlauter, wenn es um Produktvorstellungen geht - "Besuchen Sie uns" heißt es da. Nur selten wird auf Sensationelles verwiesen. Und auch die Erwartungen im Vorfeld zeigen etwas andere Nuancen als noch vergangenes Jahr.

Kunden treffen, zur Präsenz verdammt und "Wie - hier gibt's ne Konferenz?" - was der Aussteller in Köln sucht

Wie im vergangenen Jahr ist auch dieses Jahr das Schütteln der Kundenhände der Hauptgrund für den Stand auf der Dmexco. Wobei es dem Aussteller dabei um mehr geht, als um das reine Netzwerken: Sieben von zehn möchten auch konkrete (Vertriebs-)Leads generieren. Diese führen allerdings erst - wenn überhaupt - jenseits der Messehallen zu einem Vertrag - nicht mal zwei von zehn Ausstellern reisen mit Blankoverträgen im Gepäck an. Die Dmexco ist keine Ordermesse - 2016 noch deutlich weniger als im Vorjahr.

Auffällig ist, dass deutlich mehr Aussteller das Gefühl haben, um einen Messestand nicht herumzukommen: Sagte vergangenes Jahr einer von zehn Umfrageteilnehmern, er empfinde die Teilnahme als Pflicht, so sind es 2016 acht von zehn. Ansonsten steht der Aussteller dem Kongressprogramm weiterhin ignorant gegenüber (er hat sicher auch anderes zu tun, als Vorträge anzuhören) und ist in Bezug auf die Messe durchaus positiv gestimmt: Nur einer Minderheit ist der Messestand zu teuer, nur wenige finden sie zu groß und jeder zweite meint, dass sich die Investitionen für die Präsenz lohnen.
(Grafik: HighText Verlag)

Mal 'ne Runde über die Messe schlendern - wie Besucher die Dmexco nutzen wollen

Der Kunde hat weniger pointierte Zielsetzungen im Gepäck als der Aussteller - das kann er sich auch leisten, steht er doch wegen geringerer Investitionen an Zeit, Mühe und Geld unter schwächerem Erfolgsdruck als der Aussteller. Und so informiert er sich in aller Ruhe und trifft zwischendurch Bekannte, Freunde und Kollegen - wohlgemerkt: Keine Kunden, was nur für eine Minderheit eine Rolle spielt und im Vorjahresvergleich stark an Bedeutung verloren hat.

Nur zwei von zehn Besuchern kommen übrigens wegen der chronisch rappelvollen Partys - aber immerhin ringen sich hier schon mehr Besucher zu einem offenen Ja durch, als im Vorjahr. Abgenommen hat das Interesse am Konferenzprogramm: Vier von zehn interessierten Messebesuchern stehen heute nur noch zwei gegenüber - und das obwohl die Messe dieses Mal massiv mit dem Konferenzprogramm für sich geworben und wochenlang in den Mittelpunkt der Homepage gestellt hat.
(Grafik: HighText Verlag)
So haben der Messebesucher und der Aussteller ihre eigene Dmexco-DNA:
Aussteller vs Besucher: Die Anatomie der Dmexco-Gäste
Der typische Aussteller...Der typische Besucher...
  • kommt um die Dmexco kaum herum und hat eine hohe gefühlte Verpflichtung, präsent zu sein
  • interessiert sich nicht für die Konferenz - und hat wohl auch wenig Zeit dazu
  • Findet die Messe angemessen groß und den Preis für einen Stand auch in Ordnung
  • Macht Verträge anderswo, nach der Messe
  • Seine Mission: Leads generieren, Präsenz zeigen, einen Pflichttermin wahrnehmen
  • hat weniger starke und weniger konkrete Gründe für den Messebesuch, den er eher als Erfahrung sieht
  • Verliert an Interesse an der Konferenz, im Vergleich zum Vorjahr - er ist ein Messebesucher
  • hat nur in wenigen Fällen ein konkretes Kaufinteresse gegenüber den ausgestellten Produkten und Dienstleistungen
  • Seine Mission: Sich umsehen und Leute treffen - er kommt gerne, muss aber nicht
Aus diesen Ergebnissen lassen sich einige Aussagen über die Zukunft der wohl wichtigsten Branchenmesse ableiten.
  • Die Messe wird weder für Besucher noch für Gäste günstiger werden, denn die Besucher und Aussteller haben hohes Interesse und hohen Druck präsent zu sein
  • Die Messe wird weiter wachsen
  • Die Konferenz spielt weiterhin eine eher untergeordnete Rolle
  • Sie wird auch weiterhin keine Vertrags-Abschlussmesse
  • sein
So zeichnet sich ab, dass Köln auch dieses Jahr wieder eine große Beziehungspflege-Veranstaltung und Familientreffen der Branche sein wird - ohne große Produktneuheiten.
Thema: Worum es Besuchern und Ausstellern auf der Dmexco 2016 wirklich geht

Kommentar von Sebastian Halm

'Transforming sä Digital Dingsbums' oder: Messe sucht Thema

Jede Dmexco hat ihr neue Ufer der anglophilen Floskelhaftigkeit eroberndes Motto. Dabei unterscheiden sich Motto und die Realität, um die es auf den Dmexcos wirklich geht, signifikant.

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iBusiness-Analyst Sebastian Halm (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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