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Machtkampf um Pixelpark: Neef droht Strafanzeige
07.01.2003 (iBusiness) Der neue Pixelpark-Alleinvorstand Jürgen Richter will die Rückkehr von Paulus Neef zu Pixelpark mit allen Mitteln verhindern. Er will ihn wegen Untreue verklagen. Umgekehrt will der Ex-Pixelpark-Chef gegen seinen Rauswurf kurz vor Weihnachten gerichtlich vorgehen.
Der Medienkonzern Bertelsmann hat nach einem Bericht der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' 40,2 Prozent der Aktien des angeschlagenen Internet-Dienstleisters Pixelpark praktisch verschenkt. Der Ex-Chef des Musikkonzerns Universal, Wolf-Dieter Gramatke, und der Eigentümer des Potsdamer DVD-Produzenten Mediacs AG , Axel Fischer, hätten jeweils 20,1 Prozent des Unternehmens für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro übernommen, schreibt die Zeitung.
Der Bertelsmann-Konzern hatte mehr als 63 Millionen Euro in den Berliner Multimedia-Dienstleister gesteckt und besitzt nun nur noch rund 20 Prozent. Die beiden neuen Miteigentümer von Pixelpark gehören zum Umfeld des bisherigen Alleinvorstands Paulus Neef, der kurz vor Weihnachten gefeuert worden war (iBusiness berichtete). Diese wollen Medienberichten zufolge auf einer außerordentlichen Hauptversammlung nun die Rückkehr des Pixelpark-Gründers durchsetzen.
Die beiden neuen Aktionäre kritisierten nun, dass durch den "abrupten Vorstandswechsel" das beschlossene Restrukturierungskonzept gefährdet sei. Zugleich verlangten Fischer und Gramatke, Neef wieder zurück in den Vorstand zu holen. "Das Unternehmen Pixelpark lebt von und mit Paulus Neef", sagte Gramatke der Deutschen Presseagentur.
Durch die neue Aktionärsstruktur hat Neef nun die Gelegenheit, gemeinsam mit der Privatbank Sal. Oppenheim ein Comeback zu starten. Die Bank verfügt derzeit über die Stimmrechte für seine eigenen Pixelpark-Anteile von 17,7 Prozent. Zusammen mit den beiden 20-Prozent-Anteilen Gramatkes und Fischers käme er dann auf eine Mehrheit. Wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen könnte eine Hauptversammlung frühestens Mitte Februar stattfinden.
Neuer Alleinvorstand ist der frühere Aufsichtsratschef Jürgen Richter, der den von Neef eingeschlagenen Konsolidierungskurs fortsetzen will, wie Pixelpark-Sprecher Christoph Ringwald gegenüber iBusiness bestätigte. Zu Spitzenzeiten war Pixelpark fast vier Milliarden Euro wert und zählte 1200 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr machten die Berliner 86 Millionen Euro Verlust. Nach dem Sanierungskonzept soll die Gruppe künftig nur noch 230 Mitarbeiter haben, davon knapp 100 in Deutschland.
