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Studie: Lokale Suche und Special-Interest-Sites auf dem Vormarsch

14.06.2006 (iBusiness) Viele Internetnutzer suchen lokal, bevorzugen dabei klassische Suchmaschinen und entziehen sich zunehmend durch das so genannte 'Long Tail'-Surfverhalten der klassischen Mediaplanung, so drei Ergebnisse einer aktuellen Studie. Auch Tipps, wie Online-Marketer auf dieses sich wandelnde Nutzungsverhalten reagieren können, stellt die Untersuchung bereit.

'Long Tail' bezeichnet die Tatsache, dass immer mehr Nutzer mehr Online-Zeit auf kleinen, unbekannten Sites verbringen und sich damit jeder herkömmlichen Mediaplanung entziehen. Der Begriff wurde in den USA geprägt. Die Studie 'WWW-Benutzer-Analyse W3B' hat nun herausgefunden, dass bereits ein Drittel der deutschen Internet-Nutzer zwischen 25 und 75 Prozent ihrer Online-Zeit nicht mehr auf den großen 'General Interest Websites' sondern auf unbekannteren Websites zu Spezial-Themen verbringen. Auf die Frage, wie sie diese Special-Interest-Websites finden, gaben 94,7 Prozent Suchmaschinen an. 47,3 Prozent verlassen sich auf Tipps ihrer Freunde und 29,4 Prozent werden durch Berichte in den Medien auf die Websites aufmerksam. Das bedeute vor allem für Nischen-Anbieter, dass sie in Suchmaschinen gut gerankt sein müssen, um von ihrer Zielgruppe gefunden zu werden, raten die Analysten.

Diese Ergebnisse zur Nutzung von Special-Interest-Sites seien außerdem "erster Hinweis darauf, dass Long Tail auch in Deutschland eine Rolle spielen könnte". Christian Petersen, Gründer und Geschäftsführer von EProfessional   , die die Studie bei Fittkau & Maaß   in Auftrag gegeben haben: "Wenn sich das 'Long Tail'-Verhalten auch in Deutschland etablieren sollte, dann sollte sich jeder Werbetreibende fragen, wie er seine Kunden dort erreichen kann, wo sie zunehmend sind." Online-Anbietern gibt Christian Petersenden folgenden Rat: "Im Special-Interest-Bereich gibt es mehr und mehr Traffic. Wer jetzt bucht, bekommt noch ein paar Jahre richtig gute Werbewirkung für richtig wenig Geld."

Weiterhin fand die Studie heraus, dass Internet-Nutzer klassische Suchmaschinen wie Google nicht nur nutzen, um bestimmte Produkte zu finden, sondern auch, um stationäre Händler in ihrer Nähe ausfindig zu machen. Wird eine Suchmaschine von Nutzern für die Einkaufsrecherche genutzt, dann geschieht dies zwar in erster Linie auch heute noch, um bestimmte Produkte zu finden (77,9 Prozent), Preise zu vergleichen (65,5 Prozent), bestimmte Hersteller (56,4 Prozent) oder Online-Shops zu finden (43,9 Prozent). Doch immerhin schon 37,3 Prozent der Webnutzer suchen online lokale Geschäften aus der 'Offline-Welt'.

Drei Viertel der Befragten greifen bei ihrer lokalen Suche in erster Linie auf Google und nicht auf spezialisierte Online-Branchenverzeichnisse zurück, um lokale Informationen zu finden. An zweiter Stelle bei der lokalen Suche folgt DasOertliche.de (45,5 Prozent), auf dem dritten Platz verortet die Untersuchung GelbeSeiten.de (45,4 Prozent). Wenn ein Internet-User anstelle des Telefonbuches eine Internet-Suchmaschine nutzt, dann tut er das in erster Linie, um nach Personen (54 Prozent), regionalen Anbieter (48,6 Prozent), Unternehmen (37,1 Prozent) oder überregionalen Anbietern (33,7 Prozent) zu suchen. Für regionale Anbieter bedeute dies, dass sie nicht nur in den gängigen Branchenverzeichnissen zu finden sein müssen sondern auch in Suchmaschinen wie Google, raten die Autoren der Studie: "Andernfalls laufen sie Gefahr, potenzielle Kunden nicht zu erreichen."

Auf die Frage welche Form der Suchergebnisse - Sponsored Links oder normale Suchmaschinen-Ergebnisse - die Befragten bevorzugen, gaben 44,1 Prozent der Internetnutzer an, dass sie sowohl Textanzeigen als auch Index-Ergebnisse nutzen. 40,3 Prozent bevorzugen die normalen Ergebnisse, wenn sie nach allgemeinen Informationen suchen. Rund 25 Prozent der Internetnutzer klickt meist auf Fundstellen mit ihnen bereits bekannten Websites. Ein Fünftel der Befragten ignoriert Sponsored Links.

Für die Studie hat Fittkau & Maaß über 100.000 deutsche Internetnutzer befragt.

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