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Musikmarkt

Musikstreaming: 2022 neuer Rekord mit 178 Milliarden Abrufen

20.01.2023 Die Menschen in Deutschland haben auch im vergangenen Jahr sehr viel Musik über Streamingdienste gehört - besonders beliebt sind aktuelle Titel. Aber auch CDs und Vinyl haben noch viele Fans.

 (Bild: Pexels auf Pixabay)
Bild: Pexels auf Pixabay
Im vergangenen Jahr wurden rund 178 Milliarden Audiostreams gemessen - acht Prozent mehr als 2021 (165 Milliarden Abrufe), über ein Viertel mehr als 2020 (139 Milliarden) und fast zwei Drittel mehr als 2019 (107 Milliarden). Dies zeigt eine Sonderauswertung von GfK Entertainment   in Kooperation mit dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI)  . Insgesamt summiert sich die Zahl der Audiostreams seit dem Start der Erfassung im Jahr 2013 auf mittlerweile über 800 Milliarden.
(Grafik: GfK Entertainment)

Der Auswertung zufolge wurde 2022 vor allem aktuelle Musik gestreamt: Mit einem Anteil von 47 Prozent machten Produktionen, die seit 2020 veröffentlicht wurden, fast die Hälfte der gestreamten Menge aus. Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) stammte von Tracks aus den 2010er-Jahren, gefolgt von den 2000ern (8 Prozent), 1990ern (4 Prozent), 1980ern und Veröffentlichungen vor 1980 (jeweils 3 Prozent). Sehr beliebt waren im vergangenen Jahr u. a. Rapper wie Luciano und T-Low, Popstars wie Ed Sheeran und Taylor Swift sowie Rockbands wie AC/DC und Rammstein.

Popfans streamen, Rock-Liebhaber kaufen CDs oder Vinyl

(Grafik: GfK Entertainment)
Beliebtestes Streaming-Genre ist das Pop-Segment mit einem Anteil von 28 Prozent. Dieser lag damit sogar noch etwas höher als bei den Formaten CD (24 Prozent) und Vinyl (27 Prozent). Zweiterfolgreichstes Streaming-Repertoire ist HipHop/Rap (23 Prozent). Auf den weiteren Plätzen landen Rock (14 Prozent) und Dance (13 Prozent). Family kommt ebenfalls auf 13 Prozent - und verzeichnete mit einem Plus von fünf Prozentpunkten das größte Wachstum binnen fünf Jahren.

"Die Begeisterung für das Musik-Streaming ist nach wie vor ungebrochen und zeigt, dass sich diese Art von Musiknutzung bei den Konsumenten etabliert hat", sagt Dr. Mathias Giloth, Geschäftsführer GfK Entertainment. Im Dezember waren Playlists mit Weihnachtstiteln besonders gefragt: "Diese sorgten dafür, dass Heiligabend der Tag mit den meisten Streams aller Zeiten wurde."

Im physischen Markt liegt dagegen der Rock-Bereich (u. a. Rock International, Rock deutschsprachig, Metal) vor Pop mit einem Anteil von 30 Prozent (CD) bzw. 52 Prozent (Vinyl). Schlager-Produktionen konnten bei den CDs seit 2017 von 9 auf 12 Prozent zulegen. Auch Veröffentlichungen der Genres Family (Anteil: 16 Prozent) und Klassik (Anteil: 6 Prozent) sind auf CD deutlich gefragter. Jazz- und HipHop-Fans greifen wiederum eher zur Vinyl.
(Grafik: GfK Entertainment)

"Das gemessene Nutzungsverhalten und die dadurch reflektierten Fan-Vorlieben zeigen, dass aktuelle Musik im Streaming-Bereich klar im Vordergrund steht" sagt Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI. "Befürchtungen, neue Musik habe es hier schwerer durch die Verfügbarkeit jeglicher jemals veröffentlichter Musik, bestätigen sich also nicht. Stattdessen wird deutlich, wie groß die Vielfalt der von Menschen gehörten Genres sowohl im Streaming-Bereich als auch auf physischen Tonträgern ist."
(Grafik: GfK Entertainment)
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