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Aktuelle Studie zeigt wie Kids das Web nutzen

23.02.2009 Immer mehr Kinder nutzen Computer und sind auch im Web aktiv. Dennoch ist nach wie vor der Fernseher das Medium, das die sechs- bis 13-Jährigen nutzen. Zudem gibt es zwischen den Geschlechtern immer noch Unterschiede. Während die Kids im Web googlen wie die Weltmeister, nutzen sie Web-TV praktisch gar nicht, wie die Auswertung zeigt.

 (Bild: Jahreis/Pixelio.de)
Bild: Jahreis/PIXELIO.de
Obwohl das Web seine Nutzer und Fans in allen Altersgruppen hat, sind Kinder immer noch eher das TV gewöhnt. Das fanden die Autoren der repräsentativen KIM-Studie heraus, die 1.200 Kinder und deren Haupterzieher im Frühsommer 2008 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt hatte. Die KIM-Studien werden seit 1999 vom Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS)   regelmäßig als Basisstudie zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (sechs bis 13 Jahre) durchgeführt.

Für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren bleibt der Fernseher das wichtigste Medium. Wenn auch Computer und Internet eine große Rolle spielten - zwei Drittel sitzen regelmäßig am Computer - so bleibe Fernsehen die häufigste Medienbeschäftigung der Kinder. "Dies gilt auch hinsichtlich des Zeitbudgets. Mit dem Fernseher verbringen Kinder noch immer doppelt so viel Zeit wie mit dem Computer", so die MPFS-Autoren.

 (Bild: MPFS)
Bild: MPFS



Gleichwohl sind Computer und Internet für die Kids sehr wichtig. Denn jedes zweite Kind im Alter von sechs und sieben Jahren hat bereits Erfahrungen am PC gesammelt. Insgesamt betrachtet nutzen drei Viertel der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren zumindest selten einen Computer. Auch was die Kinder mit ihren Rechnern anfangen, wird in der Studie erhoben. "Inhaltlich bedeutet der Computer für Kinder vor allem Computerspiele, Arbeiten für die Schule und das Surfen im Internet. Wenn auch der Anteil der Computernutzer inzwischen stagniert, nutzen die Computernutzer immer stärker auch das Internet", heißt es dazu in der Studie  .

 (Bild: MPFS)
Bild: MPFS

Drei Viertel der Computernutzer unter den jungen Befragten haben bereits Interneterfahrung, zwei Drittel gehen regelmäßig ins Netz und ein Sechstel der Internetnutzer ist jeden oder fast jeden Tag online. Die jüngeren Kinder sind dabei, sich das Web zu erobern: "Vor allem die unter Zehnjährigen wenden sich vermehrt dem Internet zu." Das Internet dient Kindern zuerst als Informationsquelle und zur Nutzung von Kinderseiten. Für Jungen sind auch Onlinespiele relevant. Mit zunehmendem Alter werden auch häufiger die kommunikativen Möglichkeiten des Netzes genutzt. Am wichtigsten sind hierbei E-Mail und Chat, aber Instant Messenger und Communities gewinnen an Bedeutung.

 (Bild: MPFS)
Bild: MPFS



Die Verfügbarkeit des Internets ist auch in Haushalten, in denen Kinder aufwachsen, in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Doch es gibt eine abflachende Kurve, die in der Untersuchung festgestellt wurde. "Gab es in der Vergangenheit noch moderate Zuwachsraten, so fallen diese aufgrund der mittlerweile hohen Ausstattung nun deutlich geringer aus. Aktuell ist in 85 Prozent der Familien ein Internetzugang vorhanden, 2006 lag dieser Wert bei 81 Prozent (2005: 73 Prozent)", heißt es in der Studie.

Obwohl sich die Nutzungsentgelte deutlich reduziert hätten, sei es noch immer eine Frage des sozioökonomischen Status, ob ein
Internetzugang in der Familie vorhanden ist oder nicht. Bei einem Haushalts-Nettoeinkommen bis 1.500 Euro liegt die Ausstattungsrate nur bei 59 Prozent, bei einem Einkommen ab 2.500 Euro hat nahezu jede Familie einen Internetanschluss (92 Prozent). Insofern werden über das Web tendenziell eher Kinder aus wohlhabenderen Familien angesprochen. Insgesamt nutzen 59 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren das Internet
zumindest selten und zählen in der 'Gruppe der Internetnutzer'. Bereits bei den Kids zeigen sich auch geschlechterspezifische Unterschiede. Denn bei Jungen liegt der Anteil mit 62 Prozent höher als bei Mädchen (57 Prozent) - aber vor allem im Altersverlauf zeigen sich extreme Unterschiede:

 (Bild: MPFS)
Bild: MPFS



"Bei den Sechs- bis Siebenjährigen hat erst jeder Fünfte
Erfahrung mit dem Online-Medium, in der Altersgruppe darüber (acht bis neun Jahre) ist es bereits die Hälfte. Bei den Kindern im Alter von zehn und elf Jahren steigt der Anteil noch einmal deutlich auf nunmehr 79 Prozent an"
, so die KIM-Forscher. Nur noch wenig komme bei den Ältesten, den zwölf- bis 13-Jährigen, hinzu, hier liegt der Anteil der Internetnutzer bei 86 Prozent. Im Vergleich zur KIM-Studie 2006 zeigten sich stabile Werte, interessanter sei aber die Betrachtung der Computernutzer.

In dieser Gruppe beschäftigen sich 76 Prozent zumindest selten mit dem Internet, ein Anstieg um immerhin 4 Prozentpunkte. Vor allem bei den Unter-10-Jährigen und bei den Jungen gab es deutliche Zugewinne. "Wenn Kinder also erst einmal Zugang zu Computern haben, dann sammeln sie auch immer früher Erfahrungen mit dem Internet", so die Folgerung der Forscher.

Leicht angestiegen ist auch die Nutzungsfrequenz. Zwei Drittel der Internetnutzer gehen mindestens einmal pro Woche online (2006: 58 Prozent), 17 Prozent jeden beziehungsweise fast jeden Tag (2006: 14 Prozent). Jungen nutzen das Internet etwas häufiger (mindestens einmal pro Woche: 67 Prozent) als Mädchen (62 Prozent) und natürlich steigt die Nutzungsintensität mit dem Alter der Kinder kontinuierlich an (sechs bis sieben Jahre: 41 Prozent, zwölf bis 13 Jahre: 79 Prozent).

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