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Datenschützer kritisieren Facebooks Umgang mit Daten

von steiger_2

25.05.2018 Facebook sammle auch nach seiner neuen Datenrichtlinie Informationen auf zahlreichen Internet-Seiten, die mit Facebook kooperieren.So würden nach Recherche des SWR   Nutzer-Daten ausgewertet, auch, wenn diese noch nie bei Facebook angemeldet waren. Diese Praxis hat Facebook   in seiner neuen Datenrichtlinie nicht verändert, obwohl zahlreiche europäische Datenschutzbehörden das bereits bemängelt haben.

 (Bild: geralt / pixabay.com)
Bild: geralt / Pixabay
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz- und Informationsfreiheit kritisierte auf Anfrage des SWR dies als 'rechtlich äußerst problematisch'. Er ist für Facebook zuständig, da sich in Hamburg die Deutschland-Zentrale des Unternehmens befindet. Zu den Internetseiten, bei denen Facebook auch nach seiner neuen Datenrichtlinie Informationen sammle, zählen Seiten, die einen Facebook-Like-Button eingebaut haben.Dazu zählen auch die Seiten aller großen politischen Parteien (CDU  , SPD  , FDP  , AfD  , Bündnis 90 / Die Grünen  , Die Linke  ), sowie offizielle Seiten von Ministerien und vieler kommerzieller Unternehmen.

Keine Unterscheidung zwischen Facebook-Nutzer und -Nichtnutzern

Facebook erfasse, welche Internetseiten jemand besucht hat oder auch welche Produkte jemand gekauft hat - und zwar unabhängig davon, ob dieser Nutzer ein Facebook-Konto hat oder nicht. Daten über besuchte Internetseiten, zum Beispiel von Parteien, könnten Rückschlüsse darüber zulassen, welche politische Gesinnung ein Nutzer hat. Welche Produkte jemand gekauft hat, lässt Rückschlüsse über die Interessen eines Nutzers zu. Damit könnten sogenannte Schatten-Profile von Nutzern angelegt werden, mit denen bereits jetzt gehandelt würde, zum Beispiel durch Online-Broker, kritisiert der Hamburger Datenschutzbeauftragte. Ein Facebook-Sprecher bestritt in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen selbst sogenannte "Schattenprofile" von Nicht-Facebook-Nutzern anlegt, bestätigte aber prinzipiell, dass Facebook auch Daten von Nicht-Mitgliedern erhebt. Da Facebook nach SWR-Recherchen mit internationalen Datensammlern zusammen arbeitet, könnten diese Nutzer-Daten aber dort gesammelt werden.

Die Hamburger Datenschutzbehörde kritisiert vor allem, dass Facebook die Daten zum Beispiel über das Surfverhalten "unbemerkt vom Nutzer" sammelt. Und Facebook sei gerade dabei, "noch mehr Daten als bisher zu erheben und zu nutzen", beklagen die Datenschützer. Das widerspreche einem wichtigen Prinzip der neuen Datenschutzgrundverordnung.

Gerichte stehen unter Entscheidungszwang

Mit der Facebook-Praxis in Sachen Datenschutz beschäftigen sich aktuell mehrere Gerichte - unter anderem das Berliner Kammergericht und der Europäische Gerichtshof. In seinem Schlussantrag für den Europäischen Gerichtshof hat der dortige Generalanwalt Yves Bot bereits klargestellt, dass die Betreiber von Internetseiten dafür verantwortlich seien, welche Daten an Facebook übermittelt werden. Ein Urteil in der Sache ist noch nicht gefallen. Im Berliner Verfahren läuft die Berufung der Verbraucherzentrale Bundesverbandes.
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