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Cybercrime 2.0: "Kriminelle lieben Social Networks"

21.11.2008 Dass Networking sich auszahlt, hat aber auch die Schattenwirtschaft für sich entdeckt. Nach Analysen des G DATA Security Labs setzen Kriminelle die Idee des Mitmachnetzes längst für ihre Zwecke ein. Die Infiltration der Communities, Phishing und die Verbreitung von Spam oder Viren sind in Social Netzworks mittlerweile an der Tagesordnung. "Tendenz steigend", warnen die Experten.

 (Bild: Cathy Kaplan)
Bild: Cathy Kaplan
Das Missbrauchspotenzial in Social Networks ist für die Täter vielfältig und reicht vom gezielten Ausspähen persönlicher Daten, über die Verteilung von Spam- und Phishingmails bis hin zum Ausnutzen von Sicherheitslücken der jeweiligen Social-Networking-Plattform.

Ralf Benzmüller , Leiter G DATA Security Lab  , schlägt Alarm: "Der Community-Gedanke ist längst bei den Online-Kriminellen angekommen. Im Laufe der vergangenen Monate beobachteten wir eine bedrohliche Zunahme von kriminellen Aktivitäten in Social-Networks."
Kaum eine Community sei dabei dabei verschont geblieben. Die Spielarten der Täter sind ausgeklügelt und umfassen das gesamte eCrime-Repertoire. Neben der direkten Einspeisung von Schadcode oder deren Verbreitung durch Massenmails, nutzen die Täter soziale Netzwerke, um Nutzer auf präparierte Webseiten zu locken. Das Ziel: Computer per Drive-by-Infektion oder Datei-Downloads zu infizieren oder potenzielle Käufer auf die Bestellseiten zwielichtiger Angebote zu leiten.


Die große Akzeptanz der Mitmachnetze und deren Spezialisierung auf einzelne Themengruppen beschert den Tätern reiche Beute: "Im Vergleich zur realen Welt, stehen Kosten, Aufwand und möglicher Gewinn in einem für Kriminelle besonders günstigen Verhältnis. Allein Facebook hat mehr als 130 Millionen Nutzer weltweit", resümiert Benzmüller. "Die Aufteilung in Subcommunities, erlaubt Spammern ihren Werbemüll noch gezielter auf die jeweilige Zielgruppe auszurichten."
Die Informationen, die Mitglieder von Social Networks über sich und ihr Umfeld preisgeben, erlauben es Cyber-Kriminellen aber auch gezielte Angriffe auf Unternehmen durchzuführen. "Mit den Informationen, die man in Xing über eine Firma zusammentragen kann, lassen sich gezielte Phishing-Mails an Geschäftsführung, Vertrieb oder Buchhaltung verfassen. Diese können Bezug nehmen auf die Position im Unternehmen, Kollegen und Hobbies", warnt der Experte.

Nutzer von Plattformen legen oftmals persönliche Daten oder Firmendaten leichtfertig einer breiten Öffentlichkeit offen. Informationen, die z. B. bei Xing   oder Linkedin    ungeschützt publiziert würden, stünden so nicht nur Freunden zur Verfügung. Durch Dienste wie 123people   oder Yasni  , sei es ein Leichtes, Anwenderprofile, Wohnort oder Hobbies zusammenzutragen und für gezielte Angriffe einzusetzen. "Grundsätzlich sollte man in Social Networks nur das veröffentlichen, was man nicht auch am Hauptbahnhof auf eine Plakatwand schreiben würde. Unternehmen sollten entsprechende Richtlinien erlassen, um den Missbrauch einzugrenzen", so Benzmüller.
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