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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
389 Milliarden Euro in Gefahr: Politik droht Internetboom auszubremsen
30.09.2025 Bis 2030 soll die deutsche Internetwirtschaft auf 389 Milliarden Euro Umsatz anwachsen. Doch laut einer Studie von Arthur D. Little droht der Boom an fehlender Infrastruktur und politischen Versäumnissen zu scheitern.
Doch trotz dieser Dynamik warnt der Verband der Internetwirtschaft eco , der die Studie in Auftrag gegeben hat, vor massiven strukturellen Defiziten. "Ohne entschlossenes politisches Handeln könnte der Wachstumsboom ins Leere laufen", mahnt Vorstandsvorsitzender Oliver Süme . Engpässe bei Rechenzentren, schleppender Glasfaserausbau und die fehlende Digitalisierung im Mittelstand drohten den Standort Deutschland auszubremsen. "Die Studie zeigt, dass wir insbesondere im Bereich der digitalen Infrastrukturen in den kommenden fünf Jahren auf eine massive Angebotslücke zusteuern. KI und Automatisierung lassen die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren. Die aktuellen Bedingungen am Standort Deutschland erlauben es uns aber gar nicht, die entsprechenden Kapazitäten zeitgerecht dem Markt zur Verfügung zu stellen." Dies habe auch mit politischen Versäumnissen zu tun, so Süme. "Wenn wir es nicht schaffen, KI-Lösungen made in Germany schnell zu skalieren, werden wir im internationalen Wettbewerb abgehängt."
Die IT-Anschlussleistung deutscher Rechenzentren wächst bis 2030 zwar um 50 Prozent auf 3,7 Gigawatt. Der erwartete Bedarf liegt der Studie zufolge jedoch beim Dreifachen. Zum Vergleich: In den USA liegt bereits heute die 20-Fache Leistung bereit.
Forderungen an die Politik
Ob der heimische Markt jedoch ein solch ambitioniertes Verdreifachungs-Szenario realisieren kann, hängt maßgeblich davon ab, ob die entsprechenden infrastrukturellen, regulatorischen und energiewirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden. "Ohne günstigen, grundlastfähigen Strom, schnellere Genehmigungen und Investitionen in digitale Infrastruktur droht die Branche an Standortnachteilen zu ersticken. Rechenzentren müssen zwingend als systemrelevant anerkannt und in die Strompreiskompensation einbezogen werden", fordert Béla Waldhauser , Sprecher der eco Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen.Eine enge strategische Synchronisierung von Maßnahmen auf kommunaler sowie Landes- und Bundesebene im Austausch mit der Wirtschaft ist aus Sicht des Verbands essenziell, um dem Rechenzentren-Standort Deutschland den nötigen Boost zu verleihen. Der Eco-Verband fordert daher einen engen Dialog zwischen zuständigen Landes- und Bundesministerien im Zuge der laufenden Entwicklung von Rechenzentren-Strategien. Insbesondere für den Standort Hessen, als Sitz des europaweit größten Internetaustauschknotens DE-CIX, wird eine solche Verzahnung Signalwirkung für den Rest des Landes entfalten können.
