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Linkaufbau vs. Linkkauf: Die Investitionsrechnung für den Linkaufbau
04.02.2011
Der organische Linkaufbau erfordert eine vergleichsweise hohe Anfangsinvestition. Zum Teil rechnen sich organische Links im Vergleich zu gemieteten Links erst nach zwei oder drei Jahren. Erst nach diesem Zeitraum zahlen sich die Investitionen gegenüber gemieteten Links aus. Bei einer kürzeren Betrachtungsdauer in der Investitionsplanung können Mietlinks daher durchaus die wirtschaftlichste Alternative sein. Für Unternehmen, die nur sehr kurzfristig planen, können gemietete Links daher sehr attraktiv sein. Die kurzfristig ausgerichtete Investitionsplanung lässt einem organischem Linkaufbau nicht die notwendige Zeit seine Stärken auszuspielen und sich zu amortisieren.
Die Investitionsrechnung für den Linkaufbau erklärt also nicht nur, warum der organische Linkaufbau langfristig häufig die wirtschaftlichste Methode darstellt. Über die Investitionsrechnung lässt sich auch sehr gut erklären, warum kurzfristig oftmals Mietlinks als bevorzugte Linkaufbau-Methode angewendet werden.
Grundsätzlich lassen sich drei Gruppen nennen, die mit einer kurzen Amortisationszeit planen und daher ein hohes Interesse an Mietlinks besitzen:
- Wegwerf-Domains:
- Viele Domains versuchen einfach nur in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewinn zu generieren. Dabei werden zum Teil SEO-Methoden verwendet, die zwar gegen die Richtlinien von Google verstoßen, aber kurzfristig sehr erfolgreich sein können. Bis Google die Seite als Spam identifiziert hat, wurde oftmals schon genug Geld verdient, damit sich das Projekt rechnet. Parallel betreibt man als Risikoausgleich noch viele andere Domains und schickt auch immer wieder neue Domains ins Rennen. Wenn eine Domain bei Google verbrennt, ist das kein Beinbruch, sonder ein einkalkuliertes Risiko. Daher nennt man diese Domains auch Wegwerf-Domains. Für diese Domains sind Mietlinks eine gute Möglichkeit schnell und ohne hohe Anfangsinvestitionen attraktive Rankings zu erzielen. Eine langfristige Planung für eine einzelne Domain findet nicht statt, da von einem langfristigen Überleben der Domain nicht ausgegangen wird.
- Startups mit schnellen Exit-Plänen:
Nicht selten werden Startups aufgebaut, um sie möglichst schnell wieder gewinnbringend an Investoren zu verkaufen (Exit). Ein organischer Linkaufbau mit hohen Anfangsinvestitionen würde hier eher den Käufern und weniger den Verkäufern nutzen. Für den Verkäufer sind daher oftmals gemietete Backlinks eine gute Möglichkeit die 'Braut' mit geringen Investitionen für den Investor zu schmücken.
- SEO-Agenturen:
Grundsätzlich funktioniert - zumindest kurzfristig - die Methode mit Mietlinks ohne hohe Anfangsinvestitionen schnelle SEO-Erfolge zu erzielen. Eine SEO-Agentur kann zum Beispiel für 10.000 EUR im Jahr Backlinks mieten und diese als SEO-Dienstleistung für 20.000 EUR im Jahr an einen Kunden verkaufen. Der Aufbau von organischen Links für 10.000 EUR hätte nicht den gleichen Erfolg. Für die gleiche Anzahl Links und damit einen vergleichbaren Erfolg müsste im ersten Jahr für in den organischen Linkaufbau ein deutlich höherer Betrag investiert werden. Viele Kunden sind nicht zu einer solch hohen Anfangsinvestition bereit. Bevor der Kunden an einen Wettbewerber verloren geht, bieten viele SEO-Agenturen lieber den Linkaufbau über Mietlinks an. Das Problem liegt hier nicht nur bei der Arbeitsweise mancher SEO-Agenturen. Problematisch ist es auch, wenn ein Kunde einfach ein zu geringes Anfangsbudget für einen organischen Linkaufbau zur Verfügung stellt, seine SEO-Stratgie zu kurzfristig plant und die Auswahl der SEO-Agentur stark vom Preis abhängig macht. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Situation mit den wachsenden SEO-Erfahrungen der Unternehmen zukünftig immer weiter bessern wird.
Neben diesen drei Gruppen sieht man aber auch bei Websites mit einer guten finanziellen Ausstattung und einem hochwertigen Contentangebot einen Linkaufbau über Mietlinks. Eigentlich kann man bei diesen Unternehmen grundsätzlich umfangreiches SEO-Know-how und eine langfristige Investitionsplanung unterstellen. Daher ist es manchmal überraschend, wenn solche Unternehmen offensichtlich erkennbar Links mieten. Ich glaube, dass es sich dabei zum Teil um einen Nachahmer-Effekt handelt. Immer wieder findet man auf den Suchergebnisseiten (SERPs) Beispiele für gute Rankings über gemietete Links. Auch auf SEO-Veranstaltungen und in Blog-Posts wird immer wieder von solchen Erfolgserlebnissen berichtet. Die Misserfolge in Form von abgewerteten Links und Google-Penalties werden hingegen eher verschwiegen. Zudem ist der Linkaufbau über Mietlinks organisatorisch wunderbar einfach und unerlaubte Methoden strahlen eine gewisse Faszination aus. Da liegt es nahe, dass auch hochwertige und etablierte Websites so "clever" sein wollen, den Erfolg von gemieteten Links für sich zu nutzen. Schließlich machen das scheinbar alle so.
Hinter allen Erfolgsgeschichten von Mietlinks steht aber erst einmal nur die Tatsache, dass Backlinks den wohl wichtigsten Rankingfaktor im Google-Algorithmus darstellen. Man darf aber nicht den Fehler begehen, dass die Miete von Backlinks automatisch das bevorzugte Mittel der Wahl ist, nur weil andere Websites damit Erfolg haben. Eventuell befinden sich die anderen Websites aufgrund der dargestellten Gründe in einer völlig anderen Ausgangssituation, verfolgen andere Ziele und haben eine höhere Risikobereitschaft. Vielmehr sollte anhand der eigenen Unternehmenssituation geprüft werden, ob bei einer längerfristigen Investitionsplanung der organische Linkaufbau nicht wirtschaftlicher ist und gleichzeitig auch noch weniger Risiken beinhaltet.
iBusiness-Autor Hanns Kronenberg , SEO-Stratege und von Betreiber von SEO-Strategie.de führt für IBusiness die Verwendung künstlich erzeugter Backlings in der SEO-Branche aus und nennt Gründe für deren Beliebtheit.

