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Kommentar

Prozessberatung beginnt im eigenen Haus

12.08.2026 66 Prozent der Digitalagenturen wollen künftig stärker Geschäftsprozesse beraten. Das klingt nach Aufstieg in der Wertschöpfungskette. Doch wer beim Kunden Prozesse transformieren will, muss erst beweisen, dass er die eigenen im Griff hat.

Susan Rönisch, Analystin iBusiness
Es ist verständlich, dass Digitalagenturen in die Beratung drängen. KI automatisiert genau jene Tätigkeiten, mit denen viele lange gutes Geld verdient haben. Produktion wird schneller, Programmierung effizienter, Content billiger.

Also lautet die neue Selbstbeschreibung: strategischer Partner, Transformationsbegleiter, Prozessberater.

Nur: Ein neues Label macht noch kein neues Geschäftsmodell.

Wenn zwei Drittel der Agenturen künftig mehr Geschäftsprozess-Beratung anbieten wollen, wird es auf diesem Feld schnell voll. Dort warten längst Unternehmensberatungen, IT-Dienstleister und Systemintegratoren.

Der entscheidende Unterschied wird deshalb nicht sein, wer die besseren Workshops veranstaltet. Entscheidend wird sein, wer anschließend tatsächlich etwas verändert.

Digitalagenturen haben dafür grundsätzlich gute Voraussetzungen. Sie kennen Technologie, NutzerInnen, Plattformen und Umsetzung. Genau diese Verbindung kann wertvoller sein als reine Strategieberatung.

Aber nur dann, wenn sie selbst professionell organisiert sind.

Viele Agenturen kämpfen noch immer mit Scope Creep, manueller Abstimmung, Personenabhängigkeit und fehlender Transparenz über Projektprofitabilität. Wer die eigenen Prozesse nur mit Bauchgefühl und einzelnen Schlüsselpersonen zusammenhält, sollte vorsichtig sein, anderen Prozessoptimierung zu verkaufen.

Das neue Agenturmodell kann deshalb nicht Beratung statt Umsetzung heißen. Es muss Beratung mit Umsetzungskompetenz sein.

Wer dagegen einfach noch "Geschäftsprozess-Beratung" ins Leistungsportfolio schreibt, hat keine Transformation vollzogen. Er hat nur Full Service um einen weiteren Menüpunkt erweitert.
Thema: Branche

Zwischen Beratung und Umsetzung: So verschiebt sich das Agenturgeschäft

Eine exklusive Umfrage zeigt, Digitalagenturen wollen deutlich stärker in die Geschäftsprozesse ihrer KundInnen eingreifen. Die große Mehrheit sieht dort einen wachsenden Arbeitsschwerpunkt. Doch ausgerechnet bei der Programmierung ist die Richtung keineswegs eindeutig. Die Ergebnisse zeigen keinen Abschied von der Umsetzung, sondern einen Rollenwechsel: Agenturen wollen früher in die Wertschöpfung ihrer KundInnen einsteigen - und müssen gleichzeitig weiterhin liefern können.

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 (Bild: Pixabay/ FelixMittermeier)
Bild: Pixabay/ FelixMittermeier

Kommentar von Susan Rönisch

Prozessberatung beginnt im eigenen Haus

66 Prozent der Digitalagenturen wollen künftig stärker Geschäftsprozesse beraten. Das klingt nach Aufstieg in der Wertschöpfungskette. Doch wer beim Kunden Prozesse transformieren will, muss erst beweisen, dass er die eigenen im Griff hat.

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Susan Rönisch, Analystin iBusiness (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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