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Mach mir den Zuckerberg

08.10.2008 Das gegen Xing in Deutschland eher unter "ferner liefen" rangierende LinkedIn startet ebenso mit einer PR-Kampagne wie Facebook, die das gleich Problem mit StudiVZ haben. Beide aus demselben Grund.

Das einzige, was Mark Zuckerberg substanziell neben viel Marketingluft anzubieten hat, ist der Deal mit Telefónica. Hier sollen 171 Millionen Mobilfunkkunden an Facebook herangeführt werden. Von Anfang an dabei ist Deutschland. Die deutsche Telefónica-Tochter O2 ist schließlich ein wichtiger Partner, um den Run auf Platz eins unter den Social Networks erfolgreich hinter sich zu bringen. Ob es gelingt? Auch wenn Holtzbrinck derzeit noch keine mobile Kooperation verkünden kann, sind die VZs immer noch deutlich weiter vorne, was die Nutzeranzahl in Deutschland betrifft.

Das war bislang für Facebook ärgerlich, mehr nicht. Auch für den Weltmarktführer LinkedIn war der lokale Konkurrent Xing nicht viel mehr als ein regionales Ärgernis. Das ändert sich zur Zeit, weil das Wachstum in den USA für beide Social Networks ausgeschöpft erscheint. Nicht zuletzt deswegen, weil die Bankenkrise den US-Markt in den kommenden Monaten ziemlich fest im Griff haben wird - und es deswegen schwer wird, hier Geld zu verdienen. Anders in Deutschland, das - im Vergleich zu den USA - noch eine Insel der Seligen ist. Und außerdem: Viel Wachstumschancen verspricht.

Wachsen können LinkedIn und Facebook schnell und effektiv vor allem in westlich orientierten Märkten, in denen die Menschen Englisch sprechen und eine hohe Netzabdeckung - mobil oder per DSL - existiert.

Irgendwann wird auch bei den Social Networks eine globale Marktbereinigung über Konzentration stattfinden. Auch deshalb sind nicht nur die Facebooks und Linkedins dieser Welt auf Expansionskurs, sondern auch die Xings und VZs. Nutzwertige Services gehören in jedes Social-Network-Portfolio. Sie kosten Geld, bringen aber Nutzer - und Umsatz. Das zeigte jüngst erst wieder MySpace mit seinem MySpace Music, das - gemeinsam mit der Musikindustrie betrieben - binnen 14 Tagen Verfügbarkeit im Netz bereits Zugriffe im Milliardenbereich verzeichnete.

Und außerdem muss man den Zuckerberg machen: Laut trommeln und noch selbstbewusster und aggressiver auftreten, um die Konkurrenz totzureden. Denn neben Services sind es Coolness und das "Must have", dass ein erfolgreiches Social Network auszeichnet. Und wir alle wissen ja: Es kann nur einen geben.
Thema:

Facebook will Marktführer in Deutschland werden

Für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist der deutsche Markt extrem wichtig. Aber schwierig. Jetzt will er mit einer Kooperation mit O2 zum Angriff blasen auf den Platzhirsch StudiVZ. Zuckerbergs Prognose: In 30 Monaten will er die Holtzbrinck-Tochter aus der Pole Position verdrängt haben. Vielleicht sogar schneller.

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Kommentar von Thomas Kletschke

Mach mir den Zuckerberg

Das gegen Xing in Deutschland eher unter "ferner liefen" rangierende LinkedIn startet ebenso mit einer PR-Kampagne wie Facebook, die das gleich Problem mit StudiVZ haben. Beide aus demselben Grund.

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 (Foto Studio 54)
Bild: Foto Studio 54
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Am: 08.10.2008

Zu: Mach mir den Zuckerberg

Dass die Bankenkrise das Wachstum von Social Networks erschwert, kann man auch anders sehen. So schreibt "The Economist" vom 25. September:
"AMONG the few firms benefiting from the upheaval in the financial markets are professional social networks—websites that help with business networking and job-hunting. On LinkedIn, the market leader, members have been updating their profiles in record numbers in recent weeks, apparently to position themselves in case they lose their jobs. The two most popular sites, LinkedIn and Xing, have been growing at breakneck speed and boast 29m and 6.5m members respectively."
http://www.economist.com/business/displaystory.cfm?story_id=12304861&CFID=24353240&CFTOKEN=78603166
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