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Facebook will Marktführer in Deutschland werden
08.10.2008 Für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist der deutsche Markt extrem wichtig. Aber schwierig. Jetzt will er mit einer Kooperation mit O2 zum Angriff blasen auf den Platzhirsch StudiVZ. Zuckerbergs Prognose: In 30 Monaten will er die Holtzbrinck-Tochter aus der Pole Position verdrängt haben. Vielleicht sogar schneller.
Denn der wichtige deutsche Markt ist bei Facebook das Sorgenkind. 110 Millionen Mitglieder hat das weltweit größte Social Network insgesamt. Allerdings ist es in Deutschland ziemlich schwach aufgestellt. Man habe seine Nutzerzahlen hierzulande auf 1,26 Millionen mehr als verdoppelt, jubelt Zuckerberg gegenüber der FAZ . Facebooks Werbeanzeigengenerator wirft allerdings lediglich 786.200 Menschen über 18 Jahre aus, die in Deutschland wohnen. Selbst wenn man die Jugendlichen hinzurechnet oder wie es Zuckerberg gegenüber Schmidt verargumentiert hat, dass das Tool nur "die langfristige Untergrenze ausweist": Gegenüber der VZ-Familie, die 11,5 Millionen Mitglieder umfasst, ist das in jedem Fall eine eher überschaubare Zahl.
Um aufzuholen, setzt das US-Network derzeit stark auf persönliche Präsenz. Neben Presseauftritten und einem Vortrag an der Technischen Universität Berlin , startete Zuckerberg offiziell die Marketingaktion 'Facebook For Good: Erzähl Deine Geschichte'. Wie berichtet, sollen echte Facebook-Nutzer Kommilitonen und Freunde werben, damit sie Mitglied bei dem Social Network werden.
Weiterer Teil der Offensive ist eine weltweite Kooperation mit der spanischen Telefónica und ihren Tochterunternehmen. Für Deutschland ist der Mobilfunker O2 Partner des Sozialen Netzwerks. Direkt aus dem Handy heraus sollen die 171 Millionen Telefonica-Kunden direkt auf Facebook zugreifen können. Angesichts der eher jungen und mobiltelefon-affinen Zielgruppe von Facebook ist das ein strategisch wichtiger, weil zukunftsweisender Schritt. Das Business-Netzwerk Xing beispielsweise bietet seit einiger Zeit mit dem 'Xing Mobile Launcher' einn Mobilzugang per Handy, Blackberry und PDA an.
Hauptgegner von Zuckerberg ist StudiVZ und seine Schwesternetzwerke SchülerVZ und MeinVZ . Die haben in Deutschland zwar insgesamt 11,5 Millionen Nutzer, aber das schreckt den Facebook-Gründer nicht: "StudiVZ wächst linear, wir wachsen exponentiell", argumentiert Zuckerberg gegenüber Spiegel Online .
Die Holtzbrinck-Töchter geben sich betont gelassen: "Wir lassen unsere Zahlen für uns sprechen", so StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen gegenüber iBusiness. Angst jedenfalls habe man vor Facebook nicht. Im Mobilbereich sei man aktuell noch in Gesprächen mit den Telcos, derzeit sei aber noch nichts spruchreif.
Facebook hatte zuvor monatelang versucht, StudiVZ zu kaufen. Allerdings hatte Holzbrinck ein Vielfaches seiner 85-Millionen-Investition verlangt. Entsprechend kam der Deal nicht zustande, dafür flatterte StudiVZ im Sommer eine Klage von Facebook ins Haus. Vorwurf: StudiVZ hätte Design, Features und Dienste von Facebook kopiert. Der Rechtsstreit ist noch bei einem kalifornischen Gericht anhängig.
Am: 08.10.2008
Zu: Facebook will Marktführer in Deutschland werden
