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Apple ändert mit iAds alles. Wieder einmal.
05.08.2010 Smartphones waren ein Spielzeug für Manager. Bis das iPhone kam. Mobiles Internet hat niemanden interessiert. Bis der App Store kam. Und der Markt für Mobile Advertising stagniert. Bis iAds kommt.
Knapp 100 Millionen mobile Endgeräte mit iPhone-Betriebssystem (iPhone, iPod touch, iPad) sind laut Apple bereits weltweit im Umlauf, wovon der Löwenanteil wohl auf das iPhone entfallen dürfte. Aus gutem Grund. Denn das iPhone ist ein kleiner mobiler Alleskönner. Zumindest im Vergleich zu den meisten anderen Smartphones, die bis zum Marktstart vom iPhone vor rund drei Jahren im Umlauf waren. Denn die Feature-Phones von Nokia oder Blackberrys aus dem Hause Research in Motion waren vielleicht gute EMail-Maschinen. Spaß machte aber mobiles Internet damit nicht. Weswegen auch heute fast schon jedes 80-Euro-Handy über einen 3,5-Zoll-Touchscreen verfügt.
Mit dem Start des App Store im Sommer 2008 hat Apple zudem die mobile Mediennutzung entscheidend beeinflusst. Galt vor Jahren noch die mobile E-Mail als die Killer-Anwendung für mobile Endgeräte, so heißt das Zauberwort nun Smartphone-App. iPhone-Nutzer gehen nach ihrem Selbstverständnis nicht mobil ins Internet, sondern starten Apps (auch wenn im Hintergrund der Datenabgleich natürlich via Internet erfolgt). Damit Publisher, Händler und Marken ihre Zielgruppe auf mobilen Endgeräten erreichen, sind daher Mini-Anwendungen nötig, die Nutzer im Idealfall direkt auf dem Homescreen ihres Endgeräts verankern: sei es auf dem iPhone, einem Android -Device oder einem Blackberry. Kein Wunder daher, dass inzwischen jeder namhafte Handy-Hersteller einen eigenen App Store anbietet. Und damit den Trend zur Appconomy befeuert. Auch wenn kurioserweise immer mehr Apps aus Frames mit eingebetteten mobilen Internetseiten bestehen.
Die Erfolgsgeschichten von iPhone und App Store jedoch zeigen: Es wäre blauäugig zu glauben, dass Apple nicht auch mit iAds den mobilen Werbemarkt umkrempeln wird. Denn Banner-Werbung auf mobilen Internetseiten oder in Smartphone-Apps nervt schnell, da sie a) keine oder nutzlose Informationen liefert und b) im unpassenden Moment c) auf meinem persönlichen Endgerät erscheint. Schließlich will ich nicht, dass ein Twitter-Client aktuelle Tweets im Schneckentempo zeigt, nur weil zeitgleich ein Werbebanner von Admob lädt. Dessen Botschaft zu allem Überfluss dann auch noch darin besteht, mir auf meinem iPhone den Kauf eines gebrauchten iPhone 3GS ans Herz zu legen (so viel zum Thema Endgeräte-Targeting).
Ich bin fest davon überzeugt: Dank iAds wird Mobile Advertising für Nutzer künftig immer relevanter. Allein schon, weil Apple mittels Targeting zielgenauere Botschaften aussenden kann als die Konkurrenz. So lässt sich beispielsweise Werbung für ein neues Album der Rolling Stones nur an diejenigen iPhone-Nutzer ausliefern, die Songs der Band bereits einmal über iTunes gekauft haben. Für Fans wie mich eine tolle Sache: wenn dann neben der bloßen Marketing-Botschaft auch aktuelle Sound-Schnipsel oder Videos der Studio-Sessions zu bestaunen wären. Denn der nervige Werbebanner wird auf diese Weise im Idealfall zu wertvollem Content. Und insofern ändert Apple mit iAds tatsächlich alles. Wieder einmal.
