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Google investiert eine Milliarde Euro in deutsche Cloud-Regionen

01.09.2021 Google Deutschland bezeichnet es als sein "bisher wichtigstes Investitionsprogramm". Der Konzern baut an Standorten im hessischen Hanau und Berlin-Brandenburg zwei neue Rechenzentren für seine Cloud-Infrastruktur und investiert dafür bis 2030 rund eine Milliarde Euro. Auch in Projekte für erneuerbare Energie fließt Geld.

 (Bild: Google Deutschland)
Bild: Google Deutschland
Der US-Konzern will mit den Investitionen sein Cloud-Geschäft deutlich ausbauen und damit nach eigenen Angaben "die wachsende Nachfrage nach Google Cloud-Diensten in Deutschland bedienen", wie es in einem Blogpost   heißt. Die Cloud-Sparte des US-Riesen soll nach den Plänen von Google  -Chef Sundar Pichai zu einer wichtigen Ertragssäule werden, hat bislang jedoch nur Verluste angehäuft. Mit dem Ausbau in Hessen und dem Aufbau einer zweiten Cloud-Region in Berlin-Brandenburg will Google auch den Konkurrenten Amazon Web Services   und Microsoft   Marktanteile wegnehmen.

Insgesamt besteht das Google-Netzwerk aus mittlerweile 27 Google Cloud-Regionen auf der ganzen Welt. Um das Cloud-Geschäft in Deutschland voranzutreiben, hatte der Internetkonzern im Oktober 2020 Daniel Holz, den Deutschland-Geschäftsführer vom Softwareriesen SAP abgeworben  . Er verantwortet seitdem das Cloud-Geschäft von Google in Deutschland und Zentraleuropa.

Die neue vierstöckige Anlage im hessischen Hanau, rund 20 Kilometer vom DE-CIX Internet-Knotenpunkt entfernt, ist 10.000 Quadratmeter groß und soll bereits 2022 voll betriebsbereit sein. Wann die geplante Anlage für die neue Cloud-Region Berlin-Brandenburg fertiggestellt werden soll, gab Google nicht bekannt. Sie fokussiert sich auf Unternehmensdienste und -produkte. Sie soll der deutschen Kundschaft zusätzliche Optionen etwa in Bezug auf Disaster Recovery bieten und Unternehmen und Institutionen ermöglichen, ihre Produkte und Services zuverlässiger und mit geringeren Latenzzeiten bereitstellen zu können. Zu den Kunden von Google gehören BMG, Delivery Hero, ARD, Deutsche Börse, E.ON, Käser, MediaMarktSaturn, Metro, Otto Group, Tchibo und die Deutsche Bank.

Die Energie für die beiden neuen Rechenzentren soll nach Angaben von Google aus CO2-freien Quellen stammen. Energiepartner Engie Deutschland   werde dafür in den kommenden Jahren mehr als 140 Megawatt (MW) an Solar- und Windenergie ins deutsche Netz einspeisen.

PolitikerInnen beider Regionen begrüßen die Google-Pläne: "Ich freue mich, dass Google die zwei wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit - Klimaschutz und Digitalisierung - hier in Berlin in den Mittelpunkt stellt", sagt Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin. "Mit seinen Investitionen unterstützt das Unternehmen die digitale und ökologische Transformation der Wirtschaft in der Hauptstadt. Politik braucht starke Partner, um den Digitalstandort Berlin-Brandenburg weiter zu stärken und nachhaltig zu entwickeln."

Tarek Al-Wazir, der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, erklärt: "Für Hessen ist die IT-Branche ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor und die Investitionen von Google Deutschland in Hessen zeigen, dass wir zudem ein attraktiver Standort für die IT-Branche sind. Dass Google Energieeffizienz und Erneuerbare Energien mitdenkt, halte ich für unumgänglich: Server-Farmen und Rechenzentren benötigen äußerst viel Energie - deshalb muss IT so energieeffizient wie möglich sein und immer effizienter werden." Wenn der benötigte Strom dazu aus Erneuerbaren Energien komme, mache das den zunehmenden Datenverkehr und die hohen Rechenleistungen klimafreundlich.

Google Deutschland ist vor 20 Jahren gestartet und hat heute vier Standorte in Deutschland (Berlin, Frankfurt, Hamburg, München) mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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