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3D-Druck: Noch weit entfernt vom Boom

23.10.2015 Die 3D-Drucktechnik ist da, doch das allein garantiert noch nicht ihren Durchbruch am Endverbrauchermarkt. Die beste Technik nutzt wenig, wenn der Kunde nicht vom Endprodukt überzeugt ist oder ein wenig geeignetes Segment angesprochen wird.

Susan Rönisch
Man kennt 3D-Druck - aber zwischen kennen und kaufen besteht ein großer Unterschied. Sein großes Problem ist das Fehlen einer sinnvollen Endnutzeranwendung jenseits der Bastler- und Technik-Geek-Fraktionen. Eigenbedarf dürfte nur bei Bastlern bestehen - bei Menschen, die sowieso gerne tüfteln und selber machen und sich mit einem 3D-Drucker Zubehör für ihre Passion ausdrucken: Selbstgedruckte Zusatzteile für Modelleisenbahnen; auch vergriffene Ersatzteile für den Oldtimer mögen in Zukunft noch angehen. Aber schon letztere wird man sich eher bei der mit 3D-Printer ausgerüsteten Werkstatt ausdrucken lassen - weil man vermutlich das nötige superfest aushärtende Druckmaterial für den auszudruckenden Kolbenring auf absehbare Zeit nicht im Bastlerbedarf wird kaufen können. Genau da wird 3D-Druck sein Zuhause haben: Er wird Herstellern und Dienstleistern erlauben, ihren Kunden zusätzliche Services anzubieten.

Den Mainstream wird der 3D-Drucker nur erobern können, wenn sich seine Entwickler clevere Anwendungen ausdenken und diese richtig vermarkten. Davon sind sie aber noch weit entfernt. Deshalb wird der 3D-Druckmarkt erst einmal im B2B-Bereich bleiben. Aber auch dort wird der 3D-Druck nicht das Allheilmittel. Denn für die Industrie ist der 3D-Druck nichts Neues. Schon seit Jahrzehnten werden dort Modelle künftiger Produkte von einem 3D-Drucker oder einer ähnlichen Technik zu Anschauungszwecken hergestellt. Mehr ist großflächig selten zu entdecken.
Thema:

3D-Druck: Fünf Geschäftsmodelle für die abgesagte Revolution

Noch immer wird der 3D-Druck-Boom prognostiziert. Doch de facto lässt die Technik den Endnutzer kalt. Aber anders herum wird ein Schuh draus: Shops und Dienstleister können lukrative Nischen besetzen, indem sie 3D-Druck als Service anbieten.

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Conrad 3D-Druck in der Filiale (Bild: Conrad)
Bild: Conrad
Conrad 3D-Druck in der Filiale

Kommentar von Susan Rönisch

3D-Druck: Noch weit entfernt vom Boom

Die 3D-Drucktechnik ist da, doch das allein garantiert noch nicht ihren Durchbruch am Endverbrauchermarkt. Die beste Technik nutzt wenig, wenn der Kunde nicht vom Endprodukt überzeugt ist oder ein wenig geeignetes Segment angesprochen wird.

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Susan Rönisch (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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Von: Ulf Froitzheim ,  UJF.biz
Am: 26.10.2015

Zu: 3D-Druck: Noch weit entfernt vom Boom

An die Sache mit dem Service glaube ich nicht so recht. Wenn Kunden alte Geräte mit 3D-gedruckten Plastikteilen noch mal herrichten könnten, kaufen sie kein neues Gerät. Die Lebensdauer-Verlängerung ist nicht im Interesse von Unternehmen, die ihre Produkte gezielt auf Verschleiß binnen x Jahren hin konstruieren – und auch nicht in dem ihrer Handelspartner. Man stelle sich bloß mal vor, ich hätte meinen 12 Jahre alten, mit einer Sollbruchstelle am Patronenwagen ausgestatteten DIN A3-2D-Drucker mittels eines 5-Euro-Teils reparieren können, statt für 200 Euro einen neuen Drucker zu kaufen!
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