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Warum Gender-Social-Networks für Marketer Sinn machen

04.09.2008 Frauen kommunizieren anders als Männer, auch im Internet - bestätigt eine aktuelle Studie. Daher sind besonders im kommunikationslastigen Web 2.0 speziell auf das Geschlecht abgestimmte Angebote vielversprechend.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Frauen sind im Internet und dort speziell in Social Networks und Communities gerne unter ihresgleichen. Das hat jetzt eine Umfrage unter knapp 1.400 Nutzerinnen des Online-Portals Erdbeerlounge.de   ergeben. Den Austausch mit anderen Frauen wünschen 70 Prozent der Nutzerinnen. Ständige Flirtversuche von Männern empfinden 20 Prozent der Nutzerinnen auf Lifestyle-Angeboten sogar als lästig.

Deshalb stehen Online-Angebote, die nur für Frauen sind, bei zahlreichen deutschen Anwenderinnen und bei immer mehr Anbietern hoch im Kurs. "Wenn sie sich fast ausschließlich unter Geschlechtsgenossinnen wähnen, können sie offener miteinander diskutieren", kann Mareen Günther , Chefredakteurin von Erdbeerlounge, bestätigen. Lediglich zehn Prozent der Frauen empfinden die Anwesenheit von Männern in Online-Communities als nicht störend. Zwar können sich auch Männer beim Frauen-Portal anmelden, sagt Günther im Gespräch mit iBusiness, aber "nur wenn sie sich gut benehmen". Daher schauen die Verantwortlichen bei der Erdbeerlounge den Herren der Schöpfung besonders genau auf die Finger.

Sinn machen Gender-Angebote im Wesentlichen innerhalb eines Special-Interest-Bereiches. In den großen Social Networks wie StudiVZ  , MySpace   und Co. beispielsweise, kommen die Nutzer hauptsächlich zum Networking zusammen. In speziellen Frauen-Communities, die gemeinhin mit wesentlich mehr externem Content aufwarten, "wollen die Nutzerinnen vor allem diesen Content konsumieren und sich dann darüber austauschen", verdeutlicht Günther den Unterschied.

So gibt es beispielsweise beim Business-Netzwerk Xing   speziell auf die Interessen der weiblichen Mitglieder abgestimmte Gruppen, in denen Frauen zielgerichtetes Business-Networking betreiben und untereinander Meinungen, Erfahrungen und Branchenwissen diskutieren können. So etwa der 'Women Entrepreneur Club' mit 2.700 Mitgliedern oder die Gruppe 'Powerfrauen' mit 1.300 Mitgliedern. "Oft handelt es sich dabei um Netzwerke, die ihre Verbandsarbeit über die Xing-Plattform professionell organisieren", erklärt Unternehmenssprecher Patrick Möller im Gespräch mit iBusiness.

Diesen Zustand bestätigen auch die Experten der US-amerikanischen Online-Marketing-Agentur Rapleaf   bei einer Untersuchung von 49,3 Millionen Nutzerdaten in den Social Networks Facebook  , Linkedin    und Co. Die Dominanz der Nutzung der Social Networks Frauen zeigt sich vor allem in den Altersgruppen zwischen 14 bis 17 und 18 bis 24, wie iBusiness berichtete. Danach verlaufen die Kurven der Nutzung nach Geschlecht annähernd deckungsgleich. Insgesamt den stärksten Zuspruch haben soziale Netzwerke bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren. Vor allem Facebook ist ein regelrechtes Frauennetzwerk. In der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen sind weibliche Nutzer mit 1,7 Millionen Profilen fast das Doppelte stärker vertreten, als die Männer (977.753 Nutzer).

Die weibliche Dominanz zeigt sich nicht nur bei den Nutzerzahlen, sondern wird auch durch Anzahl der Freunde in einem sozialen Netzwerk unterstrichen. Unabhängig vom Alter sind Frauen in Social Networks aktiver. Die bestimmende Altersgruppe sind auch hier wieder die 18 bis 24-Jährigen. Im Durchschnitt haben die Nutzer eines Social Networks zwischen zwei und 25 Freunden auf ihrer Buddylist.



Die Top 10 der größten Frauen-Portale
PortalReichweite in %Unique User in Mio.Rang bei AGOFVermarkter
goFeminin.de4,61,946Interactive Media
Brigitte.de1,70,7194G+J EMS
Glamour0,50,2192Tomorrow Focus
freundin Online0,40,16212Quality Channel
Womanweb0,40,14163cm Codex Media
Vogue.com0,20,09279Quality Channel
Amica Online0,20,09289Tomorrow Focus
Elle Online0,20,07316Tomorrow Focus
Cosmopolitan0,10,04362cm Codex Media
BYM.de0,10,03399G+J EMS

Quelle: AGOF Internet-Facts I/2008

So hat sich beispielsweise die ProSiebenSat.1-Gruppe das frauliches Internet-Angebot, Fem.com  , zugelegt. "Mit dem Frauen-Portal Fem.com schließen wir eine wichtige Lücke im Internet-Angebot der ProSiebenSat.1 Group, da die Zielgruppe sowohl im Internet wie auch im Fernsehen essentiell ist", begründet Dr. Marcus Englert , Vorstand New Media und Diversifikation der ProSiebenSat.1 Media AG  , den Zukauf.

Fem.com ist neben dem Regionalnetzwerk Lokalisten   das zweite Social Network des Medienkonzerns. Das Medienunternehmen möchte Fem.com mittelfristig als eines der führenden Frauennetzwerke in Europa zu positionieren. Deshalb geht noch in diesem Jahr das Portal in weiteren europäischen Ländern an den Start. Fem.com bündelt rund 20 Internetseiten für die weibliche Zielgruppe. zu den Themen Beauty, Fashion, Lifestyle, Stars, Musik bis hin zu Liebe und Partnerschaft. Benchmark an dem sich Englert messen lassen will, ist das US-Frauen-Portal Glam.com.

Glam.com ist eine bei der Fashion- und Lifestyle-Community, an der seit einem halben Jahr das Medienhauses Burda   beteiligt ist. Wie iBusiness berichtete, bündelt und vernetzt das Unternehmen auf dieser Plattform über 450 Online-Publisher und Communities und vermarktet diese Zielgruppen an Markenunternehmen aus der Konsumgüter- und Lifestyle-Industrie.

Mittlerweile sind Social Networks ein fester Bestandteil der Internet-Strategie bei ProSiebenSat1 geworden und weitere Zukäufe schließt das Unternehmen nicht aus. "In absehbarer Zeit stehen zwar keine Zukäufe weiterer Netzwerk-Plattformen an, aber wir sind jederzeit dafür offen, neue Netzwerke in unser Internet-Angebot zu integrieren", skizziert Unternehmenssprecher Julian Geist die Perspektiven.

Thema: Warum Gender-Social-Networks für Marketer Sinn machen

Kommentar von Olaf Groß

Wenn Frauen keine Männer wollen

Männer stören Frauen bei ihrer webzwonulligen Unterhaltung. Klar und deutlich sagen die Damen, dass ihnen Männer in der Anonymität des Internet zu aufdringlich sind. Dabei nutzen auch Männer die Frauen-Portale. Natürlich nur, um sich über die Themen zu informieren, die die Frauen interessieren.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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