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Fachkräftemangel: Unternehmen sehen sich selbst in Zugzwang
25.03.2008 71 Prozent der Unternehmen in Deutschland beklagen einen Mangel an Fach- und Führungskräften. Zur Überwindung des Problems sieht die Mehrheit der Unternehmen sich selbst in der Pflicht. Auch Branchenverbände haben sich mit Lösungsstrategien für dieses Problem beschäftigt.
Der Fachkräftemangel in Deutschland hindere Unternehmen an deren Wachstum, beklagt Frank Hensgens , Vorstand der Stepstone Deutschland AG: "Wir sprechen hier nicht über eine temporäre Angelegenheit. Unternehmen, die sich heute nicht darauf einstellen, werden morgen vor schwerwiegenden Problemen stehen." Ermutigend sei allerdings, dass viele Unternehmen erkannt hätten, dass sie selbst mehr zur Überwindung des Problems beitragen müssten. "Hier sind vor allem kleine und mittelständische Betriebe gefragt, als starke Arbeitgebermarke auf sich aufmerksam zu machen", fordert Hensgens.
Besonders gefragt sind nach Auskunft der Unternehmen vor allem Ingenieure (43 Prozent), IT-Fachkräfte (32 Prozent), Vertriebsexperten (25 Prozent) sowie Fachpersonal in Forschung und Wissenschaft (11 Prozent).
An der Stepstone-Befragung nahmen 1609 personalpolitische Entscheider aus kleinen und mittleren Unternehmen sowie Konzernen teil. Hier handelte es sich in erster Linie um HR-Verantwortliche (29 Prozent), Geschäftsführer (22 Prozent) sowie Personalberater (19 Prozent).
Bereits Ende vergangenen Jahres hatte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) seine virtuelle Akademie der digitalen Wirtschaft eröffnet, um den akuten Fachkräftemangel in der Interaktiv-Branche zu bekämpfen. Experten aus den einzelnen Fachgruppen definieren den genauen Bedarf in den einzelnen Branchensegmenten gemeinsam mit den HR-Managern der jeweiligen Unternehmen. Daraus werden Weiterbildungsangebote entwickelt, die dann durch die im BVDW vereinten Bildungsträger angeboten werden (iBusiness berichtete). Kooperationspartner sind die Bayerische Akademie für Werbung und Marketing (BAW) , die Berliner Cimdata Medienakademie , die nordrhein-westfälische Dialog Akademie , die auf Technik und Wirtschaft spezialisierte Hochschule Karlsruhe , die Dekra Akademie und die Hamburger TeleLearn-Akademie .
Einen anderen Lösungsansatz sieht der Verband IT-Mittelstand (VDEB) in nicht-akademischen Fachkräften. So spricht sich der VDEB strikt gegen das Hinzuziehen ausländischer Fachkräfte aus. "Vielmehr ist auf die Weiter-Qualifizierung von inländischen und europäischen IT-Fachkräften zu setzen und das bestehende Potenzial systematisch weiter auszubauen", fordert Dr. Oliver Grün , Vorsitzender des VDEB. Besonders das Potenzial nicht-akademischer Fachkräfte müsse intensiver ausgeschöpft werden, zum Beispiel durch das Beseitigen von Bildungsbarrieren, damit sie über Weiterqualifizierung Zugang zu akademischen Abschlüssen erhielten. Weiterhin könne auch die Fortbildung zum IT-Professional von den IHKs zu den Fachhochschulen verlagert, und so ein Ausbau zum Bachelor-Abschluss geboten werden.
