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Wie Künstliche Intelligenz die Werbekosten senkt - und Wimbledon attraktiver macht
09.07.2024 Immer mehr Unternehmen zeigen, wie KI erfolgreich im Marketing eingesetzt werden kann. Ob für Sportfans oder KinobesucherInnen - wenn es darum geht, Big Data besser zu nutzen, ist KI inzwischen erste Wahl.
KI ist eben nicht da, um den Menschen zu ersetzen, das zeigt sich jedenfalls im Bereich Werbung immer deutlicher, sondern um ihm zu helfen. Künstliche Intelligenz macht nicht die Arbeit des Creative Directors, aber sie unterstützt die Marketing- und Campaign Manager. Ganz so wie andere Tools auch. Nur eben jetzt in anderen Bereichen. Und dabei immer wieder, wenn es um die Analyse von großen Datenmengen geht. KI ist der große Bruder von Big Data.
Verbesserungen lassen sich so mit Hilfe von Big Data-Analysen zum Beispiel im Sport erreichen. IBM macht sich derzeit als Hauptsponsor beim Tennisturnier in Wimbledon nützlich, indem das Unternehmen mittels seiner Künstlicher Intelligenz IBM Granite Geschichten zu jedem Spieler und zu jeder Spielerin auf Basis der während des Turniers einlaufenden Daten generiert - kombiniert mit historischen Daten aus der gesamten Karriere der SpielerInnen.
Und auch bei der derzeitigen Fußball-EM kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Die virtuellen Werbebanden werden in Echtzeit mit national angepassten Botschaften überblendet. Derzeit nur in China, den USA und Deutschland eingesetzt, hat die KI-Werbung das Potenzial, Sponsoring auf das nächste Personalisierungslevel zu heben. Früher sahen alle Menschen auf der Welt die gleiche Werbung in den Stadien, jetzt sehen sie die Claims in ihren Landessprachen und zusätzlich noch Werbung der nationalen Sponsoren von Veranstaltungen. Denkbar ist natürlich - vorausgesetzt die Technologie bewährt sich, spielt also das erwartete Geld durch vermehrte Umsätze ein - dass Werbung im Sport noch weiter herunter skaliert wird, auf regionale Ebene bis hin zu einzelnen, besonders lohnenden PLZ-Gebieten.
Der britischen Kinokette Odeon wiederum ist es gelungen, ihre Zielgruppen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz buchstäblich zu dezimieren - von 600 auf 60. Die massive Verschiebung im Filmmarkt hin zu Streamingdiensten hat in den letzten Jahren zu immer geringeren Marketingbudgets für neue Kinostarts geführt - was Kinobetreiber wie Odeon dazu trieb selber Werbung zu betreiben, um Publikum in ihre Abspielstätten zu führen. Nur: Das bisherige Keyword-Targeting auf Google erwies sich als zu kostspielig, da mit zu hohen Streuverlusten verbunden. Neue KI-Tools des Suchmaschinenkonzerns wie etwa Smart Bidding erlauben es Odeon jetzt aber, ihre First Party-Daten mit kontextuellen Inhalten wie Ort, Tag und Suchanfragen zu verknüpfen, um kaufkräftigere Zielgruppen zu umwerben, die an IMAX-Besuchen und einer Deluxe-Kinoerfahrung interessiert sind. Mit Erfolg: Smart Bidding reduzierte die Kosten pro Klick um 46 Prozent, während die Konversionsrate um 43 Prozent stieg.
Christian Gehl, iBusiness-Analyst
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