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Wer per Anhalter fahren will, braucht ein attraktives Bein

16.04.2014 Facebook schützt nicht nur seine Nutzer vor unrelevanten Inhalten, sondern Werbungtreibende vor unrentablen Kampagnen. Statt einer Reichweitendiskussion sollten Werber eine Qualitätsdebatte führen.

Dominik Grollmann, Redaktion iBusiness (Bild: Dominik Grollmann)
Bild: Dominik Grollmann
Dominik Grollmann, Redaktion iBusiness
Manche meinen, dass Tina Beuchler Facebook   erst richtig geadelt hat. Nur ein Kanal, der wirklich relevant ist, wird öffentlich gescholten. Schließlich geht es in Wahrheit darum, eine Stimmung zu erzeugen, die im folgenden Einkaufspoker einen Vorteil schafft. "Eigentlich brauchen wir euch gar nicht", war schon immer ein gutes Motto, wenn es um Mediakauf ging.

Man mag Beuchler aber auch gerne abnehmen, dass sie mit ihrer Facebook-Performance unzufrieden ist. Zumindest, wenn man Fanpages wie die von Kitkat betrachtet. Kaum resonanzfähige Inhalte, völlig unklare Zielgruppenansprache und - vor allem - total uninteressant. Höhepunkte sind Aktionen wie: "1.000 Likes oder wir essen diesen Hasen" (immerhin keinen Orang-Utan) mit denen Kitkat   kurz vor Ostern so etwas wie Interaktion regelrecht erbettelte. Oder erschreckend relevante Knüller wie die Kitkat Colada: "Have a Break. Have a Kitkat", steht dann im Post. "Have 2 cl cream. Have 4 cl coconut cream. Have 16 cl pinapple juice. Have a Kitkat Colade". Sowas teilt man doch gerne. Genau ein Kitkat-Fan hat das dann auch getan. 22.831.597 Fans nicht.

Wer sein Facebook-Marketing auf diesem Niveau betreibt, wird durch die jüngsten Verschärfungen des Algorithmus natürlich hart bestraft. Allerdings dürfte die Wirkung dieses Marketings auch zuvor schon nahe null gelegen haben. Nur wollte das halt keiner so genau wissen.

Am Ende schützt Facebook nicht nur seine Nutzer vor unrelevanten Inhalten, sondern Marketer auch vor schlechten Kampagnen. Wer bei Facebook kostenlos mitfahren will, kann das ja nach wie vor tun. Nur braucht er eben auch ein attraktives Bein. Alle anderen kaufen sich lieber ein Ticket.
Thema:

Sieben Strategien gegen den Facebook-Reichweitenschwund

Facebook-Postings erreichen immer weniger Nutzer: Selbst gute Seiten kommen mittels organischem Traffic inzwischen noch gerade mal auf eine Reichweite von fünf Prozent ihrer Fans. Sieben Zukunftsstrategien helfen gegen den Reichweitenschwund.

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'Have a Kitkat Colada' ist ein Posting, dass Facebook zu recht aussiebt - egal, wie teuer das Kokosnuss-Foto war. Denn es geht in der Timeline des Nutzer um Relevanz. Nicht um Reklame. (Bild: Nestle)
Bild: Nestle
'Have a Kitkat Colada' ist ein Posting, dass Facebook zu recht aussiebt - egal, wie teuer das Kokosnuss-Foto war. Denn es geht in der Timeline des Nutzer um Relevanz. Nicht um Reklame.

Kommentar von Dominik Grollmann

Wer per Anhalter fahren will, braucht ein attraktives Bein

Facebook schützt nicht nur seine Nutzer vor unrelevanten Inhalten, sondern Werbungtreibende vor unrentablen Kampagnen. Statt einer Reichweitendiskussion sollten Werber eine Qualitätsdebatte führen.

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Dominik Grollmann, Redaktion iBusiness (Dominik Grollmann)
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