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Studie ermittelt, wie Unternehmen erfolgreich Mitarbeiter per Social Media gewinnen

08.06.2011 Social Media ist für Unternehmen der beste Platz, um ausgebildete potenzielle Mitarbeiter, Young Professionals, zu gewinnen, so eine Studie der Professoren Ralph Sonntag von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden   und Peter M. Wald von der HTW Leipzig  . Daraus lassen sich sechs Handlungsempfehlungen ableiten für Social Media als Recruiting-Tool.

70 Prozent aller befragten Young Professionals gaben an, mindestens einmal am Tag Social Media als Informationsquelle zu nutzen. Im beruflichen Kontext greifen die Befragten vor allem auf Xing   zurück. 40 Prozent haben dieses Netzwerk bereits zu Bewerbungszwecken genutzt. Doch auch die Bedeutung von Facebook   nimmt zu. Wenn auch bislang nur acht Prozent auf diesem Weg eine Bewerbung abgegeben haben, so kann sich fast die Hälfte (47 Prozent) vorstellen, Facebook in Zukunft auch für berufliche Zwecke einzusetzen.

Klare Anforderungen an die Social-Media-Angebote von Unternehmen


Auch von den Kriterien, die über die Attraktivität des Social-Media-Angebotes eines Unternehmens entscheiden, haben die Befragten klare Vorstellungen: So erwarten sie vor allem
  • die zeitnahe Veröffentlichung aktueller Stellenangebote (80 Prozent),
  • die Darstellung von Karrieremöglichkeiten (70 Prozent) und
  • allgemeine Nachrichten zum Unternehmen (60 Prozent).
  • Knapp die Hälfte der Gruppe der Young Professionals legt zudem Wert auf Erfahrungsberichte von Mitarbeitern und Informationen zu Weiterbildungsangeboten.
  • 45 Prozent wünschten sich zudem Argumente, die für eine Bewerbung bei dem jeweiligen Unternehmen sprechen.

In einem weiteren Teil der Befragung konnten sich die Teilnehmer auch zu den generellen Faktoren äußern, anhand derer sich die Attraktivität eines potenziellen Arbeitgebers festmachen lässt. Wie die Ergebnisse zeigen, ist es den Young Professionals besonders wichtig, fordernde Aufgaben zu übernehmen. Auch flexible Arbeitszeiten sowie eine das ganze Berufsleben umfassende Karrierebegleitung sind für die Mehrheit der Befragten ein wichtiges Auswahlkriterium.

"Die Studie zeigt, dass Unternehmen nicht nur neue Wege gehen müssen, um potenzielle Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen. Sie müssen sich auch auf sich veränderte Anforderungen der Arbeitnehmer einstellen. Flexibilität und Familie werden immer wichtiger, der Wunsch nach einer kontinuierlichen, professionellen Karrierebegleitung wird häufiger geäußert", analysiert der Vorstand der auftraggebenden DIS AG  , Peter Blersch .

Daraus lassen sich laut den Studienautoren sechs Handlungsempfehlungen ableiten.
  1. Die befragten potenziellen Bewerber äußern klare Erwartungen an die Arbeitsstelle im Allgemeinen und die Anwendung von Social Media im Besonderen. Das Personalmanagement tut gut daran, hier mit entsprechenden Angeboten zum Dialog zu reagieren.
  2. Social Media birgt gerade hinsichtlich des Rekrutierungsprozesses sowohl Chancen als auch Risiken. Unternehmen können über spezifische auf Social Media gestützte Onboarding-Modelle klare Wettbewerbsvorteile erzielen.
  3. Facebook ist zurzeit die meist genutzte Social-Media-Plattform in Deutschland. Zahlreiche Unternehmen sind hier bereits mit eigenen Seiten vertreten, jedoch vor allem, um sich zu präsentieren. Zukünftig sollten Unternehmen Facebook aber auch zunehmend als Bewerbungs- beziehungsweise Rekrutierungsplattform betrachten.
  4. Der Einsatz von Social Media erhöht den Druck in Richtung neuer Formen zur Führung und Zusammenarbeit. Hier sollte möglichst früh mit entsprechenden Überlegungen begonnen werden (Vernetzung, Umgang mit Informationen, Mitarbeiterbeteiligung).
  5. Offensichtlich existiert ein Bedarf an Unterstützung und Beratung über die einzelne Arbeitsstelle beziehungsweise Position hinaus. Hier dürften spezialisierte Dienstleister oder Unternehmen, die den gesamten Mitarbeiter-Lebenszyklus berücksichtigen durchaus Chancen für neue Angebote erhalten.
  6. Die langfristige Begleitung von Arbeitnehmern beziehungsweise potenziellen Mitarbeitern in Form eines (individuellen) Coachings oder Mentorings könnte sich zukünftig als wichtiges Kriterium für die Entscheidung eines Bewerbers für ein Unternehmen erweisen. Ein gut durchdachtes Candidate-Relationship-Management könnte in diesem Zusammenhang
    zum Vorteil werden.
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