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Web-Skandal: WISO deckt Diebstahl von 56.000 Datensätzen bei PwC auf
04.09.2008 Vor dem Datenschutzgipfel finden Nutzer eine E-Mail der WISO-Redaktion in ihren Postfächern, die sie auffordert ihre Passwörter zu ändern. Grund: Ein neuer massiver Fall von Datendiebstahl bei der Beratungsfirma PwC. Betroffen sind zehntausende E-Mail-Konten und Passwörter deutscher Internetnutzer - Kriminelle versuchten damit Schaden anzurichten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Datenschützer rufen seit längerem auf, mit der Preisgabe eigener Daten sehr vorsichtig zu sein. Datensparsamkeit sei das Gebot der Stunde, heißt es etwa beim Bielefelder Datenschutzverein Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs, FoeBud . Handeln die Verbraucher nach diesen Tipps konsequent, könnte die Wirtschaft im Falle E-Commerce schnell das Nachsehen haben, die Verbraucher sich von PayPal und Co abwenden. "Online-Banking ist nicht betroffen. Aber bei Diensten wie Click and Buy oder PayPal versuchten die Betrüger, sich mit der Kombination E-Mail-Adresse und gültiges Passwort anzumelden", so ZDF-Redakteur Michael Scheuch , der die Affäre für WISO ans Licht brachte. Am kommenden Montag wird der Beitrag ausgestrahlt.
Die Warnung der ZDF-Journalisten landete allerdings vielfach in den Spam-Ordnern der Nutzer. Zudem wurden in den Mails Teile der echten gehackten Passwörter benutzt. "Wir haben die Passwörter in verkürzter, daher sicherer Form dargestellt, damit die Betroffenen ihre Zugangsdaten dort ändern, wo sie diese Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort zur Identifikation einsetzen" begründet Michael Scheuch den Schritt gegenüber iBusiness.
Bei den gestohlenen Datensätzen handelt es sich um Daten aus einem Bewerberportal der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, PwC . PwC hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die Behörden informiert. PwC veranlasste nach eigenen Angaben seinen externen Serviceprovider umgehend zur Stilllegung der betroffenen Website. Denn die Hacker griffen eine externe Servicedatenbank für Jobsuchende an und stahlen dabei die Datenn. Diese von einem externen Serviceprovider betriebene Website diente "interessierten Nutzern zur vereinfachten Erstellung ihrer Bewerbung
bei PwC", so die Beratungsfirma. Die eigene Website sei aber nicht von dem Hacking betroffen. "Ebenfalls nicht von der
Attacke betroffen sind sämtliche Kunden- sowie alle übrigen Daten von Mitarbeitern und Bewerbern", so PwC in einer aktuellen Stellungnahme.
Damit zeigt sich erneut, auf welch tönernen Füßen das Vertrauen der Nutzer derzeit noch steht, da mit PayPal und anderen Diensten, beliebte E-Commerce-Anwender von den Folgen des Hackings betroffen sind.
