Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity sichtbar sein will, darf sich nicht auf die eigene Website verlassen. Denn KI-Systeme prüfen, was andere über eine Marke sagen - auf Fachportalen, Bewertungsplattformen, Vergleichsseiten, Reddit oder YouTube. Hier setzt GEO-PR an. Video-Podcast ansehen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Abruf exklusiv für Premium-Mitglieder

Fraud im E-Commerce: Mit welchen neuen Maschen Betrüger Sie um den Gewinn bringen

10.05.2016 Betrüger machen Onlinehändlern zunehmend das Leben schwer. Denn sie werden immer kreativer und wenden immer modernere Betrugsstrategien an. Der finanzielle Schaden für einzelne Shopbetreiber kann da schon mal in den sechsstelligen Bereich gehen, und das in nur einem Jahr. Welche Betrugsmaschen von Wettbewerber- wie von Kundenseite 2016 am gefährlichsten sind und wie Sie nicht in die Falle tappen oder zumindest den Schaden gering halten, zeigt die iBusiness-Analyse.

Die Methoden der Betrüger werden immer raffinierter und kreativer, denn die Täter profitieren vom gesammelten Erfahrungsschatz. (Bild: *sax/Flickr)
Bild: *sax/Flickr
Bild: *sax/Flickr unter Creative Commons Lizenz by
Die Methoden der Betrüger werden immer raffinierter und kreativer, denn die Täter profitieren vom gesammelten Erfahrungsschatz.

HANDLUNGSRELEVANZ

 
Operativ
Strategisch
Visionär
Technik
Medien
Wirtschaft
 
heute
morgen
übermorgen
Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Durch die Anonymität im Netz, online verfügbare Daten sowie Bezahloptionen wie Rechnung ist der Betrug zum unliebsamen Nebenprodukt des E-Commerce geworden.
Fast jedem Onlinehändler ist es mindestens schon einmal passiert: Er ist betrogen und um sein Geld gebracht worden. Mindestens 84 Prozent haben schon Betrug oder Betrugsversuche erlebt. Bei über der Hälfte ist die Zahl der Betrugsdelikte in den letzten fünf Jahren angestiegen, hat das Team des E-Commerce-Leitfaden   von Ibi Research an der Universität Regensburg herausgefunden. Mehr als drei Prozent des gesamten ECommerce-Umsatzes für 2014 ging durch Fraud verloren. Das zumindest sagt der Handelsverband Deutschland (HDE)  . Mit wachsender Tendenz: Jeder zweite Onlinehändler glaubt, dass der Betrug in den kommenden Jahren ansteigen wird. Vor allem bei Händlern mit hochpreisigen Artikeln lohnt sich der Diebstahl für die Kunden.


Immer neue Methoden ausdenken, um Sicherheitssysteme zu umgehen

"Der wachsende Erfolg des E-Commerce führt zwangsläufig zu einer Häufung von Betrugsfällen", glaubt auch Andreas Arlt, Bundesvorsitzender des Händlerbundes  . Laut dem Jahresbericht des Merchant Risk Council   erfinden sich Onlinebetrüger immer wieder neu und wenden immer modernere Betrugsstrategien an. Der Onlinebetrug ist im ständigen Wandel, da sich die Kriminellen immer neue Methoden ausdenken, um Sicherheitssysteme zu umgehen. Das macht es für Onlinehändler zu einer ständigen Herausforderung, den eigenen Onlineshop so sicher wie möglich zu gestalten. "Für Onlinehändler gilt es da, stets auf dem aktuellen Stand zu sein, um das Risiko möglichst gering zu halten." Hinzu kommt, dass mit der Professionalisierung des E-Commerce auch die Kriminellen immer besser organisiert und raffinierter werden. Die Menge an im Netz und in der Cloud gespeicherten Daten erhöht die Betrugsgefahr zusätzlich.

	Warum Onlinehändler Betrugspräventionstools einsetzen wollen - internationaler Vergleich
Warum Onlinehändler Betrugspräventionstools einsetzen wollen - internationaler Vergleich (Grafik: Ogone) Quelle: https://payment-services.ingenico.com/~/media/files/ogone%20white%20paper_a4_german%20v4.ashx
Deshalb wird es für Onlinehändler immer schwieriger und aufwändiger, sich flächendeckend zu schützen. Aus dem Grund gehen die deutschen Shopbetreiber laut einer Studie des Payment-Dienstleisters Ogone   im internationalen Vergleich besonders pragmatisch mit Betrugs-Prävention um. Die Entscheidung, ein Betrugsmanagement-Tool zu implementieren, basiert auf klaren Kosten-Nutzen-Analysen. Die deutschen Händler wägen den finanziellen Gewinn gegen die Kosten des eingesetzten Tools auf. Gewöhnlich sehen sie den finanziellen Gewinn eher in Relation zu den Rücklastschriften als in Relation auf den Betrug per se. Ganz leicht ist diese Rechnung aber nicht. Immerhin sagen 42 Prozent der Onlinehändler, dass das richtige Kosten-Nutzen-Verhältnis zu finden die größte Herausforderung beim Thema Betrug im Onlinehandel darstellt.

Um sich nicht zu verzetteln, sollten sich Shopbetreiber daher vor allem vor den gefährlichsten Betrügermaschen schützen. iBusiness hat die neuesten und aktuell wichtigsten Betrugsprobleme - sowohl von Kunden als auch von Wettbewerberseite - zusammengefasst und Tipps formuliert, wie Onlinehändler am besten dagegen vorgehen und sich schützen:


1. Fake-Onlineshops


	Online-Bezahlverfahren mit den meisten Betrugsfällen
Online-Bezahlverfahren mit den meisten Betrugsfällen (Grafik: Ibi Research) Quelle: http://www.ecommerce-leitfaden.de/betrug-und-betrugspraevention-im-online-handel.html
Das Problem:
Im April hat der Fall Thermomix   die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, der in Sachen Fake-Onlineshops eine neue Dimension erreicht: Betrüger haben massenweise unechte Onlineshops des Herstellers Vorwerk auf den Markt geworfen, die von der URL, vom Erscheinungsbild als auch von Nutzerbewertungen her wie ein Originalshop anmuten ließen. Sie boten die Luxusküchenmaschine, die eigentlich nur über Vertreter von Angesicht zu Angesicht verkauft wird, online für einige Hundert Euro günstiger an. Doch wer sie dort bestellt und per Vorkasse bezahlt hatte, bekam das Gerät nie zugeschickt.

Martina Lange, Trusted Shops (Bild: Trusted Shops)
Bild: Trusted Shops
Martina Lange, Trusted Shops

"Gelegentlich arbeiten diese Shops auch anfänglich sauber, liefern die Waren und erzeugen somit auch echte Kundenbewertungen", berichtet Martina Lange, Rechtsexpertin bei Trusted Shops  . "Erst nach einiger Zeit stellen die Shops unmittelbar die Lieferung ein und ziehen aber weiterhin das Geld neuer Bestellungen per Vorkasse ein." Nach ein paar weiteren Tagen ist der Shop dann offline und die Verantwortlichen untergetaucht. Ihre Verfolgung ist meist schwierig, denn die Server stehen oft im Ausland.

Zum Teil werden sogar die kompletten Webshops inklusive Impressum kopiert, sodass der Unterschied kaum ersichtlich ist. Die Beschwerden durch den Kunden erhalten dann oftmals die echten Shopbetreiber. Eine Ahnung davon, wie weit das Problem verbreitet ist, vermittelt die Webseite Watchlist Internet  , die zahlreiche Fake-Shops auflistet. Zwar sind die meisten älteren von ihnen inzwischen offline. Aber viele aktuelle Domains funktionieren noch immer.

Bedeutung für Onlinehändler:
Zwar wird hier unmittelbar vor allem der Kunde betrogen. Aber der Betrug fällt negativ auf die kopierte Shopmarke oder den Markenhersteller zurück.

Dringlichkeit des Problems: 3 von 5

Maßnahmen:
Ein Shopdesign verwenden, das sich nicht leicht kopieren lässt.


2. Pseudokauf


Marion Lanaro, Creditreform Boniversum (Bild: Creditreform)
Bild: Creditreform
Marion Lanaro, Creditreform Boniversum

Das Problem:
Pseudokäufe kommen vor allem bei spezialisierten Onlinehändlern vor. Sie heben den Konkurrenzkampf auf die nächste Stufe: Denn hier ist der Betrüger nicht der eigentliche Kunde, sondern ein Wettbewerber, der sich selbst einen Vorteil verschaffen will. Er bestellt auf Vorkasse alle vorrätigen Teile eines Modells, überweist das Geld dann aber nicht. Dadurch bleibt die Ware für einen bestimmten Zeitraum für den Verkauf gesperrt. "So verschafft er sich einen Vorteil, da der Kunde dieses Modell dann eventuell bei ihm kauft", sagt Marion Lanaro.

Bedeutung für Onlinehändler:

Dem Händler entsteht kein direkter Schaden, sondern er verpasst nur einige potenzielle Kunden, und hat dadurch einen indirekten Schaden. Da sich eine solche Strategie für den Wettbewerber nur lohnt, wenn die Auswahl an Shops, die dasselbe Produkt führen, klein ist, dürfte diese Masche nur selten angewendet werden.

Dringlichkeit des Problems: 2-3 von 5

Maßnahmen:
Regelbasierte Systeme, die erkennen, wenn von einem Modell eine höhere Stückzahl bestellt wird. Zusätzlich ist eine manuelle Beobachtung von auffälligen Bestellungen sinnvoll.


3. Phishing-Mails mit Konto-Übernahme


Das Problem:

Mark Steier, Wortfilter (Bild: Privat)
Bild: Privat
Mark Steier, Wortfilter

Phishing-Betrüger werden immer professioneller. Unter anderem Ebay-Händler erhalten häufig Phishing-Mails, vermeintlich vom Marktplatz selbst, die kaum von Original-EMails zu unterscheiden sind. Die Händler oder ihre Mitarbeiter werden unter einem Vorwand, etwa ein geöffneter Fall, dazu aufgefordert, auf einen Link zu klicken, der auf eine täuschend echte Login-Page führt. Haben sie dort ihr Passwort eingegeben, haben es auch die Betrüger und können nun das echte Konto übernehmen: "Sehr prominent ist gegenwärtig, dass sie die richtige Bankverbindung gegen das Konto einer ausländischen Bank tauschen", erzählt Mark Steier , Autor des ECommerce-Blogs Wortfilter.de  . So werden Vorauskasse-Zahlungen auf ein fremdes Konto geleitet.

Ebay habe zwar eine neue Funktion eingeführt, die Händler per E-Mail informieren soll, sobald die Kontodaten geändert werden. "Aber noch immer gibt es eine Konstellation, in der die Bankverbindung geändert werden kann, ohne dass der Händler eine Nachricht hierüber erhält." Die letzte Beschwerde über einen solchen Fall erreichte ihn in der ersten Mai-Woche.

Bedeutung für Onlinehändler:

Diese Art von Phishing-Betrug mit anschließender Übernahme des Kontos zieht nicht nur teure Zahlungsausfälle mit sich, sondern auch den Aufwand, die Änderungen wieder rückgängig zu machen, und den Imageschaden wieder auszubügeln.

Dringlichkeit des Problems: 4 von 5

Maßnahmen:
Webshop-Betreuer auf Marktplätzen sollten die Kommunikation ausschließlich über die Plattform, in dem Fall Ebay, abwickeln. Hierzu sollten sich die Mitarbeiter oder deren Händler direkt in ihr Konto einloggen und dort im Nachrichtensystem nach den Mitteilungen schauen. Erscheinen diese doch nicht, so handelt es sich mit Sicherheit um eine Phishing-Mail.


4. Gebotsabschirmung


Andreas Arlt, Händlerbund (Bild: Händlerbund)
Bild: Händlerbund
Andreas Arlt, Händlerbund

Das Problem:
Die Gebotsabschirmung tritt ausschließlich bei Auktionen auf und betrifft dementsprechend vor allem professionelle Ebay-Händler. "Geben Scheinbieter unrealistisch hohe Gebote ab, wird eine Auktion für potenzielle Käufer uninteressant", beschreibt Andreas Arlt. Wird nun ein solches Scheingebot kurz vor Ende der Auktion zurückgenommen, stürzt der Artikel auf den Preis des ersten Gebots ab, welches unter Umständen bei nur einem Bruchteil des Marktwerts liegt. Der Kaufvertrag kommt also viel günstiger zustande, als vom Onlinehändler zu erwarten war.

Bedeutung für Onlinehändler:
Die AGB von Ebay   besagen theoretisch, dass bei Gebotsabschirmung kein Kaufvertrag zustande kommt. "Käufer können Gebote nur zurücknehmen, wenn dazu ein berechtigter Grund vorliegt. Nach einer berechtigten Gebotsrücknahme kommt zwischen dem Nutzer, der nach Ablauf der Auktion aufgrund der Gebotsrücknahme wieder Höchstbietender ist und dem Verkäufer kein Vertrag zustande", sagt hier § 6 Nr. 7.

In der Praxis aber merken viele Ebay-Händler den Betrug gar nicht, weil sie den Auktionsverlauf nicht so detailliert nachverfolgen und am Ende nur das viel zu niedrige Ergebnis sehen. Auch muss man dem Nutzer erst einmal nachweisen, dass er keinen berechtigten Grund für seine Rücknahme hat.

Dringlichkeit des Problems: 3 von 5

Maßnahmen:
Auktionen regelmäßig überprüfen, um nachweisen zu können, dass es sich im konkreten Fall um eine Gebotsabschirmung handelt und kein Kaufvertrag zustande kommt. Auf der sicheren Seite ist man immer mit einem entsprechend hohen Mindestpreis.


5. Identitätsdiebstahl


Das Problem:
Lastschrift ist eine der unsichersten Zahlarten. Das nutzen Betrüger immer wieder aus. Mit geklauten Kontoinformationen shoppen sie bei verschiedenen Shops solange, bis es auffällt. "Auch öffentlich zugängliche Daten von Spendenkonten, etwa in Todesanzeigen, werden hierfür immer wieder missbraucht", erklärt Marion Lanaro aus der Geschäftsleitung der Creditreform Boniversum  .

Ähnlich schnell kann eine geklaute Kreditkarte - oder auch nur die notierte Nummer der Karte - für Käufe im Netz missbraucht werden. Und natürlich der Rechnungskauf lädt immer wieder Betrüger ein. Hier hat unter anderem Zalando   im großen Stil schlechte Erfahrungen gemacht. Mitte 2014 bis 2015 lieferte der Händler knapp 1.000 Bestellungen rund um Lebach im Saarland auf Rechnung aus. 627 davon, mit einer Rechnungssumme von zusammen 120.000 Euro, wurden nie bezahlt. Laut einem Bericht in der Welt   beschuldigt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken 46 Personen, von denen 41 in der Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge wohnten, nun aber zum Teil verschwunden sind.

Bedeutung für Onlinehändler:

Unmittelbarer Schaden durch Zahlungsausfälle. Zum Beispiel die Kosten von Zalando für die Anzahl der Zahlungsausfälle   im ersten Halbjahr 2015, die Inkasso-Forderungen nach sich ziehen, lagen in einstelliger Millionenhöhe.

Dringlichkeit des Problems: 5 von 5

Maßnahmen:

  • Lastschrift und Rechnung als Zahlungsmöglichkeit eventuell komplett streichen, zumindest aber bei Neukunden.
  • Device Fingerprinting, durch das man erkennen kann, wenn vom selben Endgerät immer wieder mit einem anderen Account bestellt wird, und daraufhin die Sperrung entsprechender Nutzer.


6. Warenbetrug


Das Problem:
Es kommt häufig vor, dass Kunden Waren online bestellen und dann aber angeben, dass das Produkt beschädigt wurde, dass Einzelteile fehlen oder kaputt sind oder dass die Ware gar nicht erst geliefert wurde. Dann fordern sie das bezahlte Geld zurück.

Eine Forschungsarbeit   von ehemaligen Paypal-Mitarbeitern hat sich genauer mit dem Thema auseinandergesetzt. Sie fanden heraus, dass die Täter keine systematischen Betrüger sind, sondern vielmehr die Anonymität des Internets nutzen, um einen eigenen Geldverlust oder sogar einen Betrug ihnen gegenüber zu kompensieren. Dementsprechend könne man sie relativ leicht verunsichern, indem man ihnen die Anonymität nimmt. In einem Test der Forscher konnte die Anzahl der Betrüger um 45 Prozent gesenkt werden, indem man sie wissen ließ, dass ihre IP-Adresse, ihr Computer und ihr Aufenthaltsort bekannt waren.

Bedeutung für Onlinehändler:

Die Forscher der Studie gehen davon aus, dass diese Schwindel-Käufe für 25 bis 50 Prozent aller Betrugsversuche im E-Commerce verantwortlich sind. Doch den Kunden den Betrug nachzuweisen, ist kaum möglich. Deshalb hat im Normalfall der Onlinehändler den Schaden.

Dringlichkeit des Problems: 4 von 5

Maßnahmen:
Lieferung nur mit versichertem Versand und genauer Paketverfolgung. "Problematisch ist jedoch, dass viele Sendungsverfolgungen nur lückenhaft dokumentieren und beispielsweise nicht beweisen, dass das Paket von Absender A zu Empfänger B gesendet wurde. Meist wird nur dokumentiert, dass irgendein Paket an irgendeinen Empfänger zugestellt wurde - ohne konkreten Personenbezug", berichtet Andreas Arlt. Händler sollten sich bei ihren Transportdienstleistern über die Möglichkeiten informieren.


Zusammengefasst: Die wichtigsten Maßnahmen zur Betrugsprävention

 	Gründe, warum Onlinehändler keine Maßnahmen zur Betrugsprävention anwenden
Gründe, warum Onlinehändler keine Maßnahmen zur Betrugsprävention anwenden (Grafik: Ibi Research) Quelle: http://www.ecommerce-leitfaden.de/betrug-und-betrugspraevention-im-online-handel.html
Durch die Anonymität im Netz, in der Cloud verfügbare Daten sowie Bezahloptionen wie Rechnung oder Kreditkarte wird der Betrug auch weiterhin ein unliebsames aber kaum zu vermeidendes Nebenprodukt des E-Commerce bleiben. Jeder Händler muss anhand seiner Betrugsrate und dem dadurch entstehenden Schaden individuell entscheiden, vor welchen Betrügereien und in welchem Maß er sich schützt. Unter Umständen lohnen sich professionelle Maßnahmen zur Betrugsprävention sogar gar nicht. Zumindest sagen die Händler, die darauf verzichten, zu 43 Prozent, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Maßnahmen zu schlecht sei. Im Auge behalten sollten aber auch sie das Thema - schließlich sind gerade sie die besonders leichten Opfer der Zukunft.

Der folgende Maßnahmenkatalog zeigt, welche Präventionsmaßnahmen sich besonders lohnen und für viele Händler zum Standard gehören sollten:
  • Professionelles Forderungsmanagement
  • Versicherung gegen Zahlungsausfall
  • Betrugspräventions-Tools, die Betrugsversuche automatisiert voraussagen, identifizieren und abwehren können
  • Anpassung der Zahlungsoptionen, Lastschrift und Rechnung als Zahlungsmöglichkeit eventuell komplett streichen, zumindest aber bei Neukunden
  • Fälschungssicheres Shopdesign verwenden
  • Für größere Shops: Fraud-Abteilung mit Betrugsspezialisten aufsetzen
  • Überprüfen der Verifikationsnummer bei Kreditkarten
  • Dem eigenen gesunden Menschenverstand trauen und danach handeln
Thema: Fraud im E-Commerce: Mit welchen neuen Maschen Betrüger Sie um den Gewinn bringen

Kommentar von Verena Gründel

Augen auf im E-Commerce

Big Data und Analyse-Tools hin oder her. Wer wachsam ist, erkennt auch ohne Technik verdächtiges Verhalten vermeintlicher Kunden.

Weiterlesen
Verena Gründel, iBusiness-Redakteurin (Privat)
Bild: Privat
Neuer Kommentar  Kommentare:
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: