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Logistik-Analyse: Der Kampf um die letzte Meile
30.08.2018 Steigende Kosten und schrumpfende Erträge bei wachsender Paketzahl belasten die Logistiker. Gewinnen wird derjenige, der künftig trotz wachsender Personalnot kundenfreundliche Auslieferung gewährleisten kann.
Die Deutsche Post versucht jetzt, die Paketströme kleinformatiger Sendungen vom Paketdienst in den regulären Briefverkehr umzuleiten. Per "Warenpost" können kleinformatige Sendungen mit einem Gewicht bis 1.000 Gramm nun über die reguläre Postzustellung versendet werden. Vorteil: Die Postboten sind ohnehin unterwegs. Was bislang einzeln durch den Paketboten zugestellt werden musste, soll künftig im ohnehin vorhandenen Briefkasten landen. Das spart Personal und Infrastruktur gleichermaßen.
Versandhändler können ab einer Mindestmenge von 200 Sendungen pro Jahr kleinformatige Sendungen per Warenpost versenden, ab 15.000 Sendungen bietet die DHL Sonderkonditionen an. Das neue Angebot lohnt sich für Versandhändler, deren Waren sich in Paketen mit einem Maß von 353 mm Länge, 250 mm Breite und 50 mm Höhe verpacken lassen. Ab 200 Sendungen können sie den Versandpreis ihrer Lieferungen auf 2,80 Euro pro Stück reduzieren. Außerdem profitieren sie von einer schnelleren Lieferung und der Möglichkeit einer Sendungsverfolgung.
Ole Nordhoff, CEO Post Deutschland & Mail International betont gegenüber dem Versandhausberater: "Mit der Warenpost kommen wir den Anforderungen von Geschäftskunden und kleineren Onlinehändlern nach einer schnellen und kostengünstigen Versandlösung inklusive Sendungsverfolgung im wachsenden E-Commerce nach." In Relation zum gesamten Paketmarkt ist der Anteil der Warenpost allerdings gering: Basierend auf einer repräsentativen Befragung des BEVH aus dem Jahr 2015 unter 40.000 Konsumenten lässt sich ein Volumen von knapp 120 Mio. Warensendungen pro Jahr in Deutschland identifizieren. Damit entspricht das Volumen der Warensendungen einem Anteil von 5,1 Prozent des Sendungsaufkommens im Paketmarkt bzw. 0,8 Prozent des Briefaufkommens, wie die Bundesnetzagentur errechnet hat.
Konkurrent Hermes wiederum versucht die Kosten über strategische Kooperationen in den Griff zu bekommen. Neben Partnern aus dem Einzelhandel bezieht Hermes jetzt auch Banken in sein Paketshop-Netz mit ein: Seit Mitte August kooperiert man mit der Sparda-Bank Berlin . An 13 Standorten können Bankkunden ab sofort Pakete verschicken und Online-Bestellungen empfangen. Zudem können die teilnehmenden Filialen als Abholpunkt für Online-Bestellungen genutzt werden.
Die Kooperation ist Teil eines ehrgeizigen Wachstumsplans, mit dem Hermes bis 2020 die Zahl der Paketshops - aktuell 15.000 - bundesweit um 30 Prozent erhöhen will. "Unsere Idealvorstellung ist ein Netz, bei dem der Kunde in Städten nicht mehr als fünf Minuten zur nächsten Annahmestelle gehen muss", erklärt Thomas Horst, Hermes-Geschäftsführer Sales. "Die Zustellung an der Haustür ist zeitaufwändig, teuer und verursacht Verkehr und Emissionen. Durch eine konsolidierte Zustellung an Paketshops hingegen könnten in kürzester Zeit deutlich mehr Pakete mit deutlich weniger Fahrten ausgeliefert werden."
Mit der Erweiterung seines Netzwerks will Hermes auch die Lücke zu DHL schließen, das mit 3.400 Pack- und 28.000 Abholstationen 2017 den Paketmarkt dominierte.
