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Studie: "Web 2.0 ist oberflächlich und verliert an Faszination"
20.11.2007 Starker Tobak für deutsche Web-2.0-Publisher: Laut einer aktuellen Befragung kritisieren deutsche Konsumenten nutzergenerierte Inhalte als "oberflächlich und nicht förderlich für die eigene Entwicklung". Und wegen fehlendem Tiefgang mache sich bei Internetnutzern im Web 2.0 zunehmend Enttäuschung breit. Weswegen die Studienautoren davor warnen, dass das Mitmach-Web an Faszination verliert.
Das Ergebnis: "Die Befragten kritisieren in überraschender Deutlichkeit die für das Web 2.0 typischen nutzergenerierten Inhalten als oberflächlich und nicht förderlich für die eigene Entwicklung", fasst Professor Peter Kruse , geschäftsführender Gesellschafter von Nextpractice, die Studie zusammen. Auch wenn das tatsächliche Konsumverhalten oft noch eine andere Sprache spreche, würden ihm zufolge Menschen verstärkt nach Medien suchen, "die sie dabei unterstützen, sich zurecht zu finden und Zusammenhänge zu verstehen."
Das könne Web 2.0 in seiner puren Form nicht leisten. Kruse: "Rundherum positiv schneiden nur Internet-Angebote ab, bei denen die Inhalte sorgfältig von einer Redaktion überarbeitet werden." Ohne angemessene Bewertungsmechanismen im Web 2.0 dagegen "ersticke das Internet" an der Masse der Informationen. Große Hilflosigkeit mache sich breit angesichts der schieren Menge der Inhalte. Und wegen fehlendem Tiefgang mache sich bei Konsumenten im Web 2.0 mittlerweile Enttäuschung breit.
Generell schätzen die Nutzer der Studie nach am Web 2.0 zwar, dass man sich aktiv einbringen und mit Gleichgesinnten vernetzen kann. Aber prominenten wie Youtube , Second Life und Blogs werden von den Konsumenten laut Netxpractice bereits in großer Distanz zu den persönlichen Wunschvorstellungen gesehen. "In der intuitiven Bewertung liegen diese Angebote bereits nah bei Boulevardpresse und Trash-TV", warnt Kruse. "Man schaut zwar hin, fragt sich aber gleichzeitig, warum man eigentlich noch hinschaut."
In letzter Konsequenz könnte die anfängliche Web-2.0-Euphorie und deren Auswirkung auf die Medienlandschaft laut Nextpractice sogar dazu führen, dass eine zweite Internet-Blase nun im Kopf des Nutzers und nicht wie beim ersten Mal an der Börse platzt. "Je mehr Menschen sich aktiv daran beteiligen, das Netz mit Inhalten zu fluten, desto wichtiger und gleichzeitig schwieriger wird es, etwas zu finden, dass man brauchen kann", mahnt Kruse. "Das Internet entwickelt sich zum Dinosaurier: großer Körper und zu kleines Hirn"
Laut Nextpractice verändern sich die Erwartungshaltungen der Nutzer in eine Richtung, die von den professionellen Medienmachern nicht hinreichend wahrgenommen und bedient wird. Nutzer wünschen sich angeblich Medien, die Vorzüge von professionellem Journalismus mit Web 2.0 verknüpfen. "Die Annahme, dass nur massentauglich sein kann, was auffallend oder leicht verdaulich ist, stimmt nicht mit den Wertepräferenzen der in der Studie befragten Konsumenten überein", argumentiert Kruse. "Das Mitmach-Web verliert an Faszination, der Hunger nach Qualität steigt."
Am: 20.11.2007
Zu: Studie: "Web 2.0 ist oberflächlich und verliert an Faszination"
Die Interviewten (150!?) haben offensichtlich nicht die Mechanismen, ranking, recommendations, community commitment,... fuer sich genutzt; was uns vermehrt im Web (mehr als jedes andere Medium zuvor), die Moeglichkeit gibt, wahre und relevante Information herauszufiltern.
