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Bankenstudie: So läuft es mit der Digitalen Transformation wirklich
22.09.2022 Eine aktuelle Studie zeigt, wie weit die Banken mit ihren Projekten rund üm digitale Transformation sind - und wie weit sie in der Lage sind, sich der Herausforderung durch Fintechs, Kryptowährungen und der wachsenden Inflation zu stellen.
Mit einer Entwicklung der Eigenkapitalrentabilität (RoE) auf 8,1 Prozent wird der Vorkrisenwert von 6,1 Prozent im Jahr 2019 weit übertroffen. Der positive Trend der Kosteneffizienz europäischer Banken beruht auf einem Zusammenspiel vielfältiger Faktoren. Auffällig ist ein starker Rückgang der Risikovorsorge in fast allen EU-Regionen, nicht zuletzt da die befürchtete Insolvenzwelle ausblieb. Nachdem die Risikovorsorge 2020 ein Rekordhoch erreichte (121,4 Prozent gegenüber dem Wert von 2019), fiel der Wert im Jahr 2021 insgesamt um 70,7 Prozent und damit unter Vorkrisenniveau.
Die Entwicklungen im Jahr 2021 zeigen, dass den europäischen Banken ein Wachstum ihrer Rentabilität gelungen ist. Neben der Steigerung des Provisionsertrags spielt dabei auch eine Produktportfoliooptimierung unter Rentabilitäts- und Effizienzgesichtspunkten eine tragende Rolle. Erfolgreiche Banken reduzieren die Produktvariantenvielfalt und fokussieren ergebnisstarke Komponenten. Bei den Erträgen zeigt sich eine substanzielle Steigerung des Provisionsertrags und der Handelserträge durch die Abkehr von kostenlosen Produkten und Services sowie die Durchsetzung von höheren Gebühren, unter anderem im Zahlungsverkehr, bei der Kontoführung oder im Wertpapierhandel.
Die insgesamt zunehmende Kosteneffizienz im europäischen Bankenmarkt und die Wirkung der umfangreichen Transformationsprozesse zeigen sich nicht zuletzt daran, dass sich der Anteil der Performer rasant gesteigert hat. Der Aufwand, den Banken betreiben müssen, um zum Performer (CIR <55%) zu werden, sinkt über die Jahre sukzessive. Waren in 2020 lediglich ein Viertel der Banken Performer, so sind es in 2021 bereits ein Drittel aller Banken.
Die Studie betont die Wichtigkeit einer kontinuierlichen Modernisierung von Digitalisierungsprozessen und der damit verbundenen Systeme: Die Ansprüche der KundInnen und damit auch die Anforderungen an die Banken haben sich nachhaltig verändert. Die Rufe nach neuen Technologien im Kontext Digital Banking werden lauter und die Akzeptanz für digitale Produkte steigt. Um die Effizienz zu steigern, empfehlen die Studienautoren das Datenmanagement zu professionalisieren, Prozesse zu digitalisieren, Organisationsstrukturen zu verschlanken und die IT-Architektur zu modernisieren.
Spezialbanken, darunter fallen Banken mit einem eingeschränkten Leistungsangebot in Bezug auf bestimmte Kundenkreise, Geschäftsfelder und Finanzprodukte, agieren durchschnittlich effizienter. Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus nehmen in Deutschland einen wachsenden Stellenwert ein. Im Hinblick auf die Einhaltung von ESG-Richtlinien, die Anlage- und Finanzierungskriterien sowie Transparenz gegenüber Kundinnen und Kunden erweisen sie sich als wegweisend. Dies spiegelt sich insbesondere am Zuwachs der Einlagen wider, der seit 2016 durchschnittlich 6 Prozent betrug. Zum Ende des Jahres 2021 belief sich das Volumen der Kundeneinlagen nachhaltiger Spezialbanken in Deutschland auf rund 45,8 Milliarden Euro, was etwa 10 Prozent des Gesamtvolumens der nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland entspricht.
Die Bankenstudie basiert auf der Analyse der Jahresabschlüsse von 122 europäischen Banken, die für den Zeitraum von 2013 bis 2021 erfasst wurden und unter Aufsicht der EZB oder den nationalen Aufsichtsbehörden stehen. Neben den Jahresabschlüssen wurden die Segmentberichte von 64 Banken analysiert.
