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Agenturen sind eine Investitionsgüterindustrie
27.05.2024 Wenn man sich vergegenwärtigt, was (Digital-)Agenturen im Kern sind, braucht man sich über die Ergebnisse des aktuellen Internetagentur-Rankings nicht zu wundern.
Wenn mir Medien, Lobbyisten und Politik (aus eigennütziger Agenda oder aus ehrlicher Überzeugung) die Geschichte vom Untergang des Hauses Deutschland erzählen - dann investiere ich nicht, sondern warte ab. Denn wir erinnern uns: Angst oder Gier - dazwischen bewegt sich die Wirtschaft. Seit 180 Jahren.
Wenn ich aber nicht investiere, kaufe ich keine Maschinen, entwickle keine neuen Produkte, schalte keine Werbekampagnen. Das ist zwar unsinnig (Sie und ich wissen: "antizyklisches Marketing" und so). Aber weil es alle tun, macht das der normale Unternehmensverantwortliche auch. "Cover your Ass" ist die Devise: Es ist schließlich in Deutschland noch nie jemand entlassen worden, weil er ebenso nichts getan hat wie alle anderen auch.
Deswegen wurden (und werden) Digital-Projekte auf die lange Bank geschoben - was wieder die Agenturen in ihren Umsätzen merken. Mit der traditionellen Ausnahme: Rationalisierungsinvestitionen gehen immer. Deswegen geht das Plattformgeschäft nach wie vor gut - Geschäftsprozesse zu digitalisieren spart Geld. Und das freut das Controlling, den Vorstand und die Aktionäre. Gerade in Krisenzeiten.
Das mit der digitalen Transformation, das hat ja auch Zeit, wenn es allen wieder besser geht. Und die Zukunft wieder rosig aussieht. Dann, so wette ich, werden die Agenturen wieder klagen, weil sie die ganzen hereinrollenden Aufträge mangels Fachkräften leider nicht abarbeiten können.
Aber das ist eine Geschichte für das kommende Jahr.
