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Corona und die Folgen

Corona führt zu Digitalisierungsschub bei Finanzgeschäften

11.10.2021 War früher der Kontowechsel aufwändig, so ist heute die neue Bankverbindung online nur wenige Klicks entfernt. Und immer mehr Bundesbürgerinnen und Bundesbürger wechseln häufiger ihre Hausbank.

 (Bild: Mohamed Hassan auf Pixabay)
Bild: Mohamed Hassan auf Pixabay
Rund die Hälfte (47 Prozent) geben an, schon einmal ihr hauptsächlich genutztes Girokonto gewechselt zu haben. Und fast drei Viertel (73 Prozent) von ihnen haben die Bankverbindung sogar bereits dreimal oder öfter geändert. Vor fünf Jahren war nicht einmal ein Viertel (23 Prozent) mit dem Hauptkonto umgezogen - und von ihnen hatten auch gerade einmal 26 Prozent drei Wechsel oder mehr angegeben. Das sind Ergebnisse aus dem heute veröffentlichten Studienbericht 'Digital Finance 2021' des Digitalverbands Bitkom  , für den 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt wurden.

"Online-Banken, Neo-Banken und FinTechs: Die Digitalisierung führt bei Finanzgeschäften zu einer breiteren Auswahl für die Kundinnen und Kunden. Und diese Möglichkeiten werden auch genutzt", sagt Kevin Hackl, Referent Digital Banking & Financial Services beim Bitkom. Diese Entwicklung dürfte sich mit noch höherem Tempo fortsetzen, auch weil in der Corona-Pandemie gerade auch viele Ältere mit dem Online-Banking den Einstieg in digitale Finanzgeschäfte gefunden hätten. Auch die Versicherungsbranche müsse sich auf einen Digitalisierungsschub einstellen. "Wer - wie die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger seine Geldangelegenheiten online regelt, der wird auch seine Versicherungen nicht mehr analog managen wollen. Dabei geht es nicht nur um einfachere und transparentere Produkte, sondern auch um digitale Vertriebswege über Plattformen, auf denen sich die Kunden vermehrt aufhalten", sagt Fabian Nadler, Bereichsleiter Digital Insurance & InsurTech.

Weitere Ergebnisse der Studie "Digital Finance 2021" sind:
  • Online-Banking ist inzwischen Standard: 8 von 10 (80 Prozent) nutzen das Online-Banking-Angebot ihrer Bank. Während der Corona-Pandemie ist vor allem der Anteil der älteren Online-Banking-Nutzenden ab 65 Jahre stark gestiegen, von 22 Prozent im Vorjahr auf nun 39 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 83 Prozent.
  • Die Marke rückt in den Hintergrund - die App wird wichtiger: Während nur 6 von 10 (60 Prozent) eine bekannte Marke bei der Auswahl ihrer Bank für sehr wichtig oder eher wichtig halten, achten 9 von 10 (86 Prozent) auf eine benutzerfreundliche Online-Banking-App und 7 von 10 (67 Prozent) auf eine breite Angebotspalette beim Online-Banking.
  • Digitalunternehmen gelten als Alternative: 43 Prozent können sich vorstellen, ein Girokonto bei einem Digitalunternehmen wie Amazon, Apple oder Google zu eröffnen. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 50 Prozent.
  • Videoberatung dürfte in Zukunft wichtiger werden: Aktuell haben sich erst 7 Prozent schon einmal per Videoanruf von ihrer Bank oder einem Finanzdienstleister beraten lassen. Aber mehr als drei Viertel (79 Prozent) waren mit der Beratung zufrieden - ein Rekordwert, der von keiner anderen Beratungsart erreicht wird.
  • Versicherungen und Banking könnten enger zusammenrücken: 6 von 10 (57 Prozent) Online-Banking-Nutzenden können sich vorstellen, ihre Versicherungsangelegenheiten direkt dort zu erledigen.
  • Bei Versicherungen liegt der analoge Abschluss vorne - noch: Drei Viertel (77 Prozent) haben schon einmal eine Versicherung auf traditionellem Weg analog abgeschlossen, aber die Hälfte (53 Prozent) auch bereits digital. Und: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) würde gerne mehr Versicherungen digital abschließen.
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