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EU-Kommission: "Neuer Schub für Online-Content"

von sr

07.01.2008 Film, Musik, Software: Nach Willen der EU-Kommission sollen jetzt Online-Publisher und Rechteinhaber "verbraucherfreundlichere Regeln" für die Nutzung von Online-Content entwickeln und diesen Markt damit "beträchtlich stärken".

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Die Europäische Kommission   will dem europäischen Markt für Online-Inhalte einen "neuen Schub" geben. Die EU-Kommission fordert daher Content-Anbieter, Telekom-Unternehmen und Internet-Diensteanbieter auf, enger zusammen zu arbeiten und mehr Inhalte online zur Verfügung zu stellen. "EU-Bürger sollen in den Genuss eines einfacheren und schnelleren Zugangs zu einer reichen Auswahl an Musik, TV-Programmen, Filmen oder Spielen via Internet und Handy kommen", argumentiert die Kommission.

Nach Einschätzung der Kommission könnte ein "wahrer Binnenmarkt ohne Grenzen" für kreative Online-Inhalte die Wettbewerbsfähigkeit von Europas Musik-, Film- und Spiele-Industrie "beträchtlich stärken" und die Umsätze der Content-Anbieter und Dienstleister bis 2010 vervierfachen. "Europas Inhalte-Branche leidet unter ihrer rechtlichen Zersplitterung, unter dem Mangel an klaren, verbraucherfreundlichen Regeln für den Zugang zu urheberrechtsgeschützten Online-Inhalten und unter ernsten Streitigkeiten der Beteiligten über grundlegende Belange wie Kopieabgaben und Privatkopien", warnt Viviane Reding , EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien.

Laut der Kommission gibt es vier wichtige bereichsübergreifende Herausforderungen, die Maßnahmen auf EU-Ebene erfordern:

  1. Verfügbarkeit kreativer Inhalte:
    Die Inhaber kreativer Inhalte sträuben sich manchmal dagegen, ihre Inhalte für eine Online-Verwertung zur Verfügung zu stellen. Zu den Gründen hierfür zählen die Angst vor illegalen Downloads und Online-Piraterie. Daher fordert die Kommission die Beteiligten dringend auf, innovative und kooperative Möglichkeiten zu finden, den Markt für Online-Inhalte zu nutzen.

  2. Gebietsübergreifende Lizenzen für kreative Inhalte:
    Im Internetist es möglich, Inhalte im gesamten EU-Binnenmarkt zur Verfügung zu stellen. Das Fehlen gebietsübergreifender Urheberrechtslizenzen - die die Nutzung der Inhalte in mehreren oder allen EU-Mitgliedstaaten erlauben würden - erschwert jedoch die Nutzung der Online-Dienste innerhalb Europas und des Vorteils von Größeneffekten.

  3. Interoperabilität und Transparenz von DRM-Systemen:
    DRM-Systeme sind eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Lang andauernde Diskussionen der Akteure haben bisher die Anwendung interoperabler und benutzerfreundlicher DRM-Lösungen verhindert. Die Kommission will daher einen Rahmen für die Transparenz von DRM-Systemen bezüglich Interoperabilität verschiedener DRM-Systeme festlegen.

  4. Legale Angebote und Piraterie:
    Piraterie ist nach wie vor ein zentrales Problem. Die Kommission beabsichtigt, Kooperationsverfahren ("Verhaltenskodex") zwischen Zugangs-/Diensteanbietern sowie Rechteinhabern und Verbrauchern anzuregen, um einen angemessenen Schutz urheberrechtlich geschützter Werke sicherzustellen.

Nach den Ergebnissen einer für die 25 EU-Staaten durchgeführten Studie der Kommission werden sich die Einnahmen aus Online-Inhalten bis 2010 mehr als vervierfachen (iBusiness berichtete).
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