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Der Google-Hammer: Die Such-Zeitenwende hat begonnen
06.11.2026 "Google schafft AI Overviews ab!" Die sozial-mediale Falschmeldung zeigt an, wie viel Veränderung nach Googles Börsen-Bauchlandung in der Luft liegt. Was echt kommt, wie Seiten reagieren müssen.
Die "Meldungen" über den KI-Exitus erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass Twitter die Posts inzwischen mit einem Hinweis auf den eher fragwürdigen Faktengehalt auszeichnet. Aber aber aber: Ein Körnchen Wahrheit steckt selbst in dieser mehr auf Wunsch als auf Wirklichkeit gebauten Behauptung. Denn Googles (temporärer) Aktiencrash und die skeptischen Blicke, die sich auf sein Suchmaschinen-Layout richten, sind Vorboten einer Zeitenwende. Das Ende der klassischen Such-Ära, schon oft ausgerufen, ist nun wirklich angekommen.
Die gute Nachricht: Alle können mitspielen
Google beerdige die AI Overviews nicht, Google baut sie zum Eingang in den AI Mode um, ist sich Gründer und Geschäftsführer von Sistrix , Johannes Beus , sicher. "Schritt für Schritt sorgt Google dafür, dass Nutzer aus den AI Overviews im AI Mode landen. Dazu kommen Anzeigen im AI Mode, die Google jetzt international ausrollt." Der Weg sei damit klar: "Der AI Mode ist das Zielbild, dem sich Google in den nächsten Jahren schrittweise annähern wird."Die große Verschiebung sieht Beus deshalb nicht zwischen Google und einem Konkurrenten wie ChatGPT , sondern innerhalb von Google: "Für Websites heißt das: Es reicht nicht mehr, oben zu ranken, man muss in der Antwort als Quelle auftauchen." Die gute Nachricht sei, dass das kein Spiel nur für die Großen ist. "In unseren Daten stammt die größte Gruppe der (in AI Overviews) zitierten Seiten von Markenwebsites selbst, und innerhalb einer Domain hängt es messbar an der einzelnen Seite, ob sie zitiert wird."
Vor allem zwei Prinzipien hätten sich bei einer Sistrix-Auswertung der AI-Zitierfähigkeit von knapp 100.000 Seiten gezeigt:
- Struktur für die Maschine, Vertrauen für den Menschen: Seiten mit Inhaltsverzeichnis werden 1,7-mal so häufig zitiert, mit Article-Schema 1,6-mal, mit Autorenbox und Foto 1,4-mal. "Wer viele dieser Merkmale kombiniert, wird mehr als doppelt so oft zitiert. Das meiste davon stellt man einmal im Template ein"
Google geht's gut. Hat aber erstmals Konkurrenz.
"Der Aktienkurs ist runter, weil KI schwierig zu monetarisieren ist, den AI Overview wird Google aber nicht abschaffen.", sagt Moritz Klussmann aus der Geschäftsführung der Internetwarriors . "Natürlich hat Google da ein Problem, wenn die Klicks auf bezahlte Links wegfallen. Nun experimentieren sie also gerade damit, wie sie Werbung in KI am besten platzieren - früher eher unter, jetzt tendenziell eher im Text." Seine Kunden treibe das natürlich um, allerdings gebe es durchaus eine positive Erkenntnis: "Man kriegt weniger Klicks, aber was man erhält, sind qualitativ hochwertigere Besucher mit hoher Kaufbereitschaft." Die einem Seitenbesuch vorangegangene Recherche ändere sich, sagt Klussmann. "Man muss in KI-Übersichten a) erwähnt und b) positiv erwähnt werden."Das sei die Ausgangslage: Kein Ende der AI Overviews, sondern eine Neusortierung der Suche. Irgendwo auch eine positive Sache, denkt Klussmann: "Erstmals hat Google ernste Konkurrenz!"
Den Wert vom Auftauchen in KI kann SEO Severin Lucks nur unterschreiben: "Hier unterscheidet man zwischen Auftauchen als Quelle (bringt kaum Klicks, steigert aber die Sichtbarkeit und Markenbekanntheit) und empfohlen zu werden - das bringt extrem viel: Meist wesentlich besser informierte Leads und daher häufig und auch wesentlich höhere Conversion-Raten). Ich bekomme bei uns fast nur noch Anfragen von Leuten, denen ich in ChatGPT empfohlen wurde." Was den Umbau des Suchmarktes angeht, kann er sich Google sogar "langfristig als Gewinner" vorstellen. Aktien würde er aktuell aber erstmal nicht kaufen.
