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Digital Naives: Die Internet-Mythen der deutschen Verlage

18.03.2010 Die Furcht vor der digitalen Revolution ist bei den deutschen Verlagen omnipräsent. Die Zeiten, in denen die Medienunternehmen die Macht über die Informationen hatten, sind längst vorbei. Wie Geld verdienen, in einem digitalen Zeitalter? Die drei Mythen, die drei strategischen Fehleinschätzungen sowie drei Thesen zum Geschäftsmodell der Zukunft.

 (Bild: US-Spielkarte "The Fool")
Bild: US-Spielkarte "The Fool"
 (Bild: US-Spielkarte "The Fool")
Bild: US-Spielkarte "The Fool"
Bild: US-Spielkarte "The Fool" unter GNU-FDL
Immer weniger junge Menschen sehen die Zeitung und die Zeitschrift als Teil ihres Informationsverhaltens an und somit stellen sich die Fragen: "Wie Geld verdienen, in einem digitalen Zeitalter? In einer Zeit, da das Wissen per Mausklick in jedem Wohnzimmer verfügbar ist, welches zuvor ganze Schrankwände füllte und der Brockhaus als Statussymbol galt? In einer Zeit, da wir zu jeder Zeit und an jedem Ort die Informationen, die wir wollen auch bekommen können?"

Die Antworten, die sich die Medienunternehmen zumeist selbst geben, reichen von verweigern bis hin zu M&A-Aktivitäten von völlig themenfremden Plattformen. Seit über zehn Jahren bauen die Medienunternehmen ihr digitales Business auf, sie investieren, sie verteidigen, sie probieren. Nur manchmal habe ich den Eindruck, sie lernen nicht, sondern sie bleiben die "Digital Naives"!

Verlage sehen Online sehr häufig als eigene Mediengattung, als einen Markt mit einer eigenen Ökonomie und einem eigenen Geschäftsmodell. Dabei verlieren die Verlage den Blick auf das Wesentliche:

Das Internet ist ein grenzenloser Kommunikationsraum, durch den neue Zugehörigkeiten entstehen und es Menschen erleichtert, Kontakte und Kommunikation aufrechtzuerhalten.

Und gerade deswegen ist das reale Leben von immenser Bedeutung für die Menschen. Das Geld wird im realen Leben verdient, Kontakte im wirklichen Leben geschlossen und die Aktivitäten zum Großteil in der non-virtuellen Welt vollzogen.

Online zu sein bedeutet die Option einer permanenten sozialen Nähe und die Möglichkeit, spontan seine Aktivitäten mit anderen planen zu können, es bedeutet nicht den Ersatz jeglichen realen Lebens. Nicht die Zeitung hat ausgedient, sondern das Push-Prinzip, das Prinzip des individuellen Sendungsbewusstseins einzelner Verlagsmarken.

Medienunternehmen, insbesonderne Verlage, sehen darin aber zum Großteil eine Bedrohung, statt der Chance, mit den Menschen wieder in echten Kontakt zu gelangen, diesen aufrechtzuerhalten und für eine verbesserte Produkt- und Content-Entwicklung zu nutzen. Die Chance für Verlage besteht in einer kompetenzbasierten Integrations-Strategie. Um diese allerdings wirkungsvoll in die Verlagsstrategie einbauen zu können, müssen zuerst zwei Dinge passieren:

  1. Aufgabe der eigen entwickelten Internet-Mythen
  2. Veränderung der Selbstwahrnehmung und der damit verbundenen Handlungsmaxime
Danach wird es einfach möglich sein, neue Paradigmen in die Produktentwicklung zu integrieren und den Blick von den Internet-Göttern hin zu den Hidden Champions zu lenken.
Thema: Digital Naives: Die Internet-Mythen der deutschen Verlage
1. Teil: Die drei Internet-Mythen der Verlage 2. Teil: Die drei strategischen Fehleinschätzungen der Verlage 3. Teil: Drei Thesen zum Paradigmen-Wechsel für Verlage

Kommentar von Joachim Graf

Drei Szenarien für die Verlags-Zukunft

Wenn man versucht, sich die Zukünfte vorzustellen, die von deutschen Verlegern an die diversen Wände (auch: Klowände) gemalt werden, kann einem durchaus das Schaudern kommen. Für die Verleger, versteht sich. Und ein bisschen noch für ihre Angestellten.

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 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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Von: Oliver Garbe ,  Bisocco
Am: 18.03.2010

Zu: Digital Naives: Die Internet-Mythen der deutschen Verlage

Danke, Danke, Danke - an alle die an diesem Artikel mitgearbeitet haben! Wann gibt es endlich eine tägliche Papierausgabe von euch ;) Ich würde sie an fast jeder Strassenecke in Hamburg verteilen.
Weiter so. Der Frühling ist spürbar.
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