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Künstliche Intelligenz

KI im SEO: Wo sie helfen kann, wo Grenzen liegen

09.11.2022 Noch ist KI nicht soweit, dass man sie Texte schreiben lassen kann - aber im SEO gibt es eine Menge Verwendungen für sie. Richtig angewandt, sparen SEOs mit KI Zeit für lukrativere Aufgaben.

SEO im Jahr 2023 bei der Arbeit (Bild: Computerizer / Pixabay)
Bild: Computerizer / Pixabay
SEO im Jahr 2023 bei der Arbeit

HANDLUNGSRELEVANZ

 
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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
KI wird im SEO eine unterstützende Rolle für Mainstream-KundInnen einnehmen, allerdings wird sie nicht autonom arbeiten, sondern in Agenturen mehr Kapazitäten für Kreation/Strategie freilegen.
Auf der Suche nach Helferinnen und Helfern im manchmal monotonen SEO-Alltag (Keyword-Recherche, -Clusterung, -Analyse etwa) fällt das Augenmerk immer mehr auf Künstliche Intelligenz. Das Automatisierungspotenzial, das ihr innewohnt, ist Heilsversprechen und Stolperfalle in einem. Wieso, wie man KI richtig einsetzt und wohin in den kommenden Jahren der künstlich intelligente Hase läuft, analysiert iBusiness hier.

"Im Grunde haben wir uns schon immer mit Künstlicher Intelligenz im SEO auseinandergesetzt", sagt etwa Tobias Wollesack, Director Owned Media bei Dentsu Germany  : "Denn was ist Googles Algorithmus anderes als eine KI. Und nun versuchen immer mehr Tools ihn zu reproduzieren und daraus Anweisungen abzuleiten, was man für bessere Sichtbarkeit tun könnte."

Aktuell macht die Entwicklung der KI große Fortschritte, etwa bei der Texterstellung. "KI kann noch keine Emotion, oder den individuellen Duktus einer Marke in der Sprache abbilden", sagt Hartmut Deiwick, CEO der Online-Marketing-Agentur Löwenstark Digital Group   : "Das muss immer noch ein Mensch glattziehen. Aber bis die Technologie das hinbekommt reden wir nicht von Jahrzehnten, sondern eher von ein paar Jahren."

Konstruktive KI-Verwendung - Aktuelle und künftige Verwendungsgebiete

In einigen Bereichen kann KI schon heute wertvolle Beiträge leisten - nicht unbedingt als Ersatz für den atmenden SEO aus Fleisch und Blut, aber als entlastende Instanz: "Bei Content und Keyword nutzen wir bereits größtenteils selbst programmierte Tools, die viele Routineaufgaben abnehmen", sagt Tobias Wollesack. "Wenn jemand Sportschuhe kaufen will, muss man nicht die Geschichte der Hersteller-Firma recherchieren, da reicht es meist, ein gängiges Keyword-Cluster zu recherchieren und zuzuordnen." Hier kann eine KI stundenlangen Aufwand massiv eindampfen helfen.

Das ist besonders aktuell hilfreich, da die Budgets knapp und die Ressourcen begrenzt sind: Wer eine KI auf die Keyword-Cluster ansetzt, hat deutlich mehr Kapazitäten frei, um sich beispielsweise der grassierenden Content-Krux zu widmen. Darüberhinaus wird Machine Learning, das Funktionsprinzip hinter der KI, bald noch zusätzliche Gebiete erschließen. Und auf diesen wird nach demselben Muster verfahren werden: Die KI nimmt zunächst Aufgaben auf der basalen SEO-Stufe ab, der Mensch wird entlastet; je weiter man auf der Zeitachse Richtung Zukunft rutscht, desto geringer wird der Bedarf nach menschlicher Kontrolle der KI-Resultate.

Bilder SEO: Künstlich generierte Stock-Fotos kann man sich spaßeshalber schon mal auf Seiten wie Craiyon   generieren. "Mit Landschaften und Gegenständen geht das zum teil schons ehr gut", sagt Deiwick, "wann immer aber Menschen abgebildet sind, wird es eher schlecht. Wir testen aktuell damit, aber haben es noch nicht in Kundenprojekten."

Meta-Titles, Descriptions: Die Elemente, die auf die Suchmaschinen-Relevanz und SERP-Darstellung einer Seite einzahlen, können zunehmend auch von Künstlichen Intelligenzen erstellt werden, besonders bei einer komplexen Homepage mit vielen Unterseiten kann das Ressourcen schonen.

Texterstellung: Aussichtsreich, aber schwierig. Bei einfachen datenlastigen Texten wie Produktbeschreibungen funktioniert es schon am ehesten, aber hier wollen Kundinnen und Kunden oftmals keine Texte sehen, sondern bevorzugen bei Möbelstücken etwa eine einfache und schnell lesbare tabellarische Darstellung der Produktfeatures. Wozu also die KI dransetzen - zumal Texte idealerweise zur Anmutung einer Marke passen sollten, hier tun sich massive Unterschiede in der Schreibe auf, die etwas betreffen, was die KI noch nicht kann: Emotion.

OnPage-Analyse: Bei den Meta-Angaben ermittelt die KI Fehler und erteilt Verbesserungsvorschläge, sie nimmt eine Analyse der aktuellen Keywords auf der Seite vor und zeigt an, welche URLs im weiteren Verlauf hinsichtlich Keywords bearbeitet werden müssen, hilft beim Aufbau einer optimalen Sitemap und macht Vorschläge für Bildoptimierungen.

Interne Verlinkungen: Hier werden "Seiten mittels Crawler eingescannt, die Relevanz der Seiten ermittelt und mithilfe eines Scores bewertet", sagt Hartmut Deiwick, "man ermittelt Verlinkungsmengen, um die Frage zu beantworten, ob die wichtige Seite oft genug verlinkt ist und generiert Linkvorschläge."

Die Künstliche Intelligenz wird in wenigen Jahren massive Fortschritte machen und immer mehr SEO-Unterdisziplinen prägen. Sie hat aber auch einige inhärente, dauerhaft angelegte Grenzen, vor allem dort, wo die Datenressourcen eher überschaubar sind: "Wo viel Wettbewerb herrscht, gibt es die notwendigen Daten eher als in der Nische", sagt Deiwick. "Bei wenig Traffic kann die KI nur greifen, etwa einen Entscheidungsbaum-Algorithmus erstellen, da keine Daten vorliegen."

Manchmal reicht auch eine gute Idee, um aus KI ein überraschend effektives Anwendungsszenario herauszuholen: So hat SEO-Experte Severin Lucks, Geschäftsführer der Onlinemarketing-Beratung und SEO-Agentur Delucks GmbH   , etwa ein virtuelles Team mittels KI-Bild-Erstellung zusammengestellt. Die fiktiven MitarbeiterInnen waren mit artifiziellen Porträtfotos und erdachten Biografien auf der Homepage verzeichnet, neben den echten MitarbeiterInnen. "Gegenüber den Kunden, die dann mit uns einen Dialog aufgenommen haben, haben wir es dann aufgelöst." Dieses 'hybride Team' aus echten und erdachten MitarbeiterInnen sollte dann die Botschaft vermitteln: Man hat es zwar mit einer kleineren Agentur zu tun, als es von außen aussieht, die aber leistungsfähig wie eine große ist.

Das Arbeitsbild des "SEO wird sich mit KI auf jeden Fall verändern", sagt Hartmut Deiwick, "er wird weniger verlängerte Werkbank sein, wie es aktuell der Fall ist, sondern mehr Kapazitäten haben, um strategischer Sparingspartner des Kunden zu werden."

Die Zukunft von Künstlicher Intelligenz in der Suchmaschinen-Optimierung

Best-Case-Szenarien
Worst-Case-Szenarien
Aktiv
10%
Best-Case-Szenario

KI-ller-Applikation

Hochleistungsfähige KI-Tools machen SEO als Dienstleistung redundant - nicht nur Keyword-Cluster, auch eigens generierte Texte und sogar Bilder lassen sich als automatisierte Dienstleistungen einkaufen, die von kreativen Agenturen angeboten werden. SEO als eigene Disziplin erlischt im Portfolio größerer Dienstleister.

Aktiv
30%
Worst-Case-Szenario

Job-KI-ller

KI-Tools etablieren sich als ergänzende Tools im SEO-Alltag. Es geht nicht ohne den menschlichen SEO, der vor allem Strategie, Emotion und Kreation in die Kampagnen bringt, aber man benötigt weniger menschliche Helfer und Helferinnen, weil ein stetig wachsender Anteil des SEO-Jobs auf KI-Schultern ruht.

Passiv
40%
Best-Case-Szenario

Der KI-Komplize

Siehe Job-KI-ller-Szenario: All diese Entwicklungen werden eintreffen - allerdings wird die KI weniger zum Job-Killer, sondern zu einem Komplizen im SEO-Alltag und setzt kreative und strategische Energien frei: Die Menschen können sich um wirklich intelligente Fragestellungen kümmern, die KI darf ihre scheinbare Klugheit auf niedrigschwellige Probleme ansetzen.

Passiv
20%
Worst-Case-Szenario

KI-freies SEO

KI ist eine gehypte Technologie, die eine kurze Mittagssonne im SEO-Dienst genießen darf, aber sobald sich zeigt, dass selbst basale Keyword-Cluster und einfache, künstlich generierte Texte die Originalität und Emotion menschlicher Produkte vermissen lassen, wird sie wieder in den Ruhestand geschickt.

Thema: KI im SEO: Wo sie helfen kann, wo Grenzen liegen

Kommentar von Sebastian Halm

Geschenkte Zeit

KI braucht immer noch den menschlichen SEO, aber der muss weniger Technisches abarbeiten. Eine Gelegenheit.

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iBusiness-Analyst Sebastian Halm (Timo Bierbaum)
Bild: Timo Bierbaum
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