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Mobile-TV: Paid-Content hat nach Ansicht von Vodafone keine Chance

27.05.2008 Irgendwie kommt das Projekt Handy-TV nicht zur Ruhe. Erst vor wenigen Wochen hatte es im Betreiberkonsortium Streit um die Übertragung der Fußball-EM gegeben. Jetzt sieht einer der größten Mobilfunkanbieter das TV auf dem Handy vor dem Aus.

 (Bild: nokia.com)
Bild: nokia.com
Klare Wort fand Vodafone   Vize-Chef Fritz Joussen zum Thema kostenpflichtiges Handy-TV: "Ich werde kein Bezahl-TV auf dem Handy unterstützen, solange die Gefahr besteht, dass Kunden dann weniger Geld für andere Dienste ausgeben". Seit Mobiltelefon auch reguläre TV-Signale empfangen könnten, sei "das Modell eines kostenpflichtigen Angebots auf Basis eines separaten TV-Signals" äußerst schwierig, erteilte der Manager im Interview mit der FTD   dem Handy-TV eine Absage.

Gegenüber iBusiness präzisierte ein Unternehmenssprecher den Standpunkt von Vodafone: "Die Bereitschaft für TV-Inhalte zu bezahlen, ist in Deutschland nicht so ausgeprägt wie im Ausland". Dies würden die Abozahlen der Bezahlsender wie Premiere   mehr als deutlich unter Beweis stellen. Zudem habe sich der stationäre digitale Sendestandard DVB-T als Alternative zu DVB-H etabliert. "DVB-T ist bereits in weiten Teilen Deutschlands verbreitet, kostet den Nutzer nichts und ist für die Sender mit minimalen Kosten verbunden", verdeutlicht er die Motive Joussens.

Wäre es nach Joussen gegangen, hätten alle Beteiligten am Projekt Handy-TV besser auf ein werbefinanziertes Geschäftsmodell gesetzt. Doch habe dieses Konzept nicht das Placet "der Medienwächter" bekommen, beklagt sich Joussen. Auch vermisst der Vodafone-Manager die Unterstützung des Betreiberkonsortium Mobile 3.0  . Es habe kein Angebot von Mobile 3.0 gegeben, werbefinanziertes Mobil-TV einmal im Markt zu testen.

Diesen Schuh möchte sich das Konsortium aber nicht anziehen lassen. Im Gespräch mit iBusiness erklärte ein Sprecher von Mobile 3.0: "Wie unsere Vertriebspartner die zur Verfügung gestellten Inhalte anschließend monetarisieren, ist nicht unsere Aufgabe". Allerdings hätten unterschiedliche von einander unabhängige Studien gezeigt, dass es genügend potenzielle Nutzer gebe, die im Durchschnitt fünf bis zehn Euro für das TV auf dem Handy auszugeben bereit seien. Das Konsortium gehe davon aus, so der Sprecher, dass sich "der kostenpflichtige Empfang beim Handy-TV durchsetzten werde".

Darauf möchte sich Joussen aber nicht verlassen. Wie ein Unternehmenssprecher von Vodafone gegenüber iBusiness erklärte, sei man gegenüber den Studien die Mobile 3.0 heranziehe, äußerst skeptisch. Statt dessen kündigte der Mobilfunkanbieter an, über Zusatzdienste am mobilem TV verdienen zu wollen. "Wir bieten dann intelligente Software an. Die bietet eine Wiederholfunktion oder die Möglichkeit, Produkte und Dienste zu kaufen, die gerade im TV gezeigt worden sind. Etwa Songs bei Musiksendern", gab er sich kämpferisch.

Damit steht das Betreiberkonsortium wieder einmal vor einer hohen Hürde auf dem Weg zum Ziel im Weg. Erst vor wenigen Wochen hatte Konsortiumsmitglied Henrik Rinnert in der Öffentlichkeit kritisiert, dass die Übertragung der Fußball-EM in diesem Jahr nur im "eingeschränkten Sendebetrieb in einigen Städten" stattfinden werde (iBusiness berichtete).
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