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Studie: Über eine halbe Milliarde Umsatz mit Handy-TV bis 2012
12.06.2007 Trotz aller Verzögerungen und Risiken hat Fernsehen auf dem Handy einer aktuellen Studie zufolge ein enormes Umsatzpotenzial. Mobil-TV könnte in Deutschland bis zum Jahr 2012 zu einem wichtigen Eckpfeiler der Medienbranche werden. Auf dem Weg zum kommerziellen Marktstart sind aber noch einige Hürden zu nehmen.
Basis der Goldmedia-Prognose sind aktuelle Ergebnisse der Markt- und Nutzerforschung sowie Erfahrungen kommerzieller Angebote im Ausland. Goldmedia geht in den Analysen von einem kommerziellen Start unter Beteiligung der marktführenden Player aus dem Content- und Mobilfunkbereich bis Mitte 2008 aus und setzt voraus, dass sich die Akteure zeitnah auf ein tragfähiges Geschäftsmodell einigen. Kommt es im Verfahren der Frequenz- und Kapazitätsvergabe für Mobil-TV in Deutschland jedoch zu weiteren Verzögerungen, würde auch die Umsatzentwicklung entsprechend gebremst.
Monatlich 7,50 Euro für Handy-TVAuch in einem von Free-TV geprägten deutschen Fernsehmarkt sieht Goldmedia reelle Chancen, für Mobil-TV ein subskriptionsbasiertes Geschäftsmodell zu etablieren. Anders als im Internet oder im klassischen Fernsehen ist der Mobilfunknutzer gewohnt, für Dienste zu zahlen. Ergebnisse der Nutzerforschung in Real-Tests belegen eindeutig, dass es für Handy-TV in Deutschland eine hohe Zahlungsbereitschaft von durchschnittlich 7,50 Euro pro Monat gibt.
Dass die gegenwärtigen rundfunkbasierten Mobil-TV-Angebote noch wenig Resonanz haben, ist laut Studienautoren vor allem zwei Faktoren geschuldet: zum einen sind bislang nicht alle führenden Contentmarken im Programmangebot vertreten und zum anderen ist das Engagement der großen Mobilfunknetzbetreiber bei der Vermarktung nicht gegeben. Goldmedia-Consultant und Autor der Studie Michael Schmid: "Der ökonomische Markterfolg von rundfunkbasiertem Mobil-TV setzt zwei Dinge voraus: ein vielfältiges Programmangebot mit attraktiven Content-Marken sowie deren Vertrieb durch die großen Mobilfunkkonzerne unter Nutzung der führenden Endgeräte-Marken."
Mobil-TV kann 2012 knapp ein Fünftel der heutigen Werbeumsätze im TV erreichenIn Abhängigkeit von der Art der Geschäftsmodelle, des konkreten Marktstarts und der beteiligten Akteure entwirft Goldmedia in der aktuellen Studie verschiedene Entwicklungsszenarien: Im Best Case prognostiziert Goldmedia für Mobil-TV in Deutschland im Jahr 2012 einen Umsatz von über 900 Millionen Euro, im Worst Case dagegen werden es weniger als 200 Millionen Euro sein.
Die im Realistic Case für 2012 angenommenen 655 Millionen Euro Umsatz entsprächen bereits rund einem Fünftel der Nettowerbeumsätze, die heute im Fernsehen erzielt werden (2006: 4,1 Milliarden Euro). Die Mobil-TV-Umsätze 2012 würden ferner in etwa den heutigen Netto-Werbeeinnahmen im Hörfunk (2006: 680 Millionen Euro) gleichen.
International gibt es zur Übertragung von Handy-TV weiterhin klare Präferenzen für DVB-H. Während Mobil-TV über diesen Standard bereits in Italien, Albanien und Finnland eingeführt wurde, ist ein Start in Deutschland frühestens 2008 zu erwarten. Je länger sich allerdings der Beginn eines breiten Mobil-TV-Angebotes hinzieht, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass auch alternative Standards bevorzugt werden könnten. "In Deutschland müssen die Akteure jetzt dringend ihre Hausaufgaben machen", betont Studienautor Schmid. "Dazu gehören insbesondere die rechtssichere Vergabe der Sendeplätze, die Abstimmung über ein tragfähiges Geschäftsmodell und die finanzielle Sicherung eines schnellen Sendernetzaufbaus."
