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Ungeküsst
02.11.2026 Von Jahr zu Jahr sinkt bei den Deutschen das Interesse an solchen Unternehmens-EMails und -Newslettern, die nicht genau dem entsprechen, was im genauen Interessenfokus des Einzelnen liegt. Wer nicht weiß, was seine Kundschaft will, bleibt bei der Marketingparty ungeküsst in der Ecke stehen.
Allerdings sinkt diese Zahl. Das ist die schlechte Nachricht. Hintergrund: viel zu viele uninteressante E-Mails.
Denn es ist eigentlich egal, was wir die Deutschen fragen: Welche Gutscheine sie mögen, was für Kataloge sie vielleicht lesen, welche Newsletter sie abonnieren oder welche EMail-Kommunikation sie schätzen, die Ergebnisse ähneln sich eigentlich immer:
- Zum einen sind die Menschen gar nicht so unaufgeschlossen gegenüber den Botschaften aus Unternehmen.
- Andererseits werden sie immer stärker zu Rosinenpickern und wollen nur genau das erzählt bekommen, was sie sich auch genau wünschen - und über genau den Kanal, den sie sich vorstellen.
Von Jahr zu Jahr sinkt bei den Deutschen das Interesse an solchen Unternehmens-EMails und -Newslettern, die nicht haargenau dem entsprechen, was im exakten Interessenfokus des Einzelnen liegt. Für Onlineshops heißt das: Wer gerade nicht kaufen will, der will auch keine Gutscheine, braucht keine Produktinformationen und schätzt auch keine noch so tollen Anwendungsstories.
Schrotschüsse funktionieren von Jahr zu Jahr immer weniger. Es wird immer wichtiger für Marketingentscheider, genau zu wissen, was Kundinnen und Kunden wirklich wollen - und wann sie es wollen. Da helfen auch keine KI-Systeme, die meinen, vorhersagen zu können, was derjenige Kunde und diejenige Kundin eigentlich wollen müsste. Die Alternative zu tollen, hochbezahlten KI-Algorithmen sind Zero-Party-Daten, also Daten, die Nutzerin und Nutzer selbst, freiwillig und aktiv zur Verfügung stellen.
Die Zukunft, das zeigt sich einmal mehr, liegt im Conversational Marketing. Oder wie es meine alte Freundin, die sumerische Händlerin Inanna, nennt. Sie hat schon vor 5.000 Jahren so richtig gesagt: "Frage nicht das Orakel, sondern frage Deinen Kunden einfach. Wenn er antwortet, kannst Du ihm auch besser was verkaufen. Beim Orakel verdienst nicht Du, sondern der Priester."
