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Möchten Sie "wahrscheinlich zufriedene" Kunden?

16.05.2014 Jedes mittlere Unternehmen ist heute in der Lage, petabyteweise Daten zu sammeln. Und es werden immer mehr: Fitbit-Schrittzähler, Nest-Thermostate, Smartphones und jede damit durchgeführte Interaktion erzeugen neue Datenspuren. Nur: Die Herausforderung von Big Data liegt nicht darin, möglichst viele Daten zu sammeln.

Dominik Grollmann, iBusiness (Bild: Dominik Grollmann)
Bild: Dominik Grollmann
Dominik Grollmann, iBusiness
Für die richtige Datenstrategie ist nach wie vor entscheidend, die richtigen Daten zu sammeln und nicht möglichst viele. Daran ändert auch das Werkzeug Big Data nichts. Der Anruf eines Kunden im Callcenter ist eine wichtige Information, die vielleicht in einem versteckten Datensilo darbt. Von welchem Endgerät der Kunde zugreift, wo er sich dabei befindet, wie er auf das Angebot aufmerksam geworden ist - all diese Daten können für das Produkterlebnis, das Informationsbedürfnis oder die Kaufbereitschaft entscheidend sein. Die relevanten Daten zu erkennen und von unwichtigen zu trennen, ist der erste Schritt einer gelungen Datenstrategie. Dazu ist kein Big-Data-Ansatz notwendig, sondern kundenzentriertes Denken und ein tiefes Verständnis für die dabei relevanten Prozesse.

Auf diese Weise ist es auch nicht nötig, mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten. Wenn ein Einzelhändler Kunden, die mobil nach einem bestimmten Produkt suchen, die Vor-Ort-Verfügbarkeit des Produkts prominent anzeigen will, nützt es gar nichts zu wissen, dass die Website-Besucher mit 38 Prozent Wahrscheinlichkeit über ein Smartphone kommen. Wertvoll ist lediglich die konkrete, individuelle Kundensituation.

Trotzdem hat das Werkzeug Big Data natürlich seine Berechtigung. Große, unstrukturierte Datenmengen lassen sich durchforsten, die zuvor nicht nutzbar waren. So kann eine Hotelkette anhand der Tweets ihrer Kunden herausfinden, was die Besucher beeindruckt. Wer weiß, nach welchen Informationen er sucht, kann nun weitere Datenquellen anzapfen.

Im Endeffekt löst Big Data aber Probleme so wenig wie ein Schraubenzieher. Wenn man ihn richtig benutzt, lassen sich aber mit einem Schraubenzieher viele Probleme lösen. Dann muss auch nicht ein "wahrscheinlich zufriedener Kunde (78 %)" zurückbleiben, sondern einer, der sich über ein tatsächlich gelungenes Kauferlebnis freuen durfte.
Thema:

Fünf Big-Data-Irrtümer, die im letzten Konferenzvortrag garantiert gefehlt haben

Big Data automatisiert das Marketing, findet verborgene Zusammenhänge im Nutzer- und Kaufverhalten, erlaubt präzise Vorhersagen und macht Werbung besser, behaupten die Evangelisten. Alles Quatsch. Big Data kann viel weniger, als versprochen wird. Die fünf verbreitetsten Irrtümer und wie man mit Big Data tatsächlich in Zukunft umgehen kann.

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Irrglaube Big Data: Die Maschine allein kann kein gutes Marketing leisten (Bild: Pixabay / Public Domain)
Bild: Pixabay / Public Domain
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Kommentar von Dominik Grollmann

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Dominik Grollmann, iBusiness (Dominik Grollmann)
Bild: Dominik Grollmann
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Von: Manfred Janssen
Am: 24.07.2014

Zu: Möchten Sie "wahrscheinlich zufriedene" Kunden?

Hallo Herr Grollmann!

BigData Technologie mit einem Schraubenzieher zu vergleichen ist plakativ.
Ihrem Bericht fehlt jeglicher Bezug zu der Frage die ein Unternehmen sich über seine Kunden stellen möchte. So wie von Ihnen aufgeführt, kann BigData tatsächlich nicht mehr als nur ein bestimmtes Problem zu lösen.
Tatsächlich kann BigData jedoch dramatisch mehr!
Mit BigData Technologien lassen sich jegliche Art von Mustererkennungen evaluieren, die ein Unternehmen aus Daten generieren möchte. Die Komplexität und die Relevanz der Mustererkennung ist einzig entscheidend.
Die Frage die sich ein Unternehmen durch BigData beantworten lautet also nicht: Wieviele Kunden haben was getan...? Sondern vielmehr: Was wäre wenn...?

Viele Grüße,
Manfred Janssen
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