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Skandale selbst aggregiert

19.12.2008 Digital Reputation mal anders: Der Ruf von Yasni und 123people ist in Deutschland und Österreich beschädigt. Nun müssen sich die Personensuchmaschinen ernsthaft darum bemühen, von ihnen zumindest mit verbreitete Informationen zweifelhafter Art abzustellen - und dafür, sich nicht künstlich im Google-Index nach oben zu schieben.

Menschen seien vor allem an Menschen interessiert, ließ sich Yasni-Chef Steffen Rühl einmal zitieren. Menschen sind aber auch an der eigenen Reputation im Netz interessiert - und selbstredend am Skandal, dem der anderen natürlich. Für die Personensuchmaschinen könnte es in naher Zukunft zum Problem werden, wenn Privatpersonen, Personengesellschaften oder gar große Marken klagen. Möglicherweise werden in aller Stille schnell Einträge geändert oder gelöscht - nach vorherigem deutlichem Brief vom Anwalt.

Doch das kann nicht die Lösung sein. Eine Vorwärtskommunikation, was man wie im Netz zu tun gedenkt - in Punkto Schutz von Persönlichkeitsrecht und präventiv gegen mögliche Rufschädigung. Schon jetzt sind Personen, die im Web ihre Brötchen verdienen, sauer. Es gibt Beschwerden, dass durch die Ver-Yasnisierung die eigenen aufgebauten Webseiten und Foren bei Google schlechter gerankt werden. Es kann nicht sein, dass man selbst zu Felde ziehen muss, um Selbstverständliches einzufordern. Es kann auch weiterhin nicht sein, dass der Datenschutz in den Ländern wegschaut. Es kann aber sein, dass sich durch den in zwei EU-Staaten heraufziehenden Ärger für 123people und für Yasni mal etwas zum Guten ändert.

Die Betreiber solcher Dienste sind sicherlich zumindest auch selbst potenziell Opfer irgendwelcher Pornoseiten, die Pseudo-Content aus Personendaten liefern. Allerdings sollten sie daran denken, dass sie solche Angebote erst mit nach oben spülen. Und entsprechend handeln. Zumindest von Yasni-Chef Steffen Rühl ist dokumentiert, dass ihm Einzelfälle bekannt sind. Er wird auch persönlich daran gemessen werden, wie verantwortungsvoll das von ihm repräsentierte Unternehmen weitermacht. Auch die Werbungtreibenden, die bei Yasni oder 123people schalten, könnten sich irgendwann zum Rückzug entscheiden. Dann nämlich, wenn mal ein Fall dicke Schlagzeilen macht. Man kann sich seinen Skandal nämlich schnell selbst aggregieren.
Thema:

Ärger für Yasni und 123people

Über die seit 2007 am Markt agierenden Personensuch-Portale Yasni und 123people kocht eine Diskussion im Netz hoch. Der Vorwurf: Yasni etwa klaue Content und aggregiere daraus eigene Seiten, so dass Persönlichkeits- und Urheberrechte verletzt werden - und die Originale in Googles Suchindex nach ganz hinten verbannt werden.

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 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft

Kommentar von Thomas Kletschke

Skandale selbst aggregiert

Digital Reputation mal anders: Der Ruf von Yasni und 123people ist in Deutschland und Österreich beschädigt. Nun müssen sich die Personensuchmaschinen ernsthaft darum bemühen, von ihnen zumindest mit verbreitete Informationen zweifelhafter Art abzustellen - und dafür, sich nicht künstlich im Google-Index nach oben zu schieben.

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Bild: Foto Studio 54
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