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Agentic Commerce

Einkaufsagenten unerwünscht: Ebay hält seine Plattform von KI-Shopping sauber

26.01.2026 Um einem Preisverfall und anderen unerwünschten Effekten vorzubeugen, verbietet Ebay den Gebrauch von Shopping-Agenten auf seiner Plattform.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Der Marktplatz eBay   verschärft seine Nutzungsbedingungen und schließt automatisierte Shopping-Agenten künftig explizit von der Plattform aus. Wie The Register   berichtet, untersagen die aktualisierten Regeln den Einsatz KI-gesteuerter Kaufsysteme, die Transaktionen ohne menschliche Aufsicht abschließen. Ziel der Maßnahme ist es, die Kontrolle über Kaufprozesse und Preisbildung auf dem Marktplatz zu behalten.

Die Kaufagenten müssen vor der Tür bleiben

Die überarbeitete Vereinbarung enthält neue Formulierungen, die es ausdrücklich verbieten,

  • "Roboter, Spider, Scraper, Data-Mining-Tools, Tools zum Sammeln und Extrahieren von Daten oder andere automatisierte Mittel (einschließlich, aber nicht beschränkt auf Buy-for-Me-Agenten, LLM-gesteuerte Bots oder End-to-End-Abläufe, die versuchen, Bestellungen ohne menschliche Überprüfung aufzugeben) zu verwenden, um auf unsere Dienste zuzugreifen, es sei denn, eBay hat zuvor ausdrücklich seine Zustimmung erteilt."

Ausnahmen sind nur möglich, wenn eBay im Vorfeld eine spezielle Genehmigung erteilt. Damit erweitert das Unternehmen bestehende Beschränkungen gegen automatisierte Werkzeuge wie Scraper oder Data-Mining-Software, die auf der Plattform bereits seit Langem untersagt sind.

Welche konkreten Folgen KI-basierte Shopping-Agenten für ECommerce-Plattformen haben, ist bislang offen. Klar ist jedoch: Wenn Konsumentinnen und Konsumenten überwiegend über automatisierte Agenten einkaufen, statt Marktplätze direkt zu besuchen, verlieren Händler wertvolle Touchpoints. Möglichkeiten für Zusatzangebote, Cross-Selling oder Upselling werden eingeschränkt, da Bots strikt darauf ausgelegt sind, definierte Nutzerwünsche zu erfüllen und höherpreisige Optionen konsequent auszublenden.

Für eBay kommt ein weiterer Faktor hinzu. Die Plattform berechnet ihre Gebühren auf Basis der finalen Verkaufspreise. Hochpreisige Transaktionen generieren entsprechend höhere Einnahmen. Automatisierte Biet- und Kaufsysteme, die konsequent auf Kostenminimierung programmiert sind, könnten das Preisniveau und damit auch die Erlöse des Marktplatzes spürbar senken.

Wie andere Shops und Konzerne mit Agenten umgehen

Während eBay auf Abgrenzung setzt, verfolgt Google   einen entgegengesetzten Ansatz. Der Konzern kündigte an, Infrastruktur für sogenanntes Agentic Shopping bereitzustellen und erklärte, auf Provisionen für vermittelte Verkäufe zu verzichten. Kürzlich eingeführte Tools für diese Form des Handels seien laut Google von Händlern positiv aufgenommen worden.

Auch andere große ECommerce-Akteure reagieren abweisend auf autonome Shopping-Systeme: Amazon   etwa sprach gegenüber dem KI-Unternehmen Perplexity   eine Unterlassungserklärung wegen automatisierter Einkäufe auf seiner Plattform aus. Das Muster ist deutlich: Große Marktplätze möchten weiterhin steuern, wie Kundinnen und Kunden mit ihren Ökosystemen interagieren und wie Kaufentscheidungen zustande kommen.
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