Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Shops sagen: Künstliche Intelligenz wird Pflicht für Onlinehändler
26.01.2026 78 Prozent der E-Commerce-Verantwortlichen geben an, dass Erwartungen an eine Lieferung am nächsten Tag ihre Lieferketten stark belasten, während 76 Prozent Schwierigkeiten haben, ihre Marke über die wachsende Zahl digitaler Vertriebskanäle hinweg konsistent zu steuern. Hilfe soll KI bringen.
Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von eintausendachtzehn Führungskräften und Managern aus dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland. Alle teilnehmenden Unternehmen erzielen einen jährlichen Onlineumsatz von mindestens drei Millionen US-Dollar.
Der klassische Onlinehandel wird zunehmend von neuen Kaufumgebungen verdrängt. 79 Prozent der globalen E-Commerce-Leiter sind überzeugt, dass Social-Commerce-Plattformen wie TikTok Shop das Kaufverhalten grundlegend verändern, indem Unterhaltung und Einkauf in einem einzigen Nutzungserlebnis verschmelzen. Parallel dazu gewinnt die KI-gestützte Suche massiv an Bedeutung. Mit Funktionen wie Instant Checkout bei ChatGPT können Verbraucher Produkte direkt aus der Suchumgebung heraus erwerben. Möglich wird dies durch Partnerschaften mit Plattformen wie Shopify und Etsy.
Mehr als siebenhundert Millionen Menschen nutzen ChatGPT weltweit regelmäßig. Für Shopbetreiber bedeutet das: Kaufentscheidungen werden immer häufiger von KI-Systemen vorbereitet oder sogar autonom ausgelöst. Gleichzeitig setzen Billigmarktplätze wie Temu und Shein etablierte Anbieter unter Druck. 77 Prozent der Befragten sehen darin einen Wettlauf nach unten bei Preisen und Margen
Investitionen in KI steigen deutlich
Die wachsende Bedeutung von KI schlägt sich klar in den Budgets nieder. Im Durchschnitt investierten E-Commerce-Unternehmen weltweit in den vergangenen zwölf Monaten rund 291.626 US-Dollar in KI-Lösungen. Für die kommenden zwölf Monate planen sie einen Anstieg auf durchschnittlich 323.886 US-Dollar. Deutschland nimmt dabei eine Sonderrolle ein: Hier lagen die Investitionen zuletzt bei 363.945 US-Dollar und sollen auf 365.140 US-Dollar steigen.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten flossen durchschnittlich 288.800 US-Dollar in KI, mit einer geplanten Steigerung auf 331.743 US-Dollar. In den Vereinigten Staaten stiegen die Investitionen von 273.077 auf geplante 306.600 US-Dollar, im Vereinigten Königreich von 243.446 auf 294.195 US-Dollar
Drei Viertel aller befragten Unternehmen geben an, dass staatliche Regulierung und politische Rahmenbedingungen ihre KI-Strategie maßgeblich beeinflussen.
KI durchdringt den Onlinehandel
Künstliche Intelligenz wirkt längst nicht mehr nur im Marketing. 73 Prozent der Unternehmen sehen personalisierte und skalierbare Einkaufserlebnisse inzwischen als Standardanforderung. In der Praxis senken KI-gestützte, hochpersonalisierte Marketingprogramme die Kosten für die Kundengewinnung um bis zu 50 Prozent.
Vertriebsteams nutzen KI zur dynamischen Preisgestaltung und präziseren Absatzprognosen. Im Kundenservice verkürzen dialogbasierte Systeme die Bearbeitungszeiten deutlich und steigern die Zufriedenheit. In Logistik und Fulfillment sorgen intelligente Routenplanung, automatisierte Lager und Echtzeit-Bestandsführung für effizientere Prozesse. Auch Finanzabteilungen setzen KI ein, etwa zur Betrugserkennung oder für Risikomodellierungen.
- Verbesserung der Kundenerfahrung: 30 Prozent
- Steigerung der operativen Effizienz: 28 Prozent
- Regulatorische und Compliance-Anforderungen: 28 Prozent
- Wettbewerbsfähigkeit sichern: 28 Prozent
- Kosten senken: 21 Prozent
Die Bereitschaft variiert stark nach Branche. Im Modehandel sind 46 Prozent der Unternehmen bereits auf KI-Agenten vorbereitet. In der Kosmetikbranche erkunden 59 Prozent entsprechende Anwendungsfälle, während erst 27 Prozent vollständig vorbereitet sind. Bei Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln prüfen 62 Prozent den Einsatz, 28 Prozent gelten als bereit.
Optimierung für KI-Suche wird erfolgskritisch
Mit der Verlagerung von Kaufentscheidungen in KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme müssen Händler ihre Inhalte neu ausrichten. 85 Prozent der Befragten in den Vereinigten Staaten, 78 Prozent im Vereinigten Königreich und 64 Prozent in Deutschland erwarten, dass KI-Suche ihre Umsätze in den kommenden zwei Jahren positiv beeinflusst.
KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die Fachkompetenz, Klarheit und Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen. Bewertungen, Erfahrungsberichte und konsistente Produktdaten gewinnen dadurch massiv an Bedeutung. 76 Prozent der Unternehmen berichten bereits von sinkenden Kosten bei der Kundengewinnung durch KI-gestützte Suchumgebungen.
Trotz der hohen Erwartungen fühlen sich 73 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend auf das Tempo der KI-Entwicklung vorbereitet. Die größten Hürden liegen in ethischen und regulatorischen Fragen, veralteten IT-Systemen und Widerständen gegen Veränderungen. Im Vereinigten Königreich gilt Widerstand im Unternehmen als größtes Hindernis, in den Vereinigten Staaten stehen regulatorische Fragen im Fokus, während in Deutschland fehlende Erfolgskennzahlen bremsen.
KI ist laut Studie im Onlinehandel keine optionale Technologie mehr, sondern die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit bildet. Erfolgreiche Shopbetreiber integrieren KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette, nutzen Daten als strategisches Asset und bauen anpassungsfähige Fulfillment-Netzwerke auf. Entscheidend ist dabei eine klare Führung, die KI nicht als reines Technikprojekt versteht, sondern als strategischen Hebel für nachhaltiges Wachstum
