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Warum beim Onboarding schon wieder viele abspringen

14.04.2022 Fehlende Onboarding-Konzepte in HR-Abteilungen verursachen hohe Anfangsfluktuation unter neuen Mitarbeitenden.

 (Bild: Flickr Justin Ornellas)
Bild: Flickr Justin Ornellas
Das Onboarding neuer MitarbeiterInnen beginnt optimalerweise direkt mit dem Vertragsabschluss. Je besser die Einführung, Einarbeitung und Integration neuer KollegInnen, desto schneller fühlen sie sich wohl. Seit der Corona-Pandemie kann das Onboarding nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Auch 2021 waren Unternehmen pandemiebedingt dazu gezwungen, Kontakte zu reduzieren und verstärkt virtuell zusammenzuarbeiten. Dennoch geben 83 Prozent der Befragten in der Onboarding-Umfrage von Haufe Talent zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser an, im letzten Jahr keine zusätzlichen (digitalen) Onboarding-Maßnahmen ergriffen zu haben.

Neue Mitarbeitende hatten es dadurch schwer, im Unternehmen anzukommen und persönliche Kontakte zu knüpfen. 36 Prozent der Personalabteilungen verzeichnen sogar Kündigungen zwischen Vertragsunterschrift und dem 1. Arbeitstag. Auch die hohe Anfangsfluktuation innerhalb des ersten Jahres nach Einstellung bereitet den HR-Abteilungen Kopfzerbrechen. 81 Prozent der Personalverantwortlichen geben an, dass diese Fluktuation mit besserem Onboarding verringert werden könnte. Dennoch lassen 26 Prozent der Befragten diese Chance ungenutzt verstreichen. Immerhin 74 Prozent steuern durch frühes Onboarding entgegen.

Ebenso auffällig: Bei der Einarbeitung liegt der Fokus in den Unternehmen zu 46 Prozent im fachlichen Bereich und nur 10 Prozent setzen auch auf soziale und kulturelle Integration. Das geht Hand in Hand mit den Angaben, dass 65 Prozent der Unternehmen keinerlei Maßnahmen etabliert haben, um Motivation und Engagement der MitarbeiterInnen zu fördern. "Wir sind davon überzeugt, dass der Einsatz von Onboarding-Software, die solche meist digitalen Prozesse steuert, Abhilfe schaffen kann. Leider zeigt unsere Umfrage, dass der Einsatz solcher Software-Lösungen seit 2020 bei 23 Prozent stagniert. Dadurch bleibt enormes Potenzial ungenutzt", sagt Sebastian Thuma‘Sebastian Thuma’ in Expertenprofilen nachschlagen , Director of Market Innovation von Haufe Talent.

Viele Unternehmen haben das Problem erkannt und für sich Handlungsbedarf identifiziert. An der Spitze der priorisierten Aufgaben rangiert das Onboarding mit 86 Prozent auf Platz 3, nach Employer Branding (87 Prozent) und Team- und Mitarbeiterentwicklung (93 Prozent). 36 Prozent der Befragten möchten in den nächsten Monaten in Onboarding-Software investieren, um künftige MitarbeiterInnen schneller und besser zu integrieren.

363 HR-Verantwortliche und Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Branchen haben im Oktober und November 2021 an der jährlichen Umfrage von Haufe Talent teilgenommen. Davon arbeiteten 46 Prozent der TeilnehmerInnen im klassischen Mittelstand (51 - 500 MA) und 32 Prozent in größeren Unternehmen. 22 Prozent der Befragten kamen aus kleineren Unternehmen bis zu 50 Mitarbeitenden.
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