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Zwei Drittel der Touristik-Unternehmen investieren in digitale Angebote
04.03.2016 Jeder vierte Urlauber betritt kein Reisebüro mehr, sondern bucht ausschließlich online. Und bald gibt's den VR-Urlaub - sagt zumindest die Branche in einer repräsentativen Studie von Digitalverband Bitkom .
Doch die Digitalisierung wird das Reisen noch viel tiefgreifender verändern.
- Nach Ansicht der meisten Experten (71 Prozent) wird im Jahr 2025 die gesamte "Customer Journey" - also der Prozess von der Buchung bis zur Rückschau auf die Reise - digital abgewickelt.
- Und die Branche reagiert auf diesen Trend: Bereits heute investieren gut zwei Drittel (68 Prozent) der Touristik-Unternehmen in digitale Angebote, die über einen einfachen Webauftritt hinausgehen, beispielsweise Apps.
- Fast jeder zweite Anbieter wertet soziale Medien aus, um Reisenden individuelle Angebote machen zu können.
Die befragten Manager sehen die Digitalisierung mit überwältigender Mehrheit (94 Prozent) eher als Chance denn als Risiko.
Jeder vierte verreist ausschließlich mit Hilfe des Webs
Das Internet ist für die Verbraucher schon heute zum Dreh- und Angelpunkt bei der Reiseplanung geworden, vor allem was die Reisebuchung angeht. 66 Prozent haben bereits Übernachtungen im Netz gebucht, 56 Prozent Flüge und 45 Prozent Mietwagen. Aber auch Bahnfahrkarten (39 Prozent), Pauschalreisen (35 Prozent) oder Fernbustickets (14) werden von den Verbrauchern online organisiert. Ein Viertel (24 Prozent) erklärt sogar: Ich buche meine Reisen fast ausschließlich im Internet.Für die Buchung von Urlaubsunterkünften sind bei den Verbrauchern derzeit Plattformen für kommerzielle Angebote von Hotels und Ferienwohnungen wie Tripadvisor oder Ab-in-den-Urlaub.de besonders beliebt. 67 Prozent der Internetnutzer, die schon einmal eine Unterkunft im Netz gebucht haben, haben dabei solche Plattformen für kommerzielle Unterkünfte genutzt.
15 Prozent derjenigen, die schon online eine Bleibe reserviert haben, haben sich für eine bezahlte Privatunterkunft entschieden, zum Beispiel über Airbnb oder 9flats . 10 Prozent haben zudem Couchsurfing genutzt, sind also kostenlos bei einer Privatperson untergekommen.
Smartphones als Reiseführer
45 Prozent der Internetnutzer sagen: Meine Urlaubsfotos mache ich überwiegend mit dem Smartphone. Jeder fünfte Internetnutzer (19 Prozent) verwendet zudem Reise-Apps, etwa zur Übersetzung oder Währungsumrechnung oder für die Stadt- und Museumsführung.
Die Befragung von 103 Geschäftsführern bzw. Vorständen von Unternehmen aus dem Touristiksektor zeigt weitere Trends im E-Tourismus. Demnach wird es im Jahr 2025 verbreitet sein, dass Reisen mithilfe von Big-Data-Analysen persönlich auf Verbraucher zugeschnitten werden - das sagen 97 Prozent der Tourismusmanager. 74 Prozent erwarten zudem, dass es in neun Jahren schon üblich sein wird, nur noch ein digitales Ticket für alle Reisedienstleistungen zu nutzen, also beispielsweise für Flüge, Mietwagen oder Bahnfahrten.
Außerdem wird sich der Trend zum Sharing fortsetzen. Verbraucher werden sich zum Beispiel zu Reisegemeinschaften zusammenschließen und so von Vergünstigungen profitieren. Gut die Hälfte der Befragten (55 Prozent) geht davon aus, dass dieses Modell im Jahr 2025 verbreitet sein wird.
Branchenkenner glauben an Fantasiereisen mit Virtual Reality
Das vielleicht größte disruptive Potenzial für die Reisebranche bietet Virtual Reality (VR). Urlauber werden künftig mit Hilfe von VR-Brillen schon vor dem Urlaub ihr Hotelzimmer in Shanghai erkunden, den Ausblick vom Pariser Eiffelturm genießen oder am karibischen Traumstrand liegen können. Drei Viertel der Manager (74 Prozent) sagen, dass dieses Szenario im Jahr 2025 verbreitet sein wird. Auch VR-Reisen zu digital produzierten Fantasieorten sind möglich. Ein Drittel (33 Prozent) der befragten Manager sagt, dass die Nutzung solcher Angebote im Jahr 2025 verbreitet sein wird.Digitale Transformation: Wie die Branche reagieren muss
Mit der zunehmenden Bedeutung digitaler Technologien im Tourismus verändern sich auch die Anforderungen an die Unternehmen der Branche. 84 Prozent der Befragten finden, dass stationäre Reisebüros ihr Angebot online ergänzen müssen. Denkbar wären zum Beispiel Apps, die es ermöglichen, während des Urlaubs die Buchung von unterwegs zu verwalten und zu ändern. 83 Prozent der Manager sind zudem der Meinung, dass das stationäre Reisebüro sein Angebot vor Ort um digitale Komponenten erweitern sollte, beispielsweise Virtual-Reality-Brillen.Die Branche reagiert auf diese Entwicklungen teils schon bzw. treibt sie selbst voran, wie die Umfrage zeigt. Gut zwei Drittel (68 Prozent) der Unternehmen investieren in digitale Angebote, die über den einfachen Webauftritt hinausgehen, etwa Apps. Und schon 43 Prozent sammeln und analysieren Daten aus dem Netz, zum Beispiel aus Foren und Sozialen Netzwerken, um individuelle Reiseangebote für ihre Kunden zu erstellen. Fast alle der befragten Manager (96 Prozent) geben zudem an, dass das eigene Unternehmen nicht mehr auf den traditionellen Vertrieb, sondern hauptsächlich auf Online-Vermarktung setzt
Das Wettbewerbsumfeld hat sich im Zuge der Digitalisierung ebenfalls verändert. Jedes vierte Touristikunternehmen (26 Prozent) betrachtet große Digitalunternehmen bei disruptiven Neuentwicklungen im Touristiksektor als Konkurrenz. 16 Prozent sehen zudem Start-ups als ernsthafte Mitbewerber, wenn es um bahnbrechende Innovationen geht.
Für die Studie wurden 803 Internetnutzer sowie 103 Manager von Touristikunternehmen befragt.
