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Die Linke zieht Strafanzeige gegen Wikipedia zurück
07.12.2007 Nicht verstanden haben die Altkommunisten das Internet. Aber dennoch sicherheitshalber einen Rückzieher gemacht. Die stellvertretende Vorsitzende der Partei 'Die Linke' hat gegen das Onlinelexikon Wikipedia erst Strafanzeige gestellt, weil ihr ein Artikel darin nicht passt. Und nun wegen Gegenwind die Anzeige wieder zurück gezogen.
Nach massiver Kritik selbst aus der eigenen Partei hat Frau Vorstitzende jetzt den Rückwärtsgang eingelegt. In einer neuen Pressemitteilung verkündet sie stolz ihre Erkenntnisse über das Web ("Ich weiß, dass es sich bei Wikipedia um ein Internetlexikon handelt") und erklärt, dass sie ihre Strafanzeige zurückzieht.
Konkret geht es über einen Wikipedia-Eintrag zur Hitlerjugend , bei der auch das Signet der Organisation zu sehen ist. Der Beitrag wurde inzwischen "wegen inhaltlicher Mängel auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion Geschichte eingetragen", wie in Wikipedia zu lesen ist. Dies geschehe, "um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Geschichte auf ein akzeptables Niveau zu bringen".
Der Medienexperte der Linken-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzende der AG Medienpolitik Heiko Hilker , hatte ungewöhnlich scharf Schuberts Position kritisiert. Sie werde von den medienpolitischen Experten der Bundestagsfraktion nicht geteilt: "Ihr Vorgehen, eine Strafanzeige gegen Wikipedia zu stellen, ist falsch und wird das von ihr dargelegte Problem nicht lösen".
Katina Schubert verkenne sowohl die "funktionierenden inhaltlichen Selbstregulierungsmechanismen bei Wikipedia als auch die spezifische Funktions- und Kommunikationsweise des Internet". Er spricht von "Bärendienst", "Selbstbeschränkung und Zensur". Schubert heute kleinlaut: "Es geht mir nicht um Zensur, schon gar nicht um die Zensur einer freien Online-Enzyklopädie".
