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Der deutsche Weihnachtsmann ist online auf Rekordjagd

14.11.2007 Das diesjährige Online-Weihnachtsgeschäft ist bereits voll im Gange: Mehr als ein Drittel der Onlineshopper haben bereits mit ihren Weihnachtseinkäufen im Web begonnen. Und wollen dabei deutlich mehr ausgeben als noch im Vorjahr.

 (Bild: SXC.hu/sanja gjenero)
Bild: SXC.hu/sanja gjenero
Im Weihnachtsgeschäft 2006 hatten die Deutschen laut Online-Marktforscher Comscore    rund 5,4 Milliarden Euro für Geschenke im Internet ausgegeben. Zum Vergleich: In Großbritannien waren es etwa vier Milliarden Euro, in Frankreich 1,9 Milliarden und in den USA umgerechnet 31,7 Milliarden Euro (iBusiness berichtete).

Diese Marke soll nun geknackt werden. Denn Marktforscher erwarten, dass die Online-Ausgaben für Weihnachtseinkäufe in diesem Jahr werden stark zunehmen. Im Gegensatz hierzu sollen die Gesamtausgaben für Weihnachtseinkäufe im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig steigen. Das sind Ergebnisse einer Studie zum Online-Einkaufsverhalten von europäischen Verbrauchern in der Vorweihnachtszeit von Comscore. Die Umfrage wurde zwischen dem 22. und 28. Oktober in Großbritannien, Frankreich und Deutschland durchgeführt.

Durchschnittlich gaben 62 Prozent der Befragten in den drei Ländern an, dass sie für ihre Weihnachtseinkäufe etwa genauso viel wie im letzten Jahr ausgeben werden. 20 Prozent wollen mehr ausgeben und 18 Prozent wollen weniger ausgeben. Dies weist darauf hin, dass die Gesamtausgaben im Vergleich zum Vorjahr nur leicht steigen werden. Allerdings gaben 36 Prozent der Befragten an, dass sie dieses Jahr mehr für Ihre Online-Weihnachtseinkäufe ausgeben wollen als letztes Jahr, während 50 Prozent genauso viel ausgeben wollen und 14 Prozent weniger ausgeben wollen.

Online-Umsatz steigt stärker als Einzelhandelsumsatz
"Der Online-Umsatz scheint weiterhin in einem viel stärkeren Maße zu wachsen als der Einzelhandelsumsatz, was für einige Einzelhändler den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Weihnachtgeschäft ausmachen könnte", sagte Bob Ivins , geschäftsführender Direktor für internationale Märkte bei Comscore. Die Beliebtheit des Online-Einkaufs könne in diesem Jahr eine "absolute Rekordhöhe" erreichen. "Wir erwarten, dass Verbraucher, die unter Zeitdruck stehen, einen Hochgeschwindigkeitszugang haben und über genug Erfahrung mit dem Interneteinkauf verfügen, mehr Zeit für die Suche und den Kauf von Weihnachtsgeschenken im Internet aufwenden werden", schätzt Ivins.



Werden Sie dieses Jahr mehr, weniger oder etwa den gleichen Betrag ausgeben wie letztes Jahr?
GroßbritannienDeutschlandFrankreichDurchschnitt
Mehr19%17%24%20%
Weniger17%22%15%18%
Etwa den gleichen Betrag63%61%61%62%
Quelle: Comscore



Werden Sie dieses Jahr mehr, weniger oder etwa den gleichen Betrag ONLINE ausgeben wie letztes Jahr?
GroßbritannienDeutschlandFrankreichDurchschnitt
Mehr43%29%38%36%
Weniger13%15%12%14%
Etwa den gleichen Betrag44%56%50%50%
Quelle: Comscore

420 Euro für die Festtage
Laut Weihnachtsumfrage 2007 von Deloitte   sollen reduzierte Geschenkeausgaben die steigenden Nahrungsmittelkosten für die Festtage kompensieren. So wollen die Deutschen in diesem Jahr im Durchschnitt nur 420 Euro (Vorjahr: 435 Euro) ins Weihnachtsfest investieren. Im Online-Handel dagegen erwarten die Marktforscher keinen Einbruch - im Gegenteil: Das Internet wird zum unverzichtbaren Einkaufskanal. Über 88 Prozent der Deutschen wollen der Deloitte-Umfrage zufolge das Internet für Weihnachtseinkäufe nutzen. Insbesondere Bücher, CDs und DVDs werden auf diesem Weg besorgt. Online-Shopper schätzen das Internet vor allem bei Preisrecherchen, zur Umgehung beschränkter Ladenöffnungszeiten und um lange Wartezeiten zu vermeiden.

Mehr als ein Drittel der Online-Käufer hat laut Comscore-Studie bereits mit den Weihnachtseinkäufen begonnen. Über 36 Prozent der deutschen Käufer bestätigten, dass sie bereits mit ihren Weihnachtseinkäufen begonnen hätten und weitere 38 Prozent hatten vor, innerhalb der folgenden beiden Wochen damit zu beginnen.


Wann werden Sie dieses Jahr mit Ihren Weihnachtseinkäufen beginnen?
GroßbritannienFrankreichDeutschland Durchschnitt
Schon angefangen48%19%36%34%
In den kommenden zwei Wochen30%31%38%33%
In etwa einem Monat15%38%15%23%
Zwei Wochen vor Weihnachten4%5%8%5%
Ich warte immer bis zur letzten Sekunde!5%7%3%5%
Quelle: Comscore

Die Studie zeigte auch große Diskrepanzen zwischen den Ländern bezüglich der Zahlungsmethoden. Kreditkarten sind mit Abstand das beliebteste Online-Zahlungsmittel in Frankreich, während in Großbritannien und Deutschland Lastschriftkarten beziehungsweise Überweisungen am populärsten sind. Paypal   als bevorzugte Zahlungsmethode war mit 14 Prozent in Frankreich und Deutschland am niedrigsten und mit 20 Prozent in Großbritannien am höchsten.

Deutsche sind insgesamt im Online-Retail ausgabefreudiger als im gesamten E-Commerce, wie eine andere Studie zeigt. In seiner aktuellen Studie unterscheidet der ECommerce-Dienstleister Pago   zwischen Online-Retail, das den Warenverkehr einer einzigen Branche bezeichnet und E-Commerce allgemein, worunter neben Retail auch noch Gambling, Travel & Entertainemnt sowie Services (vor allem TK und Internet) zählen.

Im Online-Retail zeigen sich Bundesbürger laut Studie ausgabefreudiger als im gesamten E-Commerce. Während der dortige durchschnittliche Warenkorbwert 68,70 Euro beträgt, sind es im Online-Handel mit 114,43 Euro über 105 Prozent mehr. Die Studie zum 'Kauf- und Zahlverhalten im Online-Handel' basiert auf der Auswertung realer Kaufvorgänge. Datengrundlage bildet die Auswahl von rund zehn Millionen Retail-Kaufvorgängen, die zwischen Oktober 2005 und September 2006 über die Pago-Plattform abgewickelt wurden.

Weiteres Ergebnis: Zwar holen die weiblichen Käufer im Vergleich zu den männlichen (44 zu 56 Prozent) nachweislich im Online-Handel deutlich auf, doch mit einem Klischee räumt der Pago-Retail-Report auf: Deutsche Frauen geben nicht mehr Geld als Männer aus. Im gesamten E-Commerce betrug der durchschnittliche "männlich erzeugte Warenkorbwert" im untersuchten Zeitraum genau 102,11 Euro, im Retail stieg die Summe auf sagenhafte 170,27 Euro. Da nimmt sich die Kauflust beim weiblichen Geschlecht im Online-Retail mit nur 118,95 Euro (E-Commerce gesamt: 93,26 Euro) doch geradezu bescheiden aus. Nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (BVH)   gaben die Deutschen im Jahr 2006 insgesamt rund zehn Milliarden Euro aus - mit steigender Tendenz, denn für 2007 sagt der Verband bereits einen Wert von 10,9 Milliarden Euro für Waren aus dem Internet voraus.

Dass deutsche Waren im Ausland sehr geschätzt sind, zeigt sich in der hohen Popularität heimischer Online-Retail-Angebote für Käufer aus aller Welt: Während im gesamten E-Commerce gerade einmal acht Prozent der Kunden aus nicht-europäischen Ländern kamen, so sind es im Online-Retail über 31 Prozent. Das heißt, nahezu jede dritte, in einem deutschen Internet-Shop gekaufte Ware verlässt Europa. Deutsche Käufer selbst sind da konservativer, kaufen 98,76 Prozent ihrer online bestellten Artikel auch bei heimischen Internet-Händlern ein.


Doch nicht nur das Weihnachtsgeschäft sorgt auch bei Internetdienstleistern für satte Umsatzzuwächse. So schätzt beispielsweise Laurent Burdin , Geschäftsführer Beratung von SinnerSchrader   : "Die Konsumenten haben nicht auf Weihnachten gewartet, um sich mehr und mehr im Internet zu informieren und einzukaufen. Dieses Jahr wird wieder ein Rekordjahr werden." Worauf es online jetzt ankäme sei, mit den wichtigsten Argumenten, mit den originellsten Kampagnen und mit den richtigen Konsumenten zu sprechen. "Diese Themen beschäftigen uns und unsere Kunden, z. B. mit Rich-Media-Kampagnen, mit neuen Webauftritten und mit zielgruppenabhängiger Ansprache (Web-Analytics)."

Thema: Der deutsche Weihnachtsmann ist online auf Rekordjagd

Kommentar von Christina Rose

Weihnachts- und andere Einkäufe

Der Unterschied zwischen einem guten und einem hervorragenden Weihnachtsgeschäft wird in diesem Jahr zwischen dem stationären Einzelhandel und dem Online-Handel liegen.

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 (ms)
Bild: ms
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