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Jugendliche in Deutschland fürchten Ende der Wohlstandsjahre
22.11.2022 Die junge Generation in Deutschland leidet unter der Last vieler Krisen: Coronapandemie, Klimakrise, Krieg und Inflation ängstigen die jungen Menschen. Viele gehen davon aus, dass die Wohlstandsjahre in Deutschland vorbei sind.
Sorgen belasten die Psyche
Im 'Datajockey Jugendbarometer' geben 25 Prozent der befragten 14- bis 29-Jährigen an, mit ihrer psychischen Gesundheit unzufrieden zu sein. Bei 16 Prozent macht sich Hilflosigkeit breit, 10 Prozent berichten gar von Suizidgedanken. Diese Werte sind seit der letzten Trendstudie vom Mai 2022 angestiegen. "Bei einer erschreckend großen Minderheit haben sich die psychischen Sorgen verfestigt und verdichtet, sodass dringende Unterstützung notwendig ist. Es ist nicht zu übersehen: Bei vielen jungen Menschen sind die Kräfte der psychischen Abwehr verbraucht, und die Risikofaktoren mehren sich. Wir werten das als ein dringendes Warnsignal", sagen die Studienautoren Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann.Angst vor sinkender Lebensqualität
Die junge Generation befürchtet, dass sich in Deutschland das Ende der Wohlstandsjahre abzeichnet. Lebensqualität, wirtschaftliche Lage, gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Verhältnisse werden aktuell deutlich schlechter empfunden als noch vor sechs Monaten. Auch die Erwartung an die Zukunft fällt deutlich negativer aus. Die größten Sorgen der Jugend sind Inflation (71 Prozent), gefolgt von dem Krieg in Europa (64 Prozent) und dem Klimawandel (55 Prozent). Weitere schwierige und mit Sorgen verbundene Themen der Jugend sind die Wirtschaftskrise (54 Prozent), Knappheit von Energie (49 Prozent) und Altersarmut (43 Prozent).Angst vor den Auswirkungen des Krieges
Der Krieg in der Ukraine beschäftigt die junge Generation in Deutschland weiterhin stark. An Auswirkungen befürchten sie vor allem Preissteigerungen und Geldabwertung (69 Prozent), steigende Energie- und Rohstoffpreise (68 Prozent) sowie die Sorge vor einer Zunahme von Flüchtlingsströmen (44 Prozent). Weitere Auswirkungen, die viele umtreiben, sind ein Leben in Angst vor Krieg (35 Prozent), Ausweitung des Kriegs auf Deutschland (28 Prozent), dass junge Menschen als SoldatInnen eingezogen werden (17 Prozent) und Atomwolken über Deutschland (14 Prozent). Die Mehrheit fürchtet also vor allem finanzielle und wirtschaftliche Folgen des Krieges, nur eine Minderheit geht davon aus, direkt oder indirekt in das Kriegsgeschehen einbezogen zu werden. Immerhin 7 Prozent der Befragten haben Angst, wegen des Krieges fliehen oder den eigenen Wohnort verlassen zu müssen.Angst vor steigenden Preisen
Bei den konkreten Auswirkungen der Inflation gaben die Befragten an, es seien vor allem die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln (75 Prozent) sowie bei Strom und Gas (72 Prozent), welche sie finanziell belasten. Mit größerem Abstand folgen die Kosten für Mobilität/Verkehrsmittel (41 Prozent), Miete (37 Prozent) und Freizeitaktivitäten (34 Prozent). Ein Teil der Befragten lebt noch im Elternhaus und kann die Preissteigerungen aus diesem Grund mit Unterstützung der Familie abfedern. Die jungen Leute in eigener Wohnung oder eigenem Haushalt hingegen spüren die starken Belastungen viel direkter: Unter SchülerInnen geben beispielsweise 65 Prozent eine hohe Belastung durch die Teuerung von Strom und Gas an, bei Studierenden sind es 13 Prozent mehr (78 Prozent). Eine erschreckende Erkenntnis ist, dass 20 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen angeben, Schulden zu haben.
