Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Was ist Deine Digitalagentur wert? Agenturwert berechnen
Sechs Zahlen aus der BWA genügen, um herauszufinden, was aktuell Deine Agentur wert ist und welche Faktoren den Wert beeinflussen.
Agenturwert berechnen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Demographie

Jugendliche in Deutschland fürchten Ende der Wohlstandsjahre

22.11.2022 Die junge Generation in Deutschland leidet unter der Last vieler Krisen: Coronapandemie, Klimakrise, Krieg und Inflation ängstigen die jungen Menschen. Viele gehen davon aus, dass die Wohlstandsjahre in Deutschland vorbei sind.

 (Bild: ambermb auf Pixabay)
Bild: ambermb auf Pixabay
Ihre Sorgen dokumentiert die halbjährlich erscheinende Trendstudie 'Jugend in Deutschland'  , die von Jugendforscher Simon Schnetzer und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School Berlin) zum fünften Mal veröffentlicht wurde. Für die Trendstudie wurden 1027 junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren von Bilendi Respondi befragt. Ergänzend führen die AutorInnen Gruppeninterviews zu Trendthemen durch.

Sorgen belasten die Psyche

Im 'Datajockey Jugendbarometer' geben 25 Prozent der befragten 14- bis 29-Jährigen an, mit ihrer psychischen Gesundheit unzufrieden zu sein. Bei 16 Prozent macht sich Hilflosigkeit breit, 10 Prozent berichten gar von Suizidgedanken. Diese Werte sind seit der letzten Trendstudie vom Mai 2022 angestiegen. "Bei einer erschreckend großen Minderheit haben sich die psychischen Sorgen verfestigt und verdichtet, sodass dringende Unterstützung notwendig ist. Es ist nicht zu übersehen: Bei vielen jungen Menschen sind die Kräfte der psychischen Abwehr verbraucht, und die Risikofaktoren mehren sich. Wir werten das als ein dringendes Warnsignal", sagen die Studienautoren Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann.

Angst vor sinkender Lebensqualität

Die junge Generation befürchtet, dass sich in Deutschland das Ende der Wohlstandsjahre abzeichnet. Lebensqualität, wirtschaftliche Lage, gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Verhältnisse werden aktuell deutlich schlechter empfunden als noch vor sechs Monaten. Auch die Erwartung an die Zukunft fällt deutlich negativer aus. Die größten Sorgen der Jugend sind Inflation (71 Prozent), gefolgt von dem Krieg in Europa (64 Prozent) und dem Klimawandel (55 Prozent). Weitere schwierige und mit Sorgen verbundene Themen der Jugend sind die Wirtschaftskrise (54 Prozent), Knappheit von Energie (49 Prozent) und Altersarmut (43 Prozent).

Angst vor den Auswirkungen des Krieges

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt die junge Generation in Deutschland weiterhin stark. An Auswirkungen befürchten sie vor allem Preissteigerungen und Geldabwertung (69 Prozent), steigende Energie- und Rohstoffpreise (68 Prozent) sowie die Sorge vor einer Zunahme von Flüchtlingsströmen (44 Prozent). Weitere Auswirkungen, die viele umtreiben, sind ein Leben in Angst vor Krieg (35 Prozent), Ausweitung des Kriegs auf Deutschland (28 Prozent), dass junge Menschen als SoldatInnen eingezogen werden (17 Prozent) und Atomwolken über Deutschland (14 Prozent). Die Mehrheit fürchtet also vor allem finanzielle und wirtschaftliche Folgen des Krieges, nur eine Minderheit geht davon aus, direkt oder indirekt in das Kriegsgeschehen einbezogen zu werden. Immerhin 7 Prozent der Befragten haben Angst, wegen des Krieges fliehen oder den eigenen Wohnort verlassen zu müssen.

Angst vor steigenden Preisen

Bei den konkreten Auswirkungen der Inflation gaben die Befragten an, es seien vor allem die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln (75 Prozent) sowie bei Strom und Gas (72 Prozent), welche sie finanziell belasten. Mit größerem Abstand folgen die Kosten für Mobilität/Verkehrsmittel (41 Prozent), Miete (37 Prozent) und Freizeitaktivitäten (34 Prozent). Ein Teil der Befragten lebt noch im Elternhaus und kann die Preissteigerungen aus diesem Grund mit Unterstützung der Familie abfedern. Die jungen Leute in eigener Wohnung oder eigenem Haushalt hingegen spüren die starken Belastungen viel direkter: Unter SchülerInnen geben beispielsweise 65 Prozent eine hohe Belastung durch die Teuerung von Strom und Gas an, bei Studierenden sind es 13 Prozent mehr (78 Prozent). Eine erschreckende Erkenntnis ist, dass 20 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen angeben, Schulden zu haben.
Keine unbeschwerte Jugend: Die Krisen belasten auch die junge Generation sehr stark.
Keine unbeschwerte Jugend: Die Krisen belasten auch die junge Generation sehr stark. (Grafik: Trendstudie Jugend in Deutschland)

Geld wird wieder wichtiger

Unter dem Eindruck der Krisenlage verschieben sich die Erwartungen an Beruf und Arbeit sodass Geld (60 Prozent) erneut das Motivations-Ranking mit deutlichem Abstand vor Spaß (43 Prozent) und dem Erreichen von Zielen (33 Prozent) anführt. "Genug Geld ist für sich kein guter Motivator, doch es steht in Zeiten der Krisen für Sicherheit und stellt für viele die Grundvoraussetzung für Leistungsmotivation dar", erklärt Simon Schnetzer den für Arbeitgeber und Führungskräfte herausfordernden Befund. Weitere wichtige Aspekte der Motivation junger Menschen sind die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit (22 Prozent) und Anerkennung (21 Prozent) beispielsweise in Form von positivem oder konstruktivem Feedback.

Stolz auf die Nation und Europa

Die junge Generation in Deutschland hat nach dieser Untersuchung ein entspanntes und selbstverständliches Verhältnis zu ihrer Nation. Fernab von jedem Nationalismus hat sich eine Haltung der Anerkennung und des Stolzes etabliert. Spürbar angestiegen im Laufe der Jahre ist auch die starke Identifizierung mit Europa.
Neuer Kommentar  Kommentare:
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: