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Das sind die Tools und Trends im lokalen Marketing 2018
21.02.2018 Lokale Präsenzgeschäfte sind mehr als Absatzkanäle. Es sind Trumpfkarten im Marketing. Amazon hat das längst erkannt, alle sollten es nachahmen. Dafür sind Filialen gar nicht nötig: Man kann sein Marketing auch einfacher lokal machen. So geht's.
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Die zweite große Welle wird von Voice Search und Agenten losgetreten: Da Sprachagenten keine Suchergebnisseite mit zehn Treffern auswerfen, sondern genau eine Antwort parat haben sollen, bekommt ein Rankingfaktor wie Lokalität ein neues Gewicht: Wer einem mittels Sprachagent suchenden Nutzer das beste Angebot in der Nähe macht, wird gewinnen. Marken sind also gut beraten, wenn sie sich selbst und ihr Marketing lokalisieren. Tatsächlich zeigt eine Reihe von Entwicklungen an, dass der Weg auf das Kundenradar künftig über Lokalität führt.
- Jeder zweite Nutzer verwendet das soziale Netzwerk Facebook als lokale Auskunftsquelle - die Mitglieder lassen sich von Markenseiten, Nutzer-Empfehlungen oder dem lokalen Feature Places auf Orte und Geschäfte in der Nähe aufmerksam machen, berichtete Forbes .
- In zehn bedeutenden Märkten weltweit kommt mehr als die Hälfte der Google-Suchanfragen von Mobilgeräten, darunter USA und Japan, berichtet Smartinsights .
- Google Bulletin wirbt doppelsinnig mit dem sozial wie lokal begreifbaren Slogan 'Posts from your community'.
- Facebook kündigte an , lokalen Nachrichten mehr Raum und Gewicht einzuräumen.
- Marken, die nur eine Online-Präsenz besitzen, aber keine Ladengeschäfte haben.
- Marken mit stationären Geschäften und mit Online-Präsenz (so rudimentär oder im Aufbau befindlich diese auch sein mag).
"Verschiedene Etappen der CJ lassen sich lokal abbilden", sagt Richter. Es komme darauf an, was die eigene Zielgruppe lokal macht: Informiert sie sich allgemein, konkretisiert sie ihre Kaufabsicht in Bezug auf ein bestimmtes Produkt oder schließt sie den Kauf offline ab? Und wo befindet sich die eigene Zielgruppe zu welchem Zeitpunkt? Wie lässt sie sich lokal ansprechen? Hier zahlt sich die Arbeit mit Personas aus, die prototypisch für bestimmte Kunden stehen. Weiß man dann, in welchen Räumen oder Läden sich diese idealtypischen Kunden bewegen, kann man sie über Kooperationen mit Präsenz-Marken ansprechen - und so lokal werden, selbst wenn man keine eigenen Ladengeschäfte hat.
Für Besitzer lokaler Präsenzen dagegen ist es Pflicht, erstmal die Hausaufgaben zu machen: "Online ist für Geschäfte Google My Business das Schaufenster. Hier muss man die Daten pflegen, dann rückt man gleich näher an Adwords heran, kann mit den Kontaktdaten arbeiten und das Marketingpotenzial eskalieren", sagt Sebastian Socha, Local-SEO-Experte und Leiter der Produktentwicklung/Inhouse SEO bei WinLocal GmbH / www.KennstDuEinen.de . Allerdings beobachtet Socha einen Trend der Verkomplizierung im Lokal-Marketing - zumindest bei Google: "Die Aufgaben sind so komplex, das ist eher was für Agenturen als für Einzelkämpfer. Sehr viele Funktionen stecken da tief unter der Haube, im Backend, statt in den Benutzer-Frontends."
| Lokal-Marketing-Tools für Marken, die ohne lokale Stützpunkte funktionieren | |
|---|---|
| Marketing-Tool | Funktionsweise |
| Kooperationen mit Geschäften vor Ort | Man sucht sich lokale Präsenzen aus, mit denen sich vor Ort Kampagnen mit gemeinsamen Interessen umsetzen ließen. Beispielhaft könnte etwa eine Krankenkasse mit einem Fitnessstudio zusammenarbeiten und sich beide gegenseitig Mitglieder zuschieben. |
| Mikrokampagnen | Die vorzugsweise mit Kooperationspartnern umzusetzenden Kampagnen zielen auf sehr präzise Zielgruppen und Orte - bis hinunter auf Stadtteile und kleinere Einzugsgebiete. Die Partner erhalten Flyer oder Aufsteller als Materialien gestellt. |
| CJ-Analyse | Marken finden heraus, was ihre Kunden im Tagesablauf tun/mit hoher Wahrscheinlichkeit tun (siehe 'Personas'), wo sie Infos generieren und wo Käufe abschließen. Man identifiziert und adressiert dann die Touchpoints, die auf lokaler Ebene adressierbar sind (Kunden trinken morgens Coffee-to-go? Man geht in die Verkaufsstellen.) |
| Personas | Marken bilden anhand ihrer Daten/Erkenntnisse über Kunden prototypische Personas - Kundengruppen, die bestimmte Attributen haben und sich gemeinsam adressieren lassen. |
| Geofencing | Man targeted Nutzer in einem bestimmten Gebiet über Location Based Services: Mikrolokale Kampagnen, mit Push Notifications oder Bannern, nur in einem sehr engen Gebiet ausgeliefert |
| Tools für Marken mit lokaler Präsenz | |
| Die Basics... | Google MyBusiness-Eintrag pflegen, Fanpage auf Facebook |
| Reviews generieren | Gute Bewertungen sind nicht nur starker Fürsprecher lokaler Geschäfte, sie helfen in der Masse auch, alte, negative Wertungen zu egalisieren. Vieles spricht nach Einschätzungen von SEOs dafür, dass Google zunehmend generelle Tendenzen abbildet - und zu ihren Gunsten Ausreißer nach unten schwächer gewichtet oder gar ignoriert. |
| Homepage | Ankerpunkt aller Marketingbemühungen. Für kleine Franchisenehmer nicht unbedingt als eigene Domain nötig, eine Subdomain auf der Mutterseite reicht - diese sollte aber relevante Infos individuell auflisten: Öffnungszeiten, Adresse, Sonderausstattungen etwa (zum Beispiel Waschstraße bei Tankstelle). Im Bedarfsfall beim Mutterschiff Stress machen, damit fehlende Features ergänzt werden. |
| Markenbotschafter Kunde | Service, Kulanz und Freundlichkeit vor Ort sind starke Waffen im Word-of-Mouth-Marketing. Wer lokale Präsenzen besitzt, sollte das Potenzial ausbeuten, Individuen zu Markenbotschaftern zu machen. |
| Datenfeeds / Local Inventory | Dafür braucht man saubere PIM-Systeme und Warenwirtschaftssysteme: Der Offline-Bestand wird online verfügbar gemacht. Google bietet dieses Feature als Local Inventory Ads an. Läden können so in direkte Konkurrenz zu Shops gehen und mit dem Pfund der sofortigen Verfügbarkeit wuchern. |
Diese Tools sind vor dem Hintergrund dreier Megatrends zu sehen.
- 'Lokalität' wird als Sichtbarkeitsfaktor noch mehr an Bedeutung gewinnen. Agenten, Voice Search und generelle ECommerce-Trends arbeiten dem entgegen.
- Die Abhängigkeit der Marken und Firmen von Google und Facebook als lokalen Marketingplattformen wird steigen.
- Die Komplexität der lokalen Marketingaufgaben steigt an. Basics kann man mit etwas Zeit und Muße als kleine Firma alleine bestreiten - mit mehr Filialen und höheren Ansprüchen wird es kompliziert: Local Marketing wird zunehmend Agentur-Stoff.
Vier Szenarien
Der Handel siegt
Die bestehenden Präsenzgeschäfte nutzen die zunehmende Fusion von Online- und Offline-Commerce am besten für ihr Marketing aus. Kleine Geschäfte, aber auch Filialisten profitieren von lokalisiertem Marketing.
Mischlandschaft
Von einem lokal-getriebenen Marketing im Sprachassistenten-Zeitalter profitieren zum einen umtriebige Präsenzläden (besonders größere Ketten). Aber auch bisherige Online-Player oder überregionale Konzerne gewinnen, die zunehmend auf Vor-Ort-Präsenz setzen und diese im Marketing ausnutzen.
Lokal ist temporär
Lokale Präsenz ist ein Übergangs- und Rückzugsphänomen eines sich immer mehr ins Internet verlagernden Commerces und Marketings.
Große Internetkonzerne gewinnen
Besonders die Amazons dieser Welt siegen: Große, online-getriebene Konzerne, die ihren Erfolg zunehmend durch den Ausbau von Präsenzfilialen - und den damit verbundenen Marketingtools- ausbauen und sichern.
