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Online-Werbung: "Klickbetrug wird in Deutschland hochgekocht"
22.10.2007 In den USA werden faule Klicks bei Online-Werbung zunehmend zu einer Gefahr für Werbetreibende. Vor allem Anzeigen in Suchmaschinen sind laut einer aktuellen Studie von Betrügereien betroffen. Auch hierzulande ist Klickbetrug ein Thema, wenn auch noch lange nicht so sehr wie in den Vereinigten Staaten. Wofür deutsche Agenturen und Dienstleister übrigens eine simple Begründung haben.
Noch düsterer fällt die Bilanz aus, wenn man sich ausschließlich Suchmaschinenanzeigen anschaut. Bei Pay-per-Click-Kampagnen wie Google Adsense lag der Anteil fauler Klicks in den USA sogar bei 28,1 Prozent im dritten Quartal 2007. Im zweiten Quartal 2007 betrug dieser Wert erst 25,6 Prozent, zum Jahresende 2006 sogar erst 19,2 Prozent. Über 60 Prozent des Traffics von geparkten Domains basierte zudem im dritten Quartal 2007 auf Klickbetrug.
Im Vergleich zu anderen gibt es in den USA überproportional viel Klickbetrug. Laut der Studie von Click Forensics sind etwa in Frankreich nur 4,2 Prozent aller Klicks auf Online-Werbung faul. In Deutschland fällt dieser Wert sogar noch ein wenig geringer aus: Hierzulande macht falsche Klicks bei Online-Kampagnen der Studie nach nur 3,7 Prozent aller Klicks aus.
Dass in Deutschland derzeit Klickbetrug eine weitaus geringere Gefahr darstellt als etwa in den USA, hat auch Stefan Schüle , Client Relationship Manager der Münchner SEM-Agentur Komdat , bemerkt. Seiner Einschätzung nach wird Klickbetrug hierzulande "von den Medien viel zu sehr hochgekocht".
Laut Gilles Bourdin , Geschäftsführer des internationalen SEM-Dienstleisters NetBooster , fällt in Deutschland die Zahl der faulen Klicks vor allem aus einem Grund vergleichsweise niedrig aus. So hat er bei der Zusammenarbeit mit Kunden aus England, Frankreich und Deutschland bemerkt, dass deutsche Werbekunden "sehr technikgetrieben" sind. "Hierzulande wird alles gemessen und hinterfragt", beschreibt er seine Erfahrungen. "In ausländischen Märkten interessieren sich die Kunden mehr für die puren Ergebnisse."
Laut Bourdin würden deutsche Dienstleister mehr Zahlen messen und dadurch ungültige Klicks von vornherein bei ihren Kampagnen eher ausschließen: auffallend viele Klicks von einer einzigen IP-Adresse beispielsweise. In den USA dagegen seien Webanalyse und Reporting noch nicht so ein großes Thema wie in Deutschland.
