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Dmexco verliert vor allem international
10.02.2020 Die Dmexco hat jetzt die zertifizierten Zahlen für 2019 vorgelegt. Unsere Auswertung zeigt: Ihre im Jahr 2019 kommunizierten Aussteller- und Besucherzahlen sind laut offizieller Zählung in Wirklichkeit deutlich niedriger. Gegenüber 2017 verliert die Messe bis zu 34 Prozent.
Anders als die Konkurrenten OMR und Internet World Expo ist die Kölnmesse (und damit die Dmexco) Mitglied des Messeverbands AUMA und meldet die Zahlen öffentlich. iBusiness hatte schon kurz nach Messeende die von der Dmexco per Pressemitteilung kommunizierte Zahl von 980 Ausstellern angezweifelt ("Dmexco 2019: Noch Erfolg - oder schon Rückgang?"): Während die Dmexco-Leitung 980 Aussteller meldete, hatte wir in der offiziellen Dmexco-App nur 888 Aussteller gezählt. Auf Nachfrage von iBusiness.de hatte ein Messesprecher damals erklärt, die Differenz in der App kommt dadurch zustande, weil "wir Submarken in der Liste immer unter dem jeweiligen Hauptaussteller listen, z.B. YouTube unter Google" - eine Differenzierung, die AUMA stets ablehne.
Selbst wenn man dem Argument folgt, dass die der AUMA gemeldeten und von der FKM zertifizierten Zahlen (zurecht) unterschiedlich sind, dann sollte zumindest die offiziellen Zahlen konsistent sein. Doch auch hier zeigen sich deutliche Abweichungen: Die Zahl der Abweichungen der von der Dmexco offiziell kommunizierten Ausstellerzahlen und denen, die FKM und AUMA zertifiziert hatten, beträgt zwischen dem Jahr 2013 und 2017 zwischen zwei und drei Prozent - die Dmexco hat also regelmäßig eine um zwei bis drei Prozent höhere Zahl kommuniziert, als sie der AUMA schließlich gemeldet hat.
Dies ändert sich im vorvergangenen Jahr 2018: Damals kommunizierte die Dmexco tausend Aussteller - zertifiziert sind allerdings nur 938 - eine Differenz von immerhin schon sieben Prozent. Im vergangenen Jahr 2019 steigt die Differenz gar auf 16 Prozent: Statt der öffentlich kommunizierten 980 Aussteller zählt die AUMA nur 847 Aussteller - eine gegenüber dem langjährigen Durchschnitt achtmal höhere Differenz von rund 16 Prozent.
Ob die Zahl, der auf der Dmexco ausstellenden Dachmarken in den vergangenen Jahren so explosionsartig gewachsen ist (oder welche Begründung es sonst für diese Diskrepanz gibt) konnte uns die Messe trotz Rückfrage bis Redaktionsschluss nicht beantworten.
Basierend auf der FKM-Zertifizierung haben wir die Ausstellerzahlen der großen Digitalmarketingveranstaltungen gegeneinander gestellt:
Analysiert man allerdings die zertifizierten Messekennzahlen im einzelnen, dann zeigt sich, dass die Differenz nicht daher rührt, ob man eine Marke als Subaussteller doppelt zählt oder nicht. Denn die Aussteller-Standfläche selbst ist zurückgegangen - von 28590 auf 26453 Quadratmeter - ein Minus von sieben Prozent. Gegenüber 2017 sogar ein Rückgang um 24 Prozent. Bitter. Denn legt man den Quadratmeterpreis von 289 Euro zugrunde, den die Messe von ihren Ausstellern verlangt, dann hat die Dmexco rechnerisch (ohne rabatte) gegenüber 2018 über 617.000 Euro Ausstellereinnahmen weniger - gegenüber 2017 sogar über 2,4 Millionen Euro.
Der Aussteller- und Besucherrückgang aus Deutschland ist relativ moderat. Es sind vor allem die ausländischen Besucher und die ausländischen Aussteller, die den Weg nicht mehr in die Kölner Messehallen finden:
Weniger ausländische Unternehmen, die - wenn sie denn ausstellen - dies auch noch auf weniger Quadratmetern tun: Diese Zahlen können eine Messe mit europäischem und internationalen Anspruch nicht zufriedenstellen. Die zahl der US-Unternehmen hat sich binnen zwei Jahren nahezu halbiert (zuletzt noch 48), der Hightech-Standort Israel ist noch mit sieben Unternehmen vertreten, 2017 waren es mehr als fünfmal so viele.
Disclaimer: ONEtoONE organisiert auf der OMR zusammen mit dem DDV eine Dialogarea und ein Konferenzprogramm.
