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Zukunft für Bewertungsportale im Internet entscheidet sich am 23. Juni
16.06.2009 Künftig können AOK-Mitglieder die sie behandelnden Ärzte im Internet bewerten. Ein Schritt, der den Bewertungsportalen allgemein den Rücken stärkt. Denn am 23. Juni entscheidet der BGH über die Rechtmäßigkeit von Bewertungsportalen.
Wie iBusiness berichtete, hatte das Oberlandesgericht Köln in einem Urteil entschieden, dass das Bewertungsportal Spickmich keine Persönlichkeitsrechte verletze. Bei SpickMich.de können Schüler ihre Lehrer mit Schulnoten bewerten. Nach dem OLG greifen die Bewertungen auf Spickmich.de nicht rechtswidrig in das Persönlichkeitsrecht der bewerteten Lehrkräfte ein, da die Bewertung lediglich ein Werturteil darstelle. Das Bewertungsforum des Schülerportals falle daher in den Schutzbereich des Grundrechts auf Meinungsäußerung.
Interessant wird vor allem sein, wie der BGH die Auffassungen der Datenschützer beurteilen, wonach ein Bewertungsportal nur dann genutzt werden dürfe, wenn die Nutzer ein "berechtigtes Interesse" an der Bewertung hätten. Rechtsexperte Kim Oliver Klevenhagen von der IT-Kanzlei Dr. Thomas Schulte übt vor allem an dem Wort "berechtigt" Kritik. "Bei einem 'berechtigten Interesse' handelt es sich um einen Persilschein, um jedwede öffentliche Meinungsäußerung unterbinden zu können", argumentiert er gegenüber iBusiness. So sei es für Firmen dann ein leichtes negative Produktbewertungen mit dem Hinweis auf ein "fehlendes berechtigtes Interesse aus dem Internet entfernen zu lassen", skizziert Klevenhagen im Gespräch mit iBusiness die Folgen.
Durch die Ankündigung der AOK könnten Bewertungsportale wie eben SpickMich, Jameda oder DocInsider , einen mächtigen Verbündeten auf ihre Seite bekommen. Auch bei Jameda scheinen sich die Verantwortlichen ziemlich sicher zu sein, dass der BGH zu Gunsten der Bewertungsportale entscheidet. Wie das Verlagshaus Burda, zu dem Jameda gehört, bekannt gab, hat Jameda den Konkurrenten Ärzte-Bewerten.de übernommen. Die Nutzer des Portals werden bereits direkt auf Jameda umgeleitet. Dass Bewertungsportale trotz der noch unsicheren Rechtslage ein begehrtes Investitionsobjekt sind, zeigt sich daran, dass Burda beim Verkauf von Ärzte-Bewerten.de nur einer von mehreren Interessenten gewesen sein muss. Denn Ärzte-Bewerten.de-Gründer Ronny Rohde äußerte sich zur Übernahme durch die Burda-Tochter wie folgt: "Wir haben uns bei der Suche nach einem Käufer für die Jameda GmbH entschieden, weil wir unser Produkt und unsere User dort in besten Händen sehen."
In den USA haben Bewertungsportale für Ärzte bereits dazu geführt, dass Patienten vor einer Behandlung eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen müssen. Das Formblatt können sich Ärzte über die Website Medical Justice herunterladen.
Am: 16.06.2009
Zu: Zukunft für Bewertungsportale im Internet entscheidet sich am 23. Juni
Zitat:
"Wir haben uns bei der Suche nach einem Käufer für die Jameda GmbH entschieden, weil wir unser Produkt und unsere User dort in besten Händen sehen"
Die User waren wohl nicht das interesse sondern eher die Platzierung in den Serps denn sonst hätten sie die User ja übernommen.
Zitat jameda.de
"Von Ihnen abgegebene Bewertungen auf www.aerzte-bewerten.de konnten wir aus technischen und rechtlichen Gründen leider nicht übernehmen. Wir bitten Sie daher, Ihre Ärzte erneut auf jameda.de zu bewerten."
