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Warum I-D Media nur noch ein Fünftel wert ist

15.12.2008 Für I-D Media wird es gleich zu Jahresbeginn Ernst: Dann muss sich der Vorstand vor den Aktionären für miese Kurse, rote Zahlen und einen Wertverlust rechtfertigen. Ohne neues Geld in den Kassen, schlittert das Unternehmen schweren Zeiten entgegen.

 (Bild: consumerist.com)
Bild: consumerist.com
Die Personalie am vergangenen Freitag hatte es in sich. Vorstandschefin Regine Haschka-Helmer ihr Mandat bei der börsennotierten I-D Media    nieder. Nach 19 Jahren bei I-D Media wird Haschka-Helmer die Agentur mit unbekanntem Ziel verlassen. Knapp einen Monat vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 12. Januar 2009 macht sie Platz, um den Neuanfang bei dem Unternehmen zu ermöglichen. Bei I-D Media waren 2007 und auch das bisherige Jahr keine erfreulichen. Im januar soll nun in Berlin von den Aktionären eine Rettung verabschiedet werden. Geplant ist, die Anteile im Verhältnis 5 zu 1 abzuwerten. Zu Deutsch: Von den gut 9 Millionen Grundkapital werden den Aktionären nur noch weniger als 2 Millionen bleiben, ihre Anteilsscheine sind dann nur noch ein Fünftel wert.

 (Bild: boerse.ard.de)
Bild: boerse.ard.de

Durch das starke Absenken des Grundkapitals sollen Wertminderungen und Verluste ausgeglichen werden, die die Gesellschaft belastet haben. Auch mit Optionsanleihen oder Wandelschuldverschreibungen will man in Zukunft versuchen, wieder Geld ins Unternehmen zu holen. Weiterhin ist für 2009 die Ausgabe neuer Aktien vorgesehen. Wer aber all die neuen Papiere zeichnen soll, ist vollkommen unklar. Den Rückzug der bisherigen CEO hat am Freitag an der Börse keine Spuren hinterlassen. Niemand ist an den Aktien interessiert.

Die I-D Media AG hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008 einen Konzernumsatz in Höhe von 7,5 Mio. Euro (Vorjahr: 10,6 Millionen Euro) und ein operatives Konzernergebnis vor Sondereinflüssen in Höhe von minus 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: minus 3,3 Millionen Euro) erzielt. Durch die Insolvenz der Tochtergesellschaft tsoosayLabs GmbH entstanden bei der I-D Media AG weitere buchmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Im Jahr 2007 lief es ebenfalls mies: Es sammelte sich ein Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von gut 7 Millionen Euro an, der zu einem Konzernfehlbetrag von 10,4 Millionen Euro führte (Bilanzierung nach IFRS). Bilanziert nach HGB-Regeln war im Jahr 2007 noch ein Jahresfehlbetrag von 7 Millionen Euro entstanden.

 (Bild: HighTect Verlag)
Bild: HighTect Verlag

Vom Grundkapital ist kaum etwas übrig - welcher strategische Investor da zugreifen mag, bleibt schleierhaft. Kleinanleger werden wohl kaum zu Fans der Aktien werden. zu dem Kundenkreis von I-D Media gehören nach Firmenangaben unter anderem Toshiba  , eBay  , Sony   oder Microsoft  . Schwerpunkte der Dienstleistungen sind Marketing und Kommunikation, Communities und Plattformen, IPTV sowie Technologie. Seit 1988 sahnte die Agentur 75 Auszeichnungen bei internationalen und nationalen Wettbewerben ab. Allerdings rutschte I-D Media im NMSR vom vierten Platz des Jahres 2007 auf Platz elf ab.

Thema: Warum I-D Media nur noch ein Fünftel wert ist

Kommentar von Thomas Kletschke

I-D Media: Harter Winter

In einer Konjunktur, in der Banker und Bürger möglichst wenig ausgeben wollen, hat es ein angeschlagenes Unternehmen wie I-D Media doppelt schwer. Sollte die Agentur weiter abrutschen, wäre die Branche insgesamt geschwächt.

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 (Foto Studio 54)
Bild: Foto Studio 54
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