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Pixelpark: Operation Elefant angelaufen
08.09.2008 Nach den missglückten Höhenflügen des ehemaligen Lufthansa-Manns Michael Riese setzt Pixelpark auf zwei reine Agentur-Manager als Vorstände. Mit langem Atem - den Pixelpark zweifellos brauchen wird - läutet das Unternehmen die Rückkehr zur alten Strategie an. Zugleich distanziert sich die neue Führung samt Aufsichtsrat deutlich von Riese.
Pixelpark-Aufsichtsratschef Wolf-Dieter Gramatke über die Personalie: "Horst Wagner und Dirk Kedrowitsch stehen für eine deutlich operativere Ausrichtung. Das Duo arbeitet seit nunmehr 16 Jahren zusammen und steht für erfolgreiches, konsequentes Management, was sie zuletzt bei der Elephant Seven AG bewiesen haben." Somit hat hat sich das Kontrollgremium gleichsam für ein Elefanten-Duo entschieden. In der Mythologie gilt der Elefant laut Wikipedia als "weise, stark und keusch, aber auch als nachtragend".
Ein kleiner nachtragender Hieb auf Ex-CEO Michael Riese ist denn auch die erste Äußerung Wagners als Vorstandschef: "Schon im letzten Jahr haben wir mit unserem operativen Geschäft inhaltlich und wirtschaftlich eindrucksvolle Ergebnisse erzielt. Leider wurden diese durch immense Kosten für Beratung und Organisation der M&A-Aktivitäten überschattet", so Horst Wagner in der Mitteilung von diesem Wochenende.
Wenig überraschender Hauptpunkt der Operation Elefant ist die Rückbesinnung auf alte Tugenden. Den Ausbau der aus Pixelparks Sicht "erfolgreichen Strategie der Wert steigernden Kommunikationsdienstleistungen". Aufsichtsrat und der neue Vorstand setzten "zukünftig auf die Qualitäten des Kerngeschäftes: integrierte Kommunikations- und E-Business-Dienstleistungen".
Kurzfristig wolle man durch Restrukturierung und Neufokussierung das Unternehmen schlanker machen. Dadurch soll vor allem innerhalb kurzer Zeit wieder ein positiver Cashflow erreicht werden. Im Klartext heißt das: sparen, sparen, sparen. Durch klare Zielvorgaben und eine offene Haltung gegenüber Kunden und Shareholdern wolle Pixelpark wieder die Akzeptanz erfahren, die der Marke Pixelpark zustehe. Der derzeitige Kurs der Pixelpark-Aktie entspräche jedenfalls nicht dem Status des Unternehmens, so die Agentur-Gruppe.
Bevor allerdings der Kurs der Aktie, der allein innerhalb des letzten Monats um etwa 20 Cent auf zuletzt 36 Cent gefallen war, wieder anzieht, müssen Aktionäre, Mitarbeiter und die Führung der AG sich noch in Geduld üben. Unabhängig von Rieses Weggang und der Neuausrichtung gelten Wertberichtigungen im verschobenen Pixelpark-Finanzbericht unter Beobachtern als notwendig.
