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Studie: Online-Nutzung holt gegenüber TV auf
03.04.2006 (iBusiness) Während die TV-Nutzung in Europa mehr oder weniger vor sich hindümpelt, erfreut sich das Internet kontinuierlicher Beliebtheitssprünge nach oben. Welche Marketing-Zielgruppe für die steigende Online-Nutzung in Europa verantwortlich ist, hat nun eine aktuelle Studie herausgefunden und dabei gleichzeitig die weiblichen Nutzer unter die Lupe genommen.
Laut den Analysten verbringen europäische Konsumenten immer mehr Zeit online. So kommt der durchschnittliche europäische Nutzer inzwischen auf über zehn Stunden wöchentlich. Zudem ist das Internet ab zehn Uhr morgens das zweit-dominanteste Medium. Dabei sind es vor allem junge Europäer im Alter zwischen 16 und 24 Jahren, die die Internet-Nutzung vorantreiben. Drei Viertel dieser Zielgruppe gehen laut den Analysten in einer typischen Woche online. Die Surf-Zeit beträgt dabei zwischen 16 und 24 Stunden.
Während die TV-Nutzung der Europäer laut der Studie seit 2003 zwischen 83 Prozent und 86 Prozent in 2005 nur marginal wächst und zwischendurch auch rückgängig war (2004: 82 Prozent), kann sich die Internet-Nutzung einer stetig zunehmender Beliebtheit erfreuen. So ist die Frequenz von 4,4 Tagen die Woche in 2003 bei 51 Prozent der Internetnutzer auf 5,2 Tage 2005 und 69 Prozent der Onliner angewachsen. Dies führt laut den Analysten zu einer Zunahme cross-medialer Werbung.
Dabei surfen die Europäer eine große Breite von Websites an, die laut den Analysten von ECommerce-Seiten bis zu Seiten mit lokalen Inhalten und Online-Spielen reicht. Dabei stehen die Europäer auch neuen Internet-Aktivitäten aufgeschlossen gegenüber: Einer von zehn europäischen Onlinern verfasst regelmäßig Beiträge in Online-Blogs oder Podcasts und führt Telefongespräche via VoIP.
Dabei nutzen laut EIAA immer mehr Frauen in Europa das Internet. Im Jahr 2005 gingen demnach so viele weibliche europäische Nutzer online wie nie zuvor. Denn 41 Prozent der Frauen in Europa surften im vergangenen Jahr im Internet - dies entspricht einem Zuwachs von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland gingen sogar überdurchschnittliche 45 Prozent der befragten Frauen regelmäßig online. Dabei waren besonders Suchmaschinen (Europa: 84 Prozent / Deutschland: 82 Prozent), Webmail-Angebote (jeweils 75 Prozent) und Reise-Webseiten (Europa: 56 Prozent / Deutschland: 50 Prozent) sehr beliebt.
Unter den weiblichen Nutzern surfen vor allem junge Frauen vermehrt im Web: 74 Prozent der befragten Europäerinnen zwischen 16 und 24 Jahren nutzen laut den Analysten bereits das Internet. Frauen ab 55 Jahren sind dagegen weniger online (15 Prozent). In Deutschland ist die Verbreitung des Internets dagegen in allen Altersstufen deutlich größer. So sind hierzulande 81 Prozent der Befragten zwischen 16 und 24 Jahren sowie 21 Prozent der über 55-Jährigen online.
Die weiblichen User in Europa haben 2005 laut den Analysten durchschnittlich 9,3 Stunden pro Woche online verbracht. Damit steigerte sich ihre Mediennutzungszeit in den letzten zwei Jahren um beeindruckende 63 Prozent. Am längsten waren die Befragten in Frankreich mit durchschnittlich 11,4 Stunden pro Woche online. Die Frauen in Deutschland verbrachten dagegen im europäischen Vergleich am wenigsten Zeit im Internet. Trotz eines Zuwachses der Mediennutzungszeit um 47 Prozent waren sie nur 7,5 Stunden pro Woche online.
"Ein Grund für die relativ kurze Internet-Nutzungszeit bei den deutschen Frauen ist in der geringen Breitband-Durchdringung in Deutschland zu sehen", interpretiert United-Internet-Sprecherin Nadja Elias die Studienergebnisse. Während in vielen europäischen Ländern der Breitbandzugang bereits weit verbreitet sei, habe Deutschland hier einen echten Nachholbedarf. Laut EIIA verfügten nur 44 Prozent der deutschen Befragten im vergangenen Jahr über einen Breitbandzugang - so wenige wie nirgendwo sonst in Europa. Im europäischen Durchschnitt surften dagegen bereits 60 Prozent über eine schnelle Internetverbindung. In Frankreich war der Breitbandzugang am weitesten verbreitet (77 Prozent). "Demzufolge nutzen die weiblichen deutschen Onliner insgesamt weniger Multimedia-Angebote mit hohem Datenaufkommen als die Frauen im restlichen Europa", so Elias.
Vor allem Webseiten aus den Bereichen Suche, Kommunikation, Information, E-Commerce und Unterhaltung werden laut Studie von den weiblichen Usern in Deutschland besucht. So nutzten 82 Prozent der Befragten Suchmaschinen regelmäßig als Rechercheinstrument. Ebenfalls besonders gefragt waren Kommunikationsangebote im Internet: Drei Viertel (75 Prozent) der weiblichen User kommunizierten über Webmail-Angebote. Zusätzlich hielten 16 Prozent Web-Foren, 15 Prozent Instant Messaging sowie elf Prozent Online-Chats für wichtig. Damit deckt sich die Nutzung der Kommunikationsangebote weitestgehend mit dem europäischen Durchschnitt - ausgenommen dem Instant Messaging, das in Europa mit 30 Prozent doppelt so viele weibliche Anhänger wie in Deutschland findet. Doch dafür ist die Internet-Telefonie über 'Voice over IP' unter den deutschen weiblichen Usern weiter verbreitet: Während im europäischen Durchschnitt nur sieben Prozent der Befragten über das Internet telefonierten, nutzten in Deutschland bereits elf Prozent dieses Angebot.
Darüber hinaus sind die deutschen Frauen Vize-Europameisterinnen im Online-Shopping: 51 Prozent der befragten weiblichen User nutzten Einkaufsangebote im Internet. Im europäischen Durchschnitt waren es dagegen nur 42 Prozent. Allein in Großbritannien kauften mehr Frauen online ein (58 Prozent). Besonders Online-Auktionen (54 Prozent) und Preisvergleichsangebote (33 Prozent) waren in Deutschland so beliebt wie nirgendwo sonst in Europa (30 Prozent bzw. 24 Prozent).
Im Bereich der Online-Informationen zeigten die deutschen weiblichen Nutzer vor allem Interesse an lokalen Themen (51 Prozent), gefolgt von Reisen (50 Prozent), Nachrichten (49 Prozent) und Urlaub (47 Prozent).
Unterhaltungsangebote werden von den deutschen Frauen dagegen weniger im Internet genutzt. So besuchten nur 28 Prozent Webseiten mit Musik-Inhalten und 14 Prozent Seiten mit Spiele-Angeboten. Zudem luden 16 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat Musik aus dem Internet herunter und jeweils 12 Prozent hörten Internetradio oder spielten Online-Games. Im europäischen Vergleich wurden diese Online-Unterhaltungsangebote von deutlich mehr Frauen genutzt (38 Prozent Musik-Webseiten, 24 Prozent Musik-Downloads und 20 Prozent Internetradio).
Mit über 7.000 befragten Internetnutzern in ganz Europa gehört die EIAA Mediascope Europe zu den umfassendsten Umfragen, in denen Internetgewohnheiten von Konsumenten untersucht werden. Die Studie wurde von den Marktforschungsinstituten SPA und Synovate durchgeführt. Im Rahmen der Erhebung wurden mit jeweils 1.000 Personen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Skandinavien sowie jeweils 500 Personen in Belgien und den Niederlanden computergestützte Telefoninterviews nach Zufallsauswahl (CATI) geführt. Die Interviews fanden im September und Oktober 2005 statt. Der Anteil der befragten weiblichen Nutzer betrug 3.600 Personen, davon 520 in Deutschland.
